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Donnerstag, 14.09.2017

Welcher Beruf ist der richtige?

An zwei Tagen können sich Schüler auf dem Bautzener Berufemarkt orientieren. Dabei kommt es vor allem aufs Mitmachen an.

Von Carmen Schumann

Beim Berufemarkt im Bautzener Steinhaus informierte sich Benedikt Klewen (l.) am Stand von Polysax bei Clemens Vanek über Ausbildungsmöglichkeiten.
Beim Berufemarkt im Bautzener Steinhaus informierte sich Benedikt Klewen (l.) am Stand von Polysax bei Clemens Vanek über Ausbildungsmöglichkeiten.

© Carmen Schumann

Bautzen. Mit ein paar Handgriffen und dem nötigen Werkzeug wird aus einem Kunststoffrohr ein Hula-Hoop-Reifen. Staunend beobachtet der Achtklässler Benedikt Klewen von der Freien Mittelschule Weißenberg, wie geschickt Clemens Vanek vom Kunststoff-Bildungszentrum Polysax mit der Vorrichtung hantiert. Dann darf der Schüler es auch mal selbst versuchen und stellt fest, dass das gar nicht so schwer ist.

Benedikt ist einer von rund 700 Schülern, die am zweitägigen Berufemarkt im Bautzener Steinhaus teilnehmen. Insgesamt 40 Ausbildungsfirmen aus den Bereichen Dienstleistungen, Handwerk, Industrie und Soziales wollen die Schüler mit ihren Angeboten bekannt machen. Wie Jeanette Schneider, Chefin der Industrie- und Handelskammer (IHK) Bautzen, sagt, werden beim Berufemarkt neue Wege gegangen. Die Schüler sollen sich ausprobieren können, selbst mal Hand anlegen. Benedikts Mitschüler Carl Hamann bemüht sich, mit einem Fuchsschwanz einen Holzbalken passgerecht zuzusägen. Am Stand des Überbetrieblichen Ausbildungszentrums für die Bauwirtschaft kann er die Späne fliegen lassen. Carl hat zwar noch keine festen beruflichen Vorstellungen, aber er denkt, dass ihm das Handwerkliche liegt. Benedikt Klewen hingegen ist sich schon relativ sicher, dass er mal zur Bundeswehr will, die übrigens auch mit einem Stand vor Ort ist. Aber sollte das nicht klappen, möchte er sich doch schon über Alternativen informieren.

Vertreter von 40 Firmen vor Ort

Auch Leonie Grune, Zehntklässlerin aus der Daimler-Oberschule Bautzen, hat schon ziemlich feste Vorstellungen und eine Bewerbung beim Landratsamt laufen. Auf alle Fälle soll es etwas im kaufmännischen Bereich sein. Der Kontakt mit Ausbildungsfirmen habe ihr klarere Bilder geliefert. So könne sie sich vorstellen, sich als Personaldienstleistungskauffrau oder auch als Sozialassistentin ausbilden zu lassen.

Die Vertreter der insgesamt 40 Ausbildungsbetriebe, die mit den Schülern in Kontakt kommen wollen, haben unterschiedliche Erfahrungen mit der Lehrlingsausbildung gemacht. Vor allem Handwerker klagen über Nachwuchsmangel. Roland Schnölzer vom Überbetrieblichen Ausbildungszentrum für die Bauwirtschaft, sagt, dass man mit der Zahl der Lehrlinge wieder auf dem aufsteigenden Ast sei. „Aber es wäre besser, wenn sich noch mehr für eine handwerkliche Ausbildung interessieren würden“, sagt er. Dem kann Florian Tittel nur zustimmen. Der Sanitär-Installateurmeister sagt, in seinem Metier werde Nachwuchs dringend gesucht. Am Stand seiner Innung will er zeigen, wie vielseitig sein Beruf ist. Die Schüler können hier mit einem digitalen Messgerät die Wassereigenschaften prüfen. Dies sei wichtig, um das passende Material auszuwählen. Auch können die Schüler Rohrleitungen auf verschiedene Weise zusammenfügen.

Lehrlinge werden auch bei der Firma KEK aus Laußnitz gesucht. Industriemechaniker-Lehrling Georg Steiger betont, wie vielseitig sein Beruf ist. Er fügt mit den jungen Besuchern eine Zettelbox aus vorgestanzten Teilen zusammen. Beim BSW Bildungswerk Bischofswerda sollen die Schüler mit verbundenen Augen Kräuter und Gemüse erkennen. Wie Ausbilderin Carolin Schmutzler sagt, könne sie über Mangel an Bewerbern für die Ausbildung zum Hauswirtschafter nicht klagen.

Berufemarkt auch Donnerstag, 9 bis 16 Uhr.

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