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Freitag, 13.10.2017

Warten auf den Malter-Radweg

Für die Brücke über Bormanns Grund gibt es bisher kein Fördergeld. Damit verzögert sich noch viel mehr.

Von Franz Herz

Die Brücke über Bormanns Grund in Malter mit dem Eisenbahnviadukt im Hintergrund ist in schlechtem Zustand. Sie muss ebenso wie die Brücken über den Lämmer- und den Tännichtgrund saniert werden. Dabei soll jeweils auch eine Radspur eingerichtet werden. Dann kann nach Abschluss der Brückenarbeiten auch ein Radweg rings um die Talsperre gebaut werden.
Die Brücke über Bormanns Grund in Malter mit dem Eisenbahnviadukt im Hintergrund ist in schlechtem Zustand. Sie muss ebenso wie die Brücken über den Lämmer- und den Tännichtgrund saniert werden. Dabei soll jeweils auch eine Radspur eingerichtet werden. Dann kann nach Abschluss der Brückenarbeiten auch ein Radweg rings um die Talsperre gebaut werden.

© Egbert Kamprath

Dippoldiswalde. Ein Radweg rings um die Talsperre Malter, diesen Wunsch haben Anwohner und Gäste schon seit Jahrzehnten. Es gab bereits Pläne, welche Brücken noch alle saniert werden müssten, bis auch der Radweg an die Reihe kommen würde. Das Jahr 2020 wäre ein möglicher Bautermin gewesen. Das nächste Vorhaben sollte die Sanierung und Erweiterung der Brücke über Bormanns Grund in Malter sein.

Doch hier klemmt es, wie das Landratsamt auf eine Anfrage der Sächsischen Zeitung mitteilte. Bisher gibt es keine Fördergelder für das Vorhaben. Insgesamt sollte die Instandsetzung der Brücke rund eine Million Euro kosten. Einen Anteil von 900 000 Euro will der Landkreis aus Fördermitteln bezahlen und 100 000 Euro aus seinen eigenen Mitteln einsetzen.

Aber das funktioniert bisher nicht. Anfang des Jahres hat der Landkreis die Förderung für das Vorhaben beantragt, aber bisher noch kein Geld bekommen. Daher kann das Landratsamt das Bauprojekt auch nicht ausschreiben, wie Martina Aurisch, die Leiterin des Amtes für Straßenbau und Verkehr, informierte.

Dennoch ist sie zuversichtlich, dass sich in absehbarer Zeit etwas bewegt. Deswegen lässt sie bis Februar 2018 einige Bäume fällen, damit die Bauarbeiter genug Platz haben. Sobald die Fördermittel zugesagt sind, können die Arbeiten ausgeschrieben werden. Das nimmt dann rund zwei Monate in Anspruch.

Die Bauarbeiten selbst werden rund sechs Monate dauern. Bisher ist abgestimmt zwischen Landkreis, Stadt Dippoldiswalde und Landestalsperrenverwaltung, dass nächstes Jahr gebaut wird. Sollten aber bis März, spätestens April 2018 immer noch keine Fördergelder zugesagt sein, muss ein späterer Zeitraum ins Auge gefasst werden.

Damit würden sich alle weiteren Brückenbauvorhaben, die rings um die Malter-Talsperre noch ausstehen, entsprechend zeitlich verschieben. Denn es kann immer nur eine Brücke gebaut werden, damit die Häuser vor und hinter der Brücke weiter erreichbar bleiben.

Derzeit wird der Bau der Brücke über den Lämmergrund in Paulsdorf vorbereitet. Dann soll die Instandsetzung der Brücke über den Tännichtgrund zwischen Dippoldiswalde und Paulsdorf folgen. Wenn das alles erledigt ist, kann auch endlich ein Radweg rings um die Malter-Talsperre gebaut werden.

Die Brücken stammen durchweg aus der Zeit, als die Talsperre errichtet wