• Einstellungen
Donnerstag, 25.01.2018

„Wir brechen jetzt nicht in Hektik aus“

Eislöwen-Geschäftsführer Volker Schnabel erklärt den Leistungseinbruch und lehnt eine Trainerdebatte kategorisch ab.

Von Alexander Hiller

Volker Schnabel macht sich seine eigenen Gedanken. Über eine Krise will der Eislöwen-Geschäftsführer nicht reden.
Volker Schnabel macht sich seine eigenen Gedanken. Über eine Krise will der Eislöwen-Geschäftsführer nicht reden.

© Robert Michael

Das Umfeld der Dresdner Eislöwen wird so langsam unruhig – angesichts der Serie von fünf Niederlagen in Folge wohl nachvollziehbar. Immerhin liegen die Sachsen derzeit in der DEL 2 auf Rang neun, und damit steht auch das Erreichen des Saisonziels infrage. Vom direkten Einzug in die Play-offs ist das Team von Trainer Franz Steer derzeit sechs Punkte entfernt. Es droht der Umweg über die Pre-Play-offs. Eislöwen-Geschäftsführer Volker Schnabel (59) hält allerdings gar nichts von dem Begriff Krise und stellt sich auf ungewöhnliche Weise hinter den Trainer.

Herr Schnabel, ist die Bezeichnung Krise treffend für die derzeitige Situation der Eislöwen?

Nein, wieso?

Weil das Team von den letzten 13 Partien nur drei gewinnen konnte und binnen sechs Wochen von Platz vier auf Platz neun abgerutscht ist.

Eine Saison hat 52 Spiele in der Hauptrunde. Da gibt es Aufs und Abs. Von einer Krise ist keine Rede.

Wie bewerten Sie dann die derzeitige Situation der Eislöwen?

Entscheidend ist, wo wir am Saisonende rauskommen, dann können wir ein Fazit ziehen. Ich bin positiv gestimmt, habe Vertrauen in die Mannschaft, in den Trainer und glaube, dass wir den Schalter wieder umlegen können.

Was stimmt Sie denn positiv?

Die Qualität der Mannschaft, die Qualität des Trainers und des Umfelds. Deshalb gibt es im Moment von meiner Seite keine Bedenken.

Macht Ihnen die Serie von zuletzt fünf Niederlagen überhaupt keine Sorgen?

Dass man mit Niederlagen nicht zufrieden sein kann, darüber brauchen wir nicht zu diskutieren. Wir haben noch 13 Spiele, das sind 39 zu vergebende Punkte. Damit wären wir bei knapp 100 Zählern. Da brechen wir jetzt nicht in Hektik aus. Die Frage ist: Was wird erwartet?

Dass die Eislöwen ihr selbst formuliertes Saisonziel, die direkte Qualifikation für die Play-offs, erreichen.

Und davon gehe ich aus.

Auch die Geduld der Geschäftsführung dürfte aber endlich sein?

Sind Sie mir nicht böse, ich lasse mir keine Hektik oder eine Krise einreden. Die Situation im Moment könnte besser sein – was die Punkte angeht. Aber wir erspielen uns genügend Chancen. Aber noch einmal: Am Ende der Saison wird abgerechnet.

Womit wären Sie zufrieden?

Vollumfänglich zufrieden kann man nur dann sein, wenn man das Höchstmögliche erreicht.

Das wäre die Meisterschaft. Ist die derzeit realistisch?

Wir spielen ja kein Roulette. Die Ziele sind immer weit oben gesteckt – und wir versuchen, das Bestmögliche zu erreichen. Man muss ja immer bedenken, mit wem wir uns messen. Wenn wir die Etats vergleichen, sind wir sicher in der hinteren Hälfte der DEL 2, sportlich werden wir am Ende der Saison in der vorderen Hälfte sein.

Woran machen Sie die derzeitige Ergebniskrise fest?

Das liegt nicht an der Einstellung oder gar dem Trainer, sondern ein bisschen auch am zu erzwingenden Glück. Wenn man sieht, wie wir spielen, kann man der Mannschaft nichts vorwerfen, außer, dass sie keine Punkte holt. Im Moment fehlt Fortune. Und wir haben vier Langzeitverletzte, darunter drei absolute Top-Leistungsträger. Das kann eine Mannschaft wie Dresden nicht so schnell kompensieren. Wir haben nicht den qualitativ tiefen Kader, wie Frankfurt, Ravensburg oder Bietigheim. Das tut weh. Trotzdem hat die Mannschaft Moral gezeigt. Wenn einzelne Verletzte zurückkommen, was in den nächsten Wochen so sein wird, werden wir noch Ausrufezeichen setzen.

In den Spitzenteams sind die Ausländerpositionen mit Führungsspielern besetzt. Haben die Eislöwen in dieser Saison ein weniger glückliches Händchen bewiesen?

Ich greife jetzt keinen Spieler heraus, das spielt keine Rolle. Da steht eine Mannschaft auf dem Eis, die gewinnt und verliert zusammen. Ob da der eine oder andere nicht die Erwartungen erfüllt oder jetzt eine schwächere Phase hat, kann nur der Trainer beurteilen, ist aber sicher nicht von uns öffentlich zu kritisieren. Ich sehe da im Moment Verbesserungsbedarf und wünsche mir den auch. Jeder Spieler, der auf dem Eis steht, könnte besser sein, aber das gilt für jede andere Mannschaft auch.

Muss Ihnen Trainer Franz Steer ein Konzept für die letzten 13 ausstehenden Spiele vorlegen?

Im Eishockey spielen zu viele unbekannte Komponenten eine Rolle, als dass ein Konzept sinnvoll wäre. Wir stehen im regen Austausch, suchen natürlich ebenfalls nach Möglichkeiten, wie wir die Situation verbessern. Er ist der Eishockey-Fachmann, steht in der Verantwortung – und wird den Schalter umlegen. Die Jungs trainieren intensiv, wir müssen das Glück erzwingen.

Hätte es finanzielle Auswirkungen, wenn die Eislöwen ihr Saisonziel Play-offs verfehlten würden?

Es hätte keine Auswirkungen, aber mit dem Gedanken beschäftige ich mich nicht. Wir planen grundsätzlich immer bis zum Ende der Hauptrunde, was dann dazukommt, ist das i-Tüpfelchen.

In Social Media-Foren wird über den Trainer diskutiert. In der Geschäftsführung auch?

Ich bin weder bei Facebook noch in anderen Social-Media-Bereichen angemeldet. Ich lese da nichts und beschäftige mich damit nicht. Sie können sich sicher sein: Eine Trainerdiskussion gibt es bei uns nicht – und wird es auch nicht geben, so lange ich hier bin, was Franz Steer angeht. Mehr ist darüber nicht zu sagen.

Desktopversion des Artikels

Leser-Kommentare

Insgesamt 0 Kommentare

    Ihr Kommentar zum Artikel

    Bitte füllen Sie alle Felder aus.

    Verbleibende Zeichen: 1000
    Text Bitte geben Sie die abgebildete Zeichenfolge ein