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Dienstag, 02.01.2018

Was wir uns für 2018 wünschen

Worüber würden wir uns freuen, wenn wir für die Region neun Wünsche frei hätten? Die Antworten der SZ-Redakteure.

Pro Rakete ein Wunsch? Der Freitaler Himmel zeigte sich in der vergangenen Silvesternacht farbenfroh.
Pro Rakete ein Wunsch? Der Freitaler Himmel zeigte sich in der vergangenen Silvesternacht farbenfroh.

© Karl-Ludwig Oberthür

Die Silvesterfeier ist vorbei. Das neue Jahr steht in den Startlöchern. Wie wird 2018? Wenn wir hellseherische Fähigkeiten hätten, wüssten wir, was auf uns zukommt. Da uns diese als Redaktion aber nicht gegeben sind, können wir uns nur wünschen, wie das anstehende Jahr verläuft. Sicher ist: Auch 2018 wird sich in der Region wieder einiges bewegen. Im Frühjahr wird Freital mit großer Sicherheit bundesweit in den Medien sein, wenn der Prozess gegen die Gruppe Freital endet. In Grillenburg – und nicht nur dort – hofft man auf Klarheit zur Zukunft des Schlosses. Und auch in Kurort Hartha steht ein prominentes Gebäude im Fokus.

Rettung fürs Grillenburger Schloss

In der Idylle von Grillenburg ist es gelegen, still und seit Jahren verlassen. Die Hoffnung auf eine Wiederbelebung des Jagdschlosses im Tharandter Ortsteil Grillenburg wünschen sich nicht nur viele Einwohner vor Ort. Das Wahrzeichen, Denkmal und geschichtsträchtige Objekt samt Nebengebäude soll endlich eine neue Nutzung und damit auch eine Zukunft erfahren. Vielversprechende Interessenten gab es bereits. Einer Übernahme durch einen neuen Eigentümer standen Freistaat und Stadt Tharandt, denen der Gebäudekomplex gehört, zuletzt positiv gegenüber. 2018 könnte das Jahr sein, in dem es endlich wieder vorwärts geht mit dem Schlossensemble. Hoffentlich meint es der künftige Eigentümer ehrlich mit dem Objekt, setzt die vernachlässigten Gemäuer instand und rettet damit nicht nur das Schloss selbst, sondern auch einen bedeutenden Besuchermagnet. Verena Schulenburg

Ein Kompromiss für die Lederfabrik

Freital befindet sich gerade im Aufwind. An vielen Ecken entsteht Neues – inklusive eines neuen Zentrums. Doch bei aller Aufschwungseuphorie darf Freital seine Identität und Geschichte nicht vergessen. Die Lederfabrik ist eines der letzten noch erhaltenen Zeugnisse von den Anfängen der entstehenden Arbeiter- und Industriestadt. Sie teilweise zu erhalten und in einen modernen Neubau zu integrieren, könnte erstens ein Schmuckstück für die Stadt werden und zweitens ein Symbol für die Verbindung zwischen Historie und Moderne sein – und das mitten in der Stadt. Was würden der Erhalt der Fassade und der Abriss des restlichen Gebäudes kosten? Diese Variante ist bislang noch nicht untersucht worden. Das sollte die Rathausspitze in diesem Jahr nachholen. Wenn die Lederfabrik erst einmal abgerissen ist, wird das vielen leidtun. Tobias Winzer

Weniger Autoverkehr

Die Region befindet sich im Aufwind und das zieht immer mehr Verkehr auf die Straßen. In Freital beispielsweise walzt frühmorgens auf der Dresdner Straße eine Blechlawine gen Dresden, nachmittags stauen sich die Fahrzeuge in die andere Richtung. In Wilsdruff wiederum ist immer dann die Stadt verstopft, wenn es sich auf der Autobahn mal wieder staut. Weniger Autoverkehr wäre wünschenswert, und gerade Pendler können dafür auch etwas tun – nämlich umsteigen. Zwischen Tharandt und Dresden fährt parallel zur Dresdner Straße im 30-Minuten-Takt die S-Bahn und im 15-Minuten-Takt der Bus. Es wäre für alle Freitaler eine Entlastung, wenn mehr Menschen die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen oder aufs Fahrrad steigen. Das ist erst mal unbequem und erfordert mehr Zeit. Aber den Anwohnern entlang der größeren Straßen, die Lärm und Abgasen ausgesetzt sind, wäre schon geholfen, wenn der Anteil der Autos etwas sinkt. Annett Heyse

