• Einstellungen
Dienstag, 02.01.2018

Wenn das Weihnachtsgeschenk gleich doppelt unter dem Baum liegt

Geschäfte müssen nach Weihnachten nicht zwingend gekaufte Waren umtauschen oder zurücknehmen. Händler in und um Niesky sind kulant.

Von Jens Trenkler

Uwe Garack zeigt in seinem Fotoladen in Niesky zwei unterschiedliche Kameras. Bei Umtauschwünschen steht auch er mit Rat und Tat für die Kundschaft bereit.Foto: André Schulze
Uwe Garack zeigt in seinem Fotoladen in Niesky zwei unterschiedliche Kameras. Bei Umtauschwünschen steht auch er mit Rat und Tat für die Kundschaft bereit.Foto: André Schulze

© André Schulze

Viele haben diese Situation bereits am Heiligen Abend erlebt. Gespannt packen die Familienmitglieder ihre Geschenke unter dem Weihnachtsbaum aus, und dann folgt die wahre Bescherung. Zwei gleiche Bücher haben Eltern und Oma dem lesebegeisterten Enkel geschenkt. Nun stellt sich die Frage, was man mit dem doppelt vorhandenen Artikel macht. Weiter verschenken oder Umtauschen ist in solchen Fällen meist die Alternative.

Das nachträgliche Umtauschen von Geschenken gehört mittlerweile fast genau so zu Weihnachten wie der Kaufmarathon davor. Die Rückgabe von ungeliebten Gaben ist jedoch nicht immer ganz einfach. Per Gesetz ist das klar geregelt. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um ein Geschenk handelt oder nicht. Grundsätzlich gilt, dass ein Geschäft die verkaufte Ware nicht zurücknehmen muss, wenn Kunden die Artikel vor dem Kauf persönlich in Augenschein nehmen konnten. Davon ausgenommen sind berechtigte Beanstandungen wie beschädigte Waren.

Die Händler in und um Niesky nehmen dieses Thema recht gelassen und gehen auf die individuellen Wünsche und Bedürfnisse der Kunden ein. Im Falle des doppelt vorhandenen Buches hat Olaf Gienapp von der Nieskyer Comenius Buchhandlung in der Schlossergasse gleich die richtige Lösung parat. „Sollte jemand ein Geschenk doppelt erhalten haben, und das Produkt bei uns erworben wurde, tauschen wir das gute Stück natürlich im Rahmen der Kulanz um. Eine Auszahlung des Betrages ist allerdings nicht möglich“. Gleich so entspannt zeigt sich Helmut Schleuder vom Kinderparadies Niesky. „Es kommt recht selten vor, dass Kunden nach dem Weihnachtsfest bei uns etwas umtauschen wollen. Wenn Bedarf besteht, werden wir als Einzelhändler natürlich mit dem Kunden eine vertretbare Lösung finden“. Sonderumtauschregeln gibt es nach dem Fest aber nicht. Wichtig ist dabei, dass sie die Ware ohne Gebrauchsspuren und in der Originalverpackung zurückgegeben. Ebenso wird es dem Beschenkten nicht erspart bleiben, den Geber um den Kassenbon zu bitten, da dieser in der Regel für den Umtausch nötig ist.

Im Bereich hochwertiger Technik kommt es hingegen äußerst selten zu Umtauschwünschen der Kunden. Das bestätigt auch Uwe Garack vom Nieskyer Fotofachgeschäft. „Wer bei uns eine Kamera oder Zubehör als Weihnachtsgeschenk kauft, hat sich in den meisten Fällen lange im Vorfeld mit den zur Verfügung stehenden Angeboten beschäftigt. Ein Umtausch kommt daher nur sehr selten vor. Sollte ein Produkt jedoch einmal nicht den Wünschen entsprechen oder einen Fehler aufweisen, tauschen wir das betreffende Produkt natürlich gern um. Das sind wir unseren Kunden einfach schuldig“. Kunden haben natürlich auch hier die Option, vor dem Kauf mit den Händler ein Sonderkündigungsrecht zu vereinbaren. Das funktioniert meistens jedoch nur bei kleineren Geschäften, wo sie Kontakt zum Inhaber aufnehmen können. Auch Veronika Urban vom Rothenburger Fachgeschäft für Unterhaltungstechnik setzt bereits im Vorfeld auf eine umfassende Beratung der Kunden. „Sollte man bei einem Artikel dennoch mal völlig daneben liegen, sind wir natürlich gern bereit zu helfen und eine Lösung zu finden. Für uns kleinere Händler bedeutet dies allerdings, das keine Barauszahlung erfolgen kann“.

Desktopversion des Artikels