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Dienstag, 14.11.2017

Warum hat die Evakuierung des Pflegeheimes so lange gedauert?

Die Bombenentschärfung in Heidenau in der Nacht zu Dienstag verzögerte sich. Das hatte mehrere Gründe.

Von Heike Sabel

Für die Einsatzkräfte war die Organisation und Abwicklung der Evakuierung eine echte Herausforderung – und für die Betroffenen eine Belastung.
Für die Einsatzkräfte war die Organisation und Abwicklung der Evakuierung eine echte Herausforderung – und für die Betroffenen eine Belastung.

© Marko Förster

Heidenau. Für die 74 Bewohner des Pflegeheimes auf der Friedrich-Engels-Straße und die Mitarbeiter war die Nacht besonders aufregend. Die Leitung war mit als Erste über den Bombenfund und die Evakuierung informiert worden. Trotzdem hieß es gegen Mitternacht, die Entschärfung verzögere sich, weil das Heim noch nicht evakuiert war. Was war geschehen?

Bereits gegen 20.30 Uhr waren alle Bewohner für die Evakuierung fertig. 35 saßen in ihren Rollstühlen und warteten. Für alle sollte es ins Johanniter-Stift auf der Burgstraße gehen. Das hatte sich bei den vergangenen Hochwassern bewährt. Der Transport dauerte jedoch, weil die Katastrophenschutzfahrzeuge zwar Tragen haben, aber nicht auf Rollstühle eingerichtet sind. Die älteren Leute mussten also von den Rollstühlen auf die Tragen umsteigen. Die meisten brauchten Hilfe. Das kostete Zeit und Bewohner wie Mitarbeiter und Helfer Kraft.

Als bis auf acht Bewohner alle im Stift waren, gab es die Information, es könnte bis 8 Uhr morgens dauern. Daraufhin entschied die Pflegedienstleitung: So lange können die alten Leute nicht auf Stühlen sitzen. Wir brauchen die Betten vom Heim. Die zu transportieren, wäre ein zusätzlicher riesiger Kraftakt gewesen. So weit kam es zwar nicht, trotzdem dauerte es.

Inzwischen war die Polizei im Heim gewesen und stellte fest: Die Mauern sind dick genug. Die Bewohner können zurück. 24 Personen dürfen jedoch nicht in ihre Zimmer, weil die Fenster im Richtung Gefahrengebiet liegen. Die Betten dieser Bewohner wurden in andere Bereiche gestellt. Der Rücktransport vom Stift dauerte auch wieder. Gegen halb eins schließlich waren alle wieder in ihren Betten, berichten die Heimleiterin und die Pflegedienstchefin und danken allen Mitarbeitern und Helfern.

„Ich bin heilfroh, dass es allen gutgeht“, sagt Heimleiterin Antje Gietzelt am Dienstag. Die Bewohner hätten etwas länger geschlafen, dann gab es den täglichen Gottesdienst.