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Mittwoch, 15.11.2017

Wenn das Herz zu schwach ist

Gesunde Ernährung und Bewegung beugen der Herzinsuffizienz vor. Manchmal helfen nur noch Medikamente.

Von Helene Krause

Franka Hoyer (von links) und Cynthia Berger von der Wasserwacht zeigen Peter Draßdo an einem Dummy, wie Herz-Lungen-Wiederbelebung funktioniert.
Franka Hoyer (von links) und Cynthia Berger von der Wasserwacht zeigen Peter Draßdo an einem Dummy, wie Herz-Lungen-Wiederbelebung funktioniert.

© Dietmar Thomas

Döbeln. Ultraschallbilder von zwei Herzen sind auf der Leinwand eingeblendet. Eines schlägt normal, das andere verlangsamt. Es ist krank. Beim zweiten Herztag ging es in der Sparkasse in Döbeln um das kranke Herz.

Wie schon im Vorjahr ist auch diesmal Dr. Michael Kaduk der Referent. Er ist leitender Oberarzt der Inneren Klinik am Klinikum Döbeln und spricht über die Herzinsuffizienz, die Schwäche des Herzens.

„Bei Herzschwäche muss man lernen, mit der Krankheit zu leben“, sagt er. Wie er an den Ultraschalbildern der zwei Herzen demonstriert, zieht sich das kranke Herz nur bedingt zusammen. Die Pumpleistung ist eingeschränkt. Das Herz wird größer und die Herzklappen werden undicht. Die Patienten klagen dann über Beschwerden wie Luftnot, Wasser in der Lunge, Ödeme und anderes. Ihre Nieren- und Leberwerte sind nicht mehr im Normalbereich.

Wie Kaduk sagt, können Virusinfektionen, zu hoher Alkoholkonsum oder Herzrhythmusstörungen, wenn das Herz dauernd zu schnell schlägt, zu Herzinsuffizienz führen. Auch durch Schwangerschaft kann es zu der Erkrankung kommen. Die Droge Ecstasy kann ebenfalls Herzschwäche auslösen.

Um die Störungen unter Kontrolle zu bekommen, nennt der Arzt Medikamente wie Wassertabletten, ACE-Hemmer, Betablocker oder Kalziumhemmer. Manche haben Nebenwirkungen. So kann die Langzeiteinnahme von blutverdünnenden Mitteln zu Gehirnblutungen führen. Studien zu Medikamenten ergaben, dass neuere Arzneimittel kombiniert wurden und dadurch weniger Nebenwirkungen haben.

Um einer Herzerkrankung vorzubeugen, hat Michael Kaduk einen Tipp. „Einer Herzerkrankung lässt sich durch gesunde Ernährung vorbeugen“, sagt er. Dafür nennt er auch gleich ein Beispiel. Studien an 705 Eingeborenen der Gruppe der Tsimane im Regenwald Boliviens ergaben, dass 65 Prozent der über 75-Jährigen kein Risiko für eine Herzerkrankung hatten. Sie leben in ihrem Dorf, bewegen sich viel und ernähren sich von dem, was die Natur ihnen bietet. Deshalb empfiehlt Kaduk, sich gesund zu ernähren: „Viel Obst und Gemüse, die mediterrane Küche und wenig Fett“, meint er. „Obst und Gemüse enthalten alle Nährstoffe, die der Mensch braucht.“

Bevor die Veranstaltung begann, präsentierte sich das Rote Kreuz. Mitglieder maßen auf Wunsch den Blutdruck der Besucher. Lisa Jacob erklärt den Rettungswagen. In der Eingangshalle zeigen Franka Hoyer und Cynthia Berger von der Wasserwacht Döbeln an einem Dummy, wie Herz-Lungen-Wiederbelebung funktioniert. Auch die Besucher konnten daran üben.

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