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Freitag, 29.12.2017

Warum der Stadtwirtschaftshof teurer wird

Um die 700 000 Euro mehr muss Radeberg für den Neubau einplanen. Der Grund liegt unter anderem im Boden.

Von Jens Fritzsche

Spätestens im Dezember 2018 soll der Neubau für den Radeberger Stadtwirtschaftshof am Bruno-Thum-Weg fertig sein. Unter anderem wegen der derzeit allerorten explodierenden Baupreise wird der Neubau wohl rund 700000Euro teurer werden.
Spätestens im Dezember 2018 soll der Neubau für den Radeberger Stadtwirtschaftshof am Bruno-Thum-Weg fertig sein. Unter anderem wegen der derzeit allerorten explodierenden Baupreise wird der Neubau wohl rund 700 000 Euro teurer werden.

© Thorsten Eckert

Radeberg. Natürlich ist die Sache ärgerlich, auch wenn sie irgendwie nicht wirklich überraschend kommt: Der derzeit hinterm Feuerwehrgerätehaus am Bruno-Thum-Weg wachsende Neubau des Stadtwirtschaftshofs wird teurer. Mit rund 700 000 Euro mehr rechnet das Rathaus; und ließ sich die Mehrausgaben nun auch vom Stadtrat in dessen letzter Sitzung des Jahres absegnen.

Wenig überraschend ist das Ganze, weil derzeit allerorten die Baukosten regelrecht explodieren. Es wird einfach quasi an allen Ecken und Enden gebaut, die Nachfrage nach Baufirmen ist groß und das lässt die Preise in die Höhe schnellen. Erst vor gut einem Jahr hatte der Stadtrat ja bekanntlich den Start der Sanierung des Wiesenwegs im Ortsteil Ullersdorf auf diesen Herbst verschoben, weil die Firmen bei der ersten Ausschreibung der Arbeiten einfach viel zu hohe Preise aufgerufen hatten. Auch die geplante Fußgängerbrücke über die Röder neben der Straßenbrücke an der Kurve von der Dresdener Straße in die August-Bebel-Straße im Gelbke-Hain ist zunächst mal für gut ein Jahr aufs sprichwörtliche Eis gelegt; auch das wegen der Kosten.

Beim Bau des Stadtwirtschaftshofs aber kann nichts mehr auf Eis gelegt werden. Denn der Bau läuft ja bereits. Und hier rechnet die Stadt mit Blick auf die Baupreise mit rund zehn Prozent mehr. Bei der Kostenschätzung für die Ausschreibung des Neubaus war man im Bauamt im März 2016 von insgesamt rund 3,155 Millionen Euro Baukosten ausgegangen – heißt also, gut 350 000 Euro mehr muss die Stadt nun wohl an die Baufirmen überweisen. Geschätzt, darauf legte Radebergs Stadtoberhaupt Gerhard Lemm (SPD) im Stadtrat wert, als über die Mehrkosten debattiert wurde. Wobei, eine große Diskussion hatte es nicht wirklich gegeben. Auch die Stadträte waren nicht sonderlich überrascht.

Boden tauschen und entsorgen

Eine Überraschung hatte es aber dennoch gegeben. Und zwar eine im Boden der Baufläche. Und das war keine wirklich freudige Überraschung gewesen; denn sie macht eben die andere Hälfte der insgesamt 700 000 Euro Mehrkosten für den Neubau am Bruno-Thum-Weg aus! „Während der Bauarbeiten waren in tiefen Bodenschichten hausmüllartige Massen gefunden worden“, ärgerte sich auch Stadtoberhaupt Gerhard Lemm.

Denn dieser Boden war eben nicht „nur“ ziemlich „müllhaltig“, sondern hätte auch die geplanten Freiflächen für den Stadtwirtschaftshof nicht getragen. Heißt, die schwere Technik, die dann hier über den Hof rollen soll, hätte regelmäßig zu „Schlaglöchern“ geführt. Rund 2 000 Tonnen Boden mussten nun also ausgetauscht und entsorgt werden. Was 200 000 Euro gekostet hat.

Hinzu kamen die gleichen Probleme auf dem Areal, auf dem die Regenwasser-Rückhalte-Anlage entstehen soll. Auch hier lagen Dinge im Boden, die weder da hingehören, noch bei den Proben zuvor entdeckt worden waren. Auch hier, weil der Hausmüll offenbar einfach zu tief gelegen hatte. Also muss die Stadt nun auch für diesen Bereich rund 150 000 Euro mehr ausgeben. Macht alles in allem also rund 700 000 Euro mehr, womit der Neubau dann also gut vier Millionen Euro kosten wird.

Bis spätestens Dezember 2018 soll der Bau fertig sein – und damit werden die Mitarbeiter endlich vernünftige Bedingungen bekommen, die am bisherigen Standort am Dammweg schon lange nicht mehr gegeben sind. Ein Büro- und Sozialgebäude wächst dabei am Bruno-Thum-Weg, an das sich eine große Halle mit Stellplätzen für insgesamt 18 Fahrzeuge anschließt. Auch Lagerflächen für die Winterdiensttechnik wird es geben. Und im Außenbereich entsteht zudem ein Waschplatz für die Fahrzeuge des Wirtschaftshofs.