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Freitag, 29.12.2017

Was lief gut und was eher nicht?

Die SZ-Lokalredaktion Dippoldiswalde wagt einen Rückblick auf 2017. Der ist natürlich ganz subjektiv.

Unbekannte hatten den unansehnlichen Liebenauer Kreisel mit einem Weihnachtsbaum geschmückt. Der musste aus Sicherheitsgründen an den Rand weichen.
Unbekannte hatten den unansehnlichen Liebenauer Kreisel mit einem Weihnachtsbaum geschmückt. Der musste aus Sicherheitsgründen an den Rand weichen.

© Egebert Kamprath

Osterzgebirge. Was wird uns vom Jahr 2017 im Gedächtnis bleiben? Die Bundestagswahl und ihre Folgen? Der Sturm Herwart und die Schäden, die er angerichtet hat? Oder das Säbelrasseln zwischen Nordkorea und den USA? Fest steht: Für die Region rund um Dippoldiswalde war 2017 in Summe ein recht gutes Jahr. Der Tourismus nimmt Fahrt auf, die Wirtschaft wächst. Die Leute haben durchschnittlich mehr Geld im Portemonnaie. Überall wird gebaut. Es geht merklich voran. Die Sächsische Zeitung schaut zurück, was in der Region im zu Ende gehenden Jahr gut, aber auch, was eher schlecht gelaufen ist. (SZ)

Daumen hoch oder runter

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Daumen hoch: Die Ortsdurchfahrt wurde endlich saniert.

Lange mussten die Reinhardtsgrimmaer auf ihre neue Ortsdurchfahrt warten. Im Sommer wurde die Straße fertig. Auch wenn es jüngst vereinzelt Kritik an der Gestaltung der Kreuzung am Spritzenhaus gegeben hat; in einem sind sich fast alle einig: Die Straße hat das Ortsbild aufgewertet. Außerdem bietet nun ein Gehweg mehr Sicherheit für Passanten. (SZ/mb)

Daumen hoch: Neue Kita in Hartmannsdorf-Reichenau.

Der Umbau der Kita Wiesenwichtel im Ortsteil Hartmannsdorf wurde im Spätsommer abgeschlossen. Die Kindergartenkinder sind unters Dach gezogen, und im Erdgeschoss wurde für die Kleinsten umgebaut. Dadurch eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten, denn ab sofort dürfen dort auch Kinder ab einem Jahr betreut werden. (SZ/aeh)

Daumen hoch: Die Perlen im Landkreis sind im Osterzgebirge zu finden.

Gleich zwei Ortsteile der Stadt Altenberg haben beim 10. Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ mitgemacht. Dabei sind sie alles andere als Dorf. Schellerhau und Oberbärenburg zählen zwar nur über 400 bzw. rund 230 Einwohner. Sie sind eher klein, aber oho! Beide sind Staatlich anerkannter Erholungsort. Die Jury bezeichnete sie als die Perlen des Osterzgebirges, und sie mussten die Konkurrenz im Landkreis aus Birkwitz-Pratzschwitz und Oelsa nicht fürchten. Am Ende gewann Oberbärenburg den Kreiswettbewerb und ist für den Landesvergleich 2018 qualifiziert. (SZ/ks)

Daumen hoch: Eine weitere Ruine konnte abgerissen werden.

Jahrelang bemühten sich die Schlottwitzer um eine Nachnutzung für die frühere Ausflugsgaststätte Klein-Tirol. Weil es die nicht gab, ließ die Stadt Glashütte das zur Ruine verkommene Gebäude abreißen. (SZ/mb)

Daumen hoch: Das Schloss wird attraktiver.

