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Freitag, 13.10.2017

Wilde Vierbeiner auf Abwegen

Mit dem Einzug des Herbstes und der damit verbundenen Dunkelheit steigt die Anzahl der Wildunfälle. Auch rings um Niesky ist Vorsicht geboten.

Von Jens Trenkler

Den Zusammenstoß mit einem Auto überleben Wildtiere selten. Auch wenn nicht alle direkt auf der Straße verenden, haben sie meist keine Überlebenschance.
Den Zusammenstoß mit einem Auto überleben Wildtiere selten. Auch wenn nicht alle direkt auf der Straße verenden, haben sie meist keine Überlebenschance.

© SZ-Archiv/Rolf Ullmann

Niesky. Auf den Feldern zwischen Niesky und Kodersdorf sind die Agrargenossenschaften in diesen Tagen mit der Maisernte beschäftigt. In vielen dieser Felder hatten es sich gerade Wildschweine in den vergangenen Monaten gemütlich gemacht und ihre Nahrung auf kurzem Weg gefunden. Mit der Ernte ist dieser Speisenvorrat nun Geschichte und die Tiere suchen sich neue Nahrungs- und Unterschlupfmöglichkeiten. Für die Fahrzeugführer bedeutet es, gerade in diesen Gebieten äußerst aufmerksam zu fahren.

Wildunfälle geschehen fast täglich. Besonders in der Dämmerung, morgens und abends, wechseln Tiere über Straßen. Zwischen Wald und Feld muss man immer damit rechnen.

Auf der B 115 zwischen Kodersdorf und Niesky wurden Autofahrer durch eine Warntafel auf die in der Vergangenheit festgestellten Wildunfälle informiert und gewarnt. Denn hier befand sich ein Unfallschwerpunkt. Seit fast einem Jahr sind diese Hinweise nun nicht mehr da. Wie der Amtsleiter des Ordnungs- und Straßenverkehrsamtes, Peter Hoffmann, auf Nachfrage informiert, wurden die Plantafeln im Juni 2013 angeordnet und am 29. August 2016 entfernt. Grund für die Entfernung der Schilder sei eine gesunkene Zahl an Wildunfällen in diesem Bereich. Nun werde ermittelt, ob den Verkehrsteilnehmer, die regelmäßig den Streckenabschnitt befahren, dessen Sensibilität auch ohne Plantafel weiterhin bewusst ist. Weiterhin sei in den kommenden drei Jahren die Nachhaltigkeit derartiger Warntafeln zu prüfen, heißt es aus dem Landratsamt.

Allein am vorletzten Septemberwochenende registrierte die Polizei in nur drei Tagen 37 Wildunfälle in den Landkreisen Görlitz und Bautzen. „Die Wildtiere wechseln wieder verstärkt über die Straßen“, teilt die Polizei mit. Auch wegen der veränderten Straßenverhältnisse rät die Polizei zu besonders vorsichtiger Fahrweise, gerade in den Morgen- und Abendstunden. „Die Sichtverhältnisse haben sich in den vergangenen Wochen verändert, bei herbstlicher Witterung können die Straßen zudem rutschig werden“. Das alles erhöht die Gefahr eines Wildunfalls. Sollte es dennoch nicht mehr möglich sein, rechtzeitig anzuhalten, solle man nicht versuchen, dem Wildtier auszuweichen.

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