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Freitag, 11.08.2017

Wie kommt mehr Leben ins Ulbersdorfer Schloss?

Immer wieder wurde über die Zukunft des Anwesens diskutiert. Jetzt scheint offenbar ein Durchbruch nahe.

Von Anja Weber

Roland Döring (Mitte) hat schon zweimal zu Schlossführungen eingeladen. Es ist eine Möglichkeit, das Anwesen und den Ort bekannter zu machen.
Roland Döring (Mitte) hat schon zweimal zu Schlossführungen eingeladen. Es ist eine Möglichkeit, das Anwesen und den Ort bekannter zu machen.

© Archivfoto: Steffen Unger

Ulbersdorf. Der alte Adelssitz an der Dorfstraße von Ulbersdorf prägt das Ortsbild. Allerdings täuscht die äußere Erscheinung. Das Gebäude gehört der Stadt Hohnstein und müsste grundlegend saniert werden. In dem Haus gibt es einige Wohnungen, die dem heutigen Standard nicht mehr entsprechen. Die meisten stehen leer. Im unteren Bereich befindet sich die Kindertagesstätte sowie ein Turnraum. Im oberen Teil gibt es einen Kulturraum für Veranstaltungen. Doch wie ist das Schloss aus seinem Dornröschenschlaf zu wecken? Der Ortschaftsrat wie auch einige Einwohner haben sich darüber schon einige Gedanken gemacht. So bietet der Ulbersdorfer Roland Döring Führungen durch Schloss und Park an. Und wer daran teilnimmt, erfährt auch so einiges aus der Geschichte des Hauses. Das Anwesen gehörte einst dem Ulbersdorfer Rittergutsbesitzer Wolf Adam von Lüttichau und der war verheiratet mit Ida von Lüttichau (1798-1856), einer der bedeutendsten Frauen der Romantik, die kulturell sehr engagiert war.

Sie wohnte im Schloss und war eng mit Richard Wagner, Carl Maria von Weber und Carl Gustav Carus befreundet. So hat sich womöglich viel Prominenz in Ulbersdorf die Schlossklinke in die Hand gedrückt. Und deshalb wäre es wohl auch schade, ein solches Objekt verkommen zu lassen. Jetzt scheint ein Durchbruch nahe. Ulbersdorfer Einwohner und Hohnsteins Bürgermeister Daniel Brade (SPD) waren dafür in der Gemeinde Struppen unterwegs, um sich mit Mitgliedern des Schlossvereins zu treffen. Das Schloss gehört ebenfalls der Gemeinde, der Schlossverein hat einen Nutzungsvertrag und setzt Stück für Stück Baumaßnahmen um. „Es reifte der Gedanke, auch in Ulbersdorf diesen Schritt zu gehen und vielleicht erst einmal eine Interessengemeinschaft zu gründen“, sagt Bürgermeister Daniel Brade. Die zukünftige Nutzung des Schlosses müsse mit den Einwohnern geklärt werden, um sich auf den Weg zur Belebung und Sanierung des Denkmals zu machen. Das funktioniere nur, wenn sich die Einwohnerschaft dafür stark machen würde. Das habe der Struppener Schlossverein den Ulbersdorfern voraus. Wer Interesse hat, in einer Interessengemeinschaft Schloss Ulbersdorf mitzuwirken, der kann sich bei Ortsvorsteher Ralph Lux oder auch beim Bürgermeister melden.

Einiges hat sich am Schloss inzwischen getan. So wurde der Kulturraum frisch renoviert, informiert der Bürgermeister. Schon im Frühjahr wurde die Holz-Trennwand an der Giebelseite in Richtung Schlosspark abgebaut.

Handwerker haben die Elektroleitungen erneuert, das Parkett geschliffen und die Räume gemalert. Insgesamt 5 200 Euro kosteten die Arbeiten. Vor allem aber wurde ein Fenster wieder freigelegt. Durch dieses ist nun ein ungehinderter Blick in den Schlosspark wieder möglich.

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