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Samstag, 22.04.2017

Werbezug sucht Namen

Das Zittauer Gebirge rollt in die Landeshauptstadt und zurück. Der Zug ist ein Signal gegen das Kirchturmdenken.

Von Mario Heinke

Oberbürgermeister Thomas Zenker bedankte sich bei den Partnern, die sich bei der Werbung am Trilex-Triebwagen eingebracht haben.
Oberbürgermeister Thomas Zenker bedankte sich bei den Partnern, die sich bei der Werbung am Trilex-Triebwagen eingebracht haben.

© Rafael Sampedro

Pünktlich, um 10.39 Uhr, ist der RE2 aus Dresden am Freitag am Gleis 54 im Zittauer Hauptbahnhof eingefahren. Der Trilex-Triebwagen hatte einen weiteren im Schlepptau, der abgekoppelt wurde und auf das Nachbargleis 57 fuhr.

Dort konnte der farbige Werbezug in seiner ganzen Länge betrachtet und feierlich eingeweiht werden. Das Design geht von Tiefschwarz auf Höhe des Fahrwerks beginnend über verschiedene Rot- und Orangetöne bis in ein helles Gelb auf Dachhöhe über. Die Silhouetten des Zittauer Gebirges, des Zittauer Rathauses, des Theaters, der Kreuzkirche und anderer Sehenswürdigkeiten sowie von Wanderern und Sportlern bilden ein Gesamtbild.

Mit dem Slogan „90 Minuten bis in Dein Erlebnis“ werben zehn Partner aus dem Zittauer Gebirge auf dem Triebwagen für einen Ausflug in das Zittauer Gebirge. Die 90 Minuten beziehen sich auf die Fahrzeit von Dresden nach Zittau, denn der mobile Werbeträger soll im täglichen Einsatz auf den Schienen zwischen Dresden und Liberec (Reichenberg), aber auch im Trilex-Netz in ganz Ostsachsen unterwegs sein, erklärte Andreas Trillmich, Geschäftsführer der Länderbahn GmbH gegenüber der SZ. Der Zug ist allerdings mehr als nur eine nette Werbung. Er ist ein ermutigendes Zeichen, weil es gelungen ist, dass alle Beteiligten ihre eigenen Forderungen im Interesse des Gesamtbildes zurückgeschraubt haben. So ist es gelungen, die Länderbahn (Trilex), den Naturpark Zittauer Gebirge, die Stadt Zittau, die Städtischen Museen Zittau, das Gerhart-Hauptmann-Theater Zittau, die Zittauer Schmalspurbahn, Burg und Kloster Oybin, den Trixi-Ferienpark und die O-See-Challenge unter einen Hut zu bringen oder besser gesagt in ein Design zu gießen. Hätte jeder auf seinem individuellen Design bestanden, wäre wohl nicht mehr als ein visuelles Chaos herausgekommen. „Das bisherige Kirchturmdenken im Tourismusmarketing wird mit solchen erfolgreichen Beispielen überwunden und das ist gut so“, sagte Landtagsabgeordneter Stephan Meyer (CDU).

Das Design und der Slogan stammen vom Webdesigner Thomas Kaufmann aus dem Trixi-Ferienpark Großschönau. Die Folien klebte eine Agentur am Donnerstag noch bis 22 Uhr. Vorher musste der Zug nackig gemacht werden und die Standardfolie runter, erzählt Trillmich.

Von der ersten Sitzung aller Werbepartner bis zur Umsetzung vergingen lediglich fünf Monate, das würdigten alle Redner übereinstimmend. „Der Trilex möge auch nach 2019 noch auf der Strecke unterwegs sein“, sagte Ingo Neidhardt, Geschäftsführer der Schmalspurbahngesellschaft Soeg und spielte auf das laufende Ausschreibungsverfahren an, bei dem 2018 entschieden wird, wer die Strecke zwischen Dresden und Zittau ab 2019 befahren wird. Neidhardt stichelte auch gegen die Deutsche Bahn, als er sagte: „Mit dem vorhergehenden Betreiber wäre so ein Werbezug nicht möglich gewesen.“ Er versprach, dass die Soeg sich auch weiterhin in das Tourismusmarketing der Region einmischen werde. Er würdigte die Bemühungen von Oberbürgermeister Thomas Zenker (Zkm), sich mit dem Tourismuszentrum der Stadt Zittau an die Spitze zu stellen.

Weil das bunte Gefährt bislang namenlos ist, ruft die Länderbahn GmbH im Namen aller Projektbeteiligten zu einem Namenswettbewerb auf. „Wir suchen kreative und bewegende Namensvorschläge für diesen Zug“, so Andreas Trillmich. Eine Jury wählt den besten Namen aus. Der Gewinner erhält ein von den Projektpartnern zusammengestelltes Überraschungspaket aus dem Zittauer Gebirge. Namensvorschläge können bis zum 8. Mai auf allen Kanälen an die Länderbahn geschickt werden.

Namensvorschläge an: 90minuten(at)laenderbahn.com

www.facebook.com/trilex.de/ oder per Post an:

Die Länderbahn GmbH DLB, Stichwort: 90 Minuten, Bayerstraße 24, 80335 München

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