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Freitag, 12.01.2018

Willkommen!

Rothenburg begrüßt seine Gäste im Jubiläumsjahr. Die Idee hatte einer, der mit der Stadt eng verbunden ist.

Von Frank-Uwe Michel

Roland Firl und Eberhard Schäfer vom Rothenburger Bauhof haben am Freitag vergangener Woche die neuen Begrüßungsschilder aufgestellt. Sie sollen die Gäste des 750-jährigen Stadtjubiläums willkommen heißen.
Roland Firl und Eberhard Schäfer vom Rothenburger Bauhof haben am Freitag vergangener Woche die neuen Begrüßungsschilder aufgestellt. Sie sollen die Gäste des 750-jährigen Stadtjubiläums willkommen heißen.

© Jens Trenkler

750 Jahre und keiner bekommt etwas davon mit? Nicht so in Rothenburg, wo seit ein paar Tagen an vier Ortseingangsstraßen große Willkommensschilder die einfahrenden Gäste begrüßen und auf das stolze Jubiläum aufmerksam machen. Die Idee dazu stammt von Matthias Kelch, der für die CDU im Stadtrat sitzt. „Es ist doch wie zu Hause – wenn du einen runden Geburtstag hast, willst du mit möglichst vielen Freunden feiern. Das, dachte ich mir, sollten wir auch in der Stadt anstreben. Deshalb hat der Gedanke einige Zeit in meinem Kopf gearbeitet.“ Er habe überlegt, wie die Schilder aussehen könnten, wo man sie aufstellen müsse, erzählt der 55-Jährige. Natürlich habe auch das Preis-Leistungs-Verhältnis eine Rolle gespielt. „Nach allen Überlegungen bin ich zu dem Schluss gekommen, dass die Schilder eine einfache, gut verständliche Aussage transportieren müssen, die beim Vorbeifahren schnell zu erfassen ist.“

Auch die kurz darauf informierte CDU-Fraktion zeigte sich aufgeschlossen. „Man kann schon sagen, dass die Kollegen begeistert waren. Jeder hat den Vorschlag dann noch einmal sacken lassen“, beschreibt Kelch die nächste Etappe des Entstehungsweges. Vor allem die von ihm eingeholten Kostenvoranschläge und Gestaltungsvarianten waren für die Kommunalpolitiker interessant. Die Fraktion verständigte sich zu einer Vorzugsvariante, die man kurze Zeit später im Stadtrat präsentierte. „Natürlich gab es auch Skeptiker, doch allgemein fiel unser Vorschlag auf fruchtbaren Boden“, erinnert sich Kelch.

Die Umsetzung seiner Idee verzögerte sich jedoch, denn zuerst war die Standortfrage zu klären. Da man bei Privateigentümern nicht recht vorwärts kam, entschied man sich für städtischen Grund. In der ersten Januarwoche schließlich rückten Mitarbeiter des Bauhofes an und verankerten die neuen Begrüßungsschilder in der Erde. Zu sehen sind sie nun an den Ortseingangsstraßen aus Richtung Görlitz, Horka, Uhsmannsdorf und Lodenau.

„Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Sie wurden auf Augenhöhe des Autofahrers aufgestellt und man sieht gleich, um was es geht“, freut sich der Ideengeber. Zufrieden ist er überdies, dass man seinem Vorschlag folgte und die Schilder so angefertigt hat, dass man sie auch zur Ankündigung anderer Veranstaltungen nutzen kann – des Neiße Adventure Races zum Beispiel oder des Sommerfestes, für das es bis jetzt immer über den Straßen hängende Banner gab. „Wir sind für alles offen, man muss nur mit uns reden“, gibt sich Matthias Kelch im Namen der Stadt gesprächsbereit. Er selbst will dabei eher nicht in Erscheinung treten, denn er ist „kein Typ für die Öffentlichkeit.“ Er spinne die Fäden lieber im Hintergrund und mache die Dinge erst dann publik, wenn wirklich etwas zu vermelden sei. „Ich bin ja seit einigen Jahren im Sommerfestbeirat und schon längere Zeit im Eisenbahnverein dabei. Mir geht es nicht darum, meine Gedanken zu verbreiten, sondern dass es für uns alle von Vorteil ist.“ Kelch ist in Rothenburg verwurzelt, auch wenn er beruflich viel Zeit außerhalb verbringen muss. Der gelernte Lokführer fährt Güterzüge in Richtung Polen – momentan ab Cottbus, nach der Fertigstellung der Niederschlesien-Magistrale wahrscheinlich wieder von Hoyerswerda nach Kohlfurt (Wegliniec). Wenn er seine Züge durch die Region fahren kann, löst das bei ihm besondere Freude aus. Noch mehr allerdings, wenn er nach einem Urlaub wieder nach Hause kommt. „Ich schaue mir gern andere Länder an, aber nach ein paar Tagen fängt es an, zu kribbeln.“ Besonders die urwüchsige Natur in der Heimat begeistere ihn, auch der hier lebende Menschenschlag. Selbst die Entwicklung der Stadt stimmt ihn zuversichtlich. „Vor dem Krieg war Rothenburg ein kleines Beamtenstädtchen mit vielen Handwerksbetrieben. Heute ist die Bevölkerungsstruktur breiter aufgestellt, wobei es noch immer etliche Handwerker gibt.“ Er selbst sei nicht nur hier geboren und habe eine glückliche Kindheit verlebt, er fühle sich immer noch richtig wohl. „Gerade deshalb macht es mir Spaß, mich zu engagieren.“

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