• Einstellungen
Samstag, 30.12.2017

Wieder wird ein Laden geschlossen

SAT-Richter in Ebersbach tritt nicht mehr gegen die Konkurrenz im Internet an – macht aber ansonsten weiter wie bisher.

Von Gabriela Lachnit

Der Laden von SAT-Richter in Ebersbach bleibt ab Januar zu. Hans-Giso Richter (links) geht in den Ruhestand. Firmenchef Matthias Richter (rechts), ist aber weiter für die Kunden da.
Der Laden von SAT-Richter in Ebersbach bleibt ab Januar zu. Hans-Giso Richter (links) geht in den Ruhestand. Firmenchef Matthias Richter (rechts), ist aber weiter für die Kunden da.

© Rafalel Sampedro

Löbau. Ab Januar ist das Geschäft von SAT-Richter in der Hauptstraße 29 in Ebersbach nicht mehr besetzt. Matthias Richter, seit 2010 Chef von SAT-Richter, hat lange überlegt. Mit Elektronik-Märkten, dem Internet und Amazon könne eine kleine Firma, die Fernsehgeräte und Satellitentechnik verkauft, nicht mithalten. Der Verkauf von Konsumgütern sei mittlerweile zur Schnäppchenjagd verkommen, meint Richter. Leistungen wie Lieferung und betriebsfertige Installation werden heute als Selbstverständlichkeit ohne Aufpreis angenommen.

Die Einnahmen, die über den Laden erzielt werden, können nicht mehr die Kosten decken. Bislang hatte Richters Vater Hans-Giso Richter den Laden betreut. Richter senior ist 72 Jahre alt und möchte in den Ruhestand gehen. Für einen neuen Arbeitsplatz als Verkäufer im Geschäft reichen die Einnahmen aber nicht aus. Deshalb bleibt der Laden ab Januar zu. Einen Ausverkauf gibt es nicht.

Auch künftig werden bei SAT-Richter alle Service- und Reparaturleistungen rund um den Satellitenempfang angeboten. Nur das Geschäft fällt als Anlaufpunkt weg. Die Firma führt zudem weiter Elektro-Installationen und Blitzschutztechnik aus. Dieses Geschäftsfeld hat Matthias Richter seit 2001 kontinuierlich ausgebaut. Es gehört heute zu den Grundpfeilern seines geschäftlichen Erfolgs, betont der Elektromeister. Richter junior hat auf seinem Wohngrundstück in Ebersbach zwei ehemalige Garagen ausgebaut. Sie waren bisher nur Lager. Hier haben der Chef, ein Angestellter und ein Lehrling gute Arbeitsbedingungen, wenn sie Innendienst machen und nicht beim Kunden vor Ort sind. Eine Teilzeitkraft unterstützt das Unternehmen bei Auftragsspitzen.

Derzeit hat die Firma gut zu tun. Vor allem in Ebersbach und dem Umland werden Aufträge ausgeführt. Es sind oft kleine Dinge dabei, wie zum Beispiel der Anschluss von Elektrogeräten, die ein Möbelhaus liefert, und die Reparatur von defekter Beleuchtung bei Mietern von Wohnbauunternehmen. Die Firma arbeitet sowohl für Unternehmen als auch private Auftraggeber. Richter hebt hervor, dass im Oberland viele Gewerbetreibende eng zusammenarbeiten. Man kennt sich und weiß um die Angebote und Leistungen des anderen. Auf Baustellen ergänzt man sich im Sinne der möglichst unkomplizierten Ausführung des Auftrages. Auch die Mitarbeit im Gewerbeverein Oberland nutzen viele Firmenchefs zur Optimierung ihrer Geschäftsabläufe. Der Elektromeister nennt ein Beispiel: Wenn die Heizung- und Sanitärfirma Penter Elektro-Leistungen braucht, wendet sie sich häufig an Matthias Richter. Auch Dachdeckerfirmen verweisen ihre Kunden an die Firma Richter, wenn bei einer Dacherneuerung eine Blitzschutzanlage gewünscht wird. Es sei ein gegenseitiges Geben und Nehmen, betont der SAT-Experte.

Das kann Hans-Giso Richter nur unterstreichen. Er hat 1990 mit dem Sohn den Laden eröffnet und geht in den Ruhestand. 27 Jahre stand das Geschäft an erster Stelle für den Elektromeister. Der Senior erinnert sich, dass er in der ganzen Zeit nur ein einziges Mal zwei Wochen Urlaub am Stück genommen hat. Ansonsten gab es nur immer Kurzurlaub. Jetzt will er die freie Zeit nutzen, um seinen Garten und zwei Grundstücke umzugestalten und in Ordnung zu bringen. Dafür war in der Vergangenheit immer wenig Zeit. Und er will endlich mal einen langen Urlaub machen. Mit Frau Inge geht es per Flugreise ins Warme. Griechenland nennt er als ein Ziel, das er schon lange ins Auge gefasst hat. Und endlich hat er die Zeit für die Familie mit Kindern, Enkeln und Urenkeln, die er sich immer gewünscht hat, sagt er.

Desktopversion des Artikels