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Mittwoch, 03.01.2018

Wie es sich künftig hinterm „Hanno“ wohnt

An der Hohen Straße in Pirna soll noch ein Baugebiet entstehen. Der Plan wird jetzt modifiziert, was nicht nur auf Gegenliebe stößt.

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Wohnen hinter dem Jugendhaus Hanno in Pirna ist attraktiv. Nun soll dort erneut gebaut werden.l
Wohnen hinter dem Jugendhaus Hanno in Pirna ist attraktiv. Nun soll dort erneut gebaut werden.l

© Kristin Richter

© SZ

Pirna. Der Blick ist traumhaft, er gleitet über Pirna und das Elbtal hinüber bis nach Dresden. Allein schon deshalb erfreut sich die Hohe Straße großer Beliebtheit als Wohnstandort. Zur einst lockeren Bebauung entstanden in den vergangenen Jahren mehrere moderne Stadtvillen. Darüber hinaus will die Stadtentwicklungsgesellschaft Pirna (SEP) hinter dem Jugendhaus „Hanno“ ein weiteres Baugebiet erschließen. Der Bebauungsplan passierte schon 2016 erfolgreich den Stadtrat, der Stadtentwicklungsausschuss soll nun den Entwurf am 4. Januar nochmals modifizieren. Die SZ fasst zusammen, wie man künftig hinter dem Hanno wohnen soll.

Die wichtigsten Fragen zum Wohngebiet

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Was genau soll hinter dem Hanno passieren?
Stadt und Stadtwerke besitzen ein reichlich 8000 Quadratmeter großes Grundstück, das sich direkt an das Jugendhaus „Hanno“ an der Hohen Straße anschließt. Das Areal war zuvor mit einem Garagenhof und einer nicht mehr benötigten Umspannstation bebaut, ein Großteil der Gebäude ist inzwischen abgerissen. Die SEP will das Gelände erschließen lassen und Baurecht für Wohnhäuser schaffen. Den Beschluss, für das Gebiet einen Bebauungsplan aufzustellen, fasste der Stadtrat bereits im September 2016. Im Anschluss lag der Planentwurf öffentlich aus.

Wie soll das neue Wohngebiet einmal aussehen?
Das Baugebiet beginnt unmittelbar hinter dem Hanno und erstreckt sich entlang der Hohen Straße bis zur Dr.-Friedrichs-Höhe. Geplant sind drei Baufelder, auf denen etwa fünf Einzelhäuser entstehen könnten – höchstwahrscheinlich zwei Mehrfamilienhäuser sowie drei Eigenheime. Für die Gebäude will die SEP einen modernen Stil mit Flachdächern und bis zu drei Geschossen vorschreiben. Die Grundstücke reichen bis in den Wald am Hang zum Sonnenstein hinein. Im Übergang zum Stadtwald sollen die Grundstücke einen hohen Grünflächenanteil aufweisen. Nach ursprünglichen Plänen sollten die Grundstücke über eine private Stichstraße erschlossen werden, die von der Dr.-Friedrichs-Höhe abzweigt und oberhalb der künftigen Häuser parallel zur Hohen Straße verläuft.

Was ändert sich jetzt gegenüber des ursprünglichen Planes?
Die Änderungen des Bebauungsplanes, die der Stadtentwicklungsausschuss am Donnerstag billigen soll, betreffen vor allem das Gelände zwischen dem künftigen Baugebiet und der Hohen Straße. Das städtische Flurstück, auf dem die Hohe Straße verläuft, ist insgesamt bis zu 11,50 Meter breit. Laut Stadt sei demnach schon beim Straßenbau von einer Trasse mit zwei regulären Fahrspuren nebst Gehweg ausgegangen worden. Derzeit ist die Straße allerdings schmaler, weil das Grundstück mit einer Tiefe von bis zu drei Metern in die Böschung hineinragt. Mit der Entwicklung des Baugebietes will die Stadt nun aber auf der Ostseite der Hohen Straße – die Seite, auf der das Hanno steht – einen Fußweg errichten. Dieser soll an den bereits vorhandenen Gehweg im vorderen Bereich der Hohen Straße angebunden werden. Für den Fußweg muss allerdings der Hang abgegraben werden, sodass die dort noch stehenden Bäume fallen werden. Sie sollen später auf den privaten Grundstücken des Baugebietes ersetzt werden. Durch die Umgestaltung des Straßenraumes wird es künftig möglich sein, die Grundstücke direkt von der Hohen Straße aus zu erschließen, die private Stichstraße am Waldrand entfällt damit. Die zwei nördlichen Bauplätze – jene direkt am Hanno, die für die Mehrfamilienhäuser reserviert sind – bekommen eine gemeinsame Zufahrt, die in einer Tiefgarage unter den Häusern münden soll. Das Planverfahren soll im Sommer 2018 abgeschlossen sein. Auch noch in diesem Jahr soll das Baugebiet erschlossen sowie der Fußweg gebaut werden.

Warum ist das neue Baugebiet umstritten?
Kritiker werfen Stadt und SEP vor, das Gebiet lediglich zu erschließen, um einer bevorzugten Klientel schicke Bauplätze anzubieten. Zudem gibt es Unmut darüber, dass wegen des neuen Baugebietes mehrere große Bäume – nach derzeitigen Planungen 22 Stück – gefällt werden müssen. Darüber hinaus macht sich auch Sorge um die Zukunft des Hanno-Saals breit. Einige befürchten gar, der Saal könnten wegen der neuen Häuser abgerissen werden. Wegen Brandschutz-Problemen wird der Saal schon länger nicht mehr als Veranstaltungsstätte genutzt. In der Diskussion um eine zentrale Pirnaer Kulturstätte spielt der Saal keine vordergründige Rolle. Über das Saal-Schicksal ist allerdings noch nicht endgültig entschieden.

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