Über Jahre gammelten die Gebäude des früheren Wirtschaftshofes von Schloss Lauenstein vor sich hin – auch das Torhaus mit dem wunderschönen Stuckraum. Nun ist Rettung in Sicht. Die Stadt Altenberg kann vier der acht Häuser des Wirtschaftshofes mit Geld vom Bund sanieren. 3,5 Millionen Euro stehen bereit, um die Gebäude zu sanieren und so vorzurichten, dass sie von den Lauensteinern und dem Osterzgebirgsmuseum genutzt werden können. Auch der Raum mit dem urigen Kellergewölbe unter dem Schweizerhaus wird auf Vordermann gebracht. Die Arbeiten haben endlich begonnen. Ende 2018 soll und muss das Bauvorhaben abgeschlossen sein. Das kleine Städtchen oberhalb der Müglitz dürfte danach einen Hingucker mehr haben. (SZ/mb)

Daumen hoch: Der Bürgersinn entwickelt sich in Dippoldiswalde.

Die Stadt zieht sich aus finanziellen Gründen aus vielen freiwilligen Aufgaben zurück. Aber die Dippoldiswalder Bürger lassen es sich nicht nehmen, ihre Feste weiter zu feiern, und springen selbst in die Bresche. In der Stadt zeigt sich ein Bürgersinn, der sich selbst große Aufgaben vornimmt. Speziell für die Organisation des Stadtjubiläums „800 Jahre Dippoldiswalde“ hat sich ein Verein gegründet, der dieses sowie andere Feste und Veranstaltungen auf ehrenamtlicher Basis organisiert. (SZ/fh)

Daumen runter: Der Kreisel an der A17 ist und bleibt hässlich.

Es sah erfolgversprechend aus, als der Altenberger Stadtrat Andreas Büttner eine Debatte um die Gestaltung des Liebenauer Kreisverkehrs in Gang setzte. Dieser befindet sich aus Richtung A17 am Eingang des Stadtgebietes und wirkt wenig einladend. Büttner wollte das ändern und gab Tipps, wie es andere gemacht haben. Es gab zwar Reaktionen. Doch passiert ist nichts. Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr stellt Bedingungen und sieht die Stadt am Zuge. Diese wiederum sieht nicht ein, dass sie vor der Gestaltung viel Geld für die Planung ausgeben soll. So ist der Kreisel hässlich geblieben. (SZ/mb)

Daumen runter: Zur Fusion gibt es immer noch keine Entscheidung.

Hartmannsdorf-Reichenau möchte sich mit Frauenstein zusammentun und kämpft dafür schon seit mehr als vier Jahren. 66 Prozent hatten damals beim Bürgerentscheid für die Fusion gestimmt, doch das Verwaltungsgericht Chemnitz lehnte ab. Zu Unrecht, wie Bürgermeister Reinhard Pitsch und die Befürworter finden. Eine endgültige Entscheidung ist bis heute nicht gefallen. Das Oberlandesgericht Bautzen hat nach mehr als einem Jahr noch immer nicht darüber entschieden, ob die Berufung zugelassen wird. (SZ/aeh)

Daumen runter: Die Hydraulik ist weiter ein unansehnlicher Fleck.

Die Industrieruine der ehemaligen Hydraulik in Dippoldiswalde ist seit Jahren ein Streitpunkt in der Kommunalpolitik. Sie prägt den Ortseingang direkt an der B170. Aber eine Lösung, wie die Fläche saniert und neu genutzt werden kann, ist nicht erkennbar. Im Herbst hat sich auch Rewe – der Handelskonzern wollte dort einen Markt errichten – neu orientiert. Damit ist die Zukunft des Hydraulik-Geländes wieder völlig offen. (SZ/fh)

Daumen runter: Der Straßenbau lässt auf sich warten.

2017 haben viele Johnsbacher fest damit gerechnet, dass ihre Ortsdurchfahrt endlich erneuert wird. Doch nichts passierte. Die Anwohner waren wütend und luden den Beigeordneten des Landrates, Heiko Weigel, ein. Der kam und erklärte, dass auch er ungeduldig sei. Weigel warb um Verständnis: „Beim Straßenbau gilt: Achtzig Prozent sind Vorbereitung, und nur zwanzig Prozent sind das, was sichtbar ist – der Bau selbst.“ (SZ/mb)