Endlich Wohnen im Kurhaus

Den Segen der Stadt Tharandt hat er erhalten. Nun liegt es am neuen Eigentümer, den Schandfleck in der Mitte des Tharandter Ortsteiles Kurort Hartha zu beseitigen. Seit Jahren steht das alte Kurhaus leer. Alle Pläne vorheriger Enthusiasten scheiterten, zuletzt die Idee, in dem Haus eine Zweigstelle des Colmnitzer Stracolandes einzurichten. Eigentümerwechsel und Geldmangel haben das prominente Gebäude in den vergangenen Jahren schwer gebeutelt. Nun liegt die Hoffnung bei einem neuen Eigentümer. Die Firma Office Morgenstern Investments will das alte Kurhaus umbauen und einen Wohnkomplex errichten. Auf dem etwa 3 700 Quadratmeter großen Grundstück soll ein Wohnpark entstehen, der Wohnraum für ältere Menschen, aber auch junge Familien bietet. Ziel des Investors sei es, dabei die Fassade des Kurhauses zum Kurplatz hin zu erhalten. Neues Leben im Kurhaus und am Kurplatz ist wünschenswert. Verena Schulenburg

Aufarbeitung der Gruppe Freital

Voraussichtlich im März 2018 endet der Prozess gegen die Gruppe Freital. Es ist sicher, dass Freital als Stadt einmal mehr im Fokus der Medien stehen wird – hoffentlich mit einer ausgewogenen und differenzierten Berichterstattung. Es ist ungerecht, wenn eine ganze Stadt als Nazi-Hochburg diffamiert wird. Das Ende des Prozesses sollte aber zugleich ein Signal sein, um sich in aller Ruhe selbst zu hinterfragen. War es Zufall, dass sich die Gruppe gerade in Freital finden konnte? Gibt es extremistische Tendenzen – ob von rechts oder links – in der Stadt? Und wenn ja, was kann dagegen getan werden? Tobias Winzer

Wieder Handel im alten Real

Es tut sich etwas am ehemaligen Real-markt auf der Burgker Straße. Doch was? Die Stadt hat mit einem Investor, der die Immobilie kürzlich erwarb, Stillschweigen vereinbart. Auch über ein im Technischen Ausschuss vorgestelltes Konzept wurde noch nichts bekannt. Lediglich durchgedrungen ist, dass es dabei auch um Einzelhandel gehen soll. Eine Eröffnung ist für das zweite Halbjahr 2018 avisiert. Schön wär es, denn das Objekt ist seit Februar 2010 ungenutzt und verfällt. Annett Heyse

Schnelles Internet für alle

Wilsdruff kämpft seit langer Zeit aktiv um schnelles Internet. Die Unternehmen investierten jahrelang nur dort, wo hohe Gewinne lockten. Jetzt zahlt auch der Steuerzahler über Fördermittel die Glasfaserkabel in Ortschaften, in denen die Telekom und andere ihrer Verantwortung bisher nicht nachkamen. Hoffentlich werden die Breitbandverbindungen nun genauso schnell bereitgestellt, wie die Anbieter mit den geförderten Leitungen Gewinne einstreichen. Hauke Heuer

Eine Kleinkunstbühne für Freital

Die Nähe zu Dresden ist ein Fluch für Freitals Nachtleben. Der Weg ist zu kurz und das Angebot zu gut. Doch warum kann man daraus nicht einen Segen machen? Gerade weil Freital so nah an Dresden liegt, könnten hier junge Musiker und Künstler auftreten, die in der großen Nachbarstadt keine Auftrittsmöglichkeiten haben. Das Problem: Es fehlt die passende Bühne mit dem passenden Konzept. Doch es gibt erste Ideen, daran etwas zu ändern. Gelingt 2018 der Durchbruch? Tobias Winzer

Ein Drogeriemarkt im Zentrum

Immer dann, wenn die SZ über Freitals neues Stadtzentrum schrieb, kam auf Facebook sofort eine Diskussion über neue Läden auf – speziell über einen Drogeriemarkt, am liebsten dm. Die Karlsruher haben auf Nachfrage bestätigt, grundsätzlich immer auf der Suche nach Ladenflächen zu sein. In Freital gibt es aktuell nur ein großer verfügbarer Laden: Im City Center unter der Stadtbibliothek sind 1 200 Quadratmeter zu vermieten. Keine schlechte Größe für einen Drogeriemarkt. Annett Heyse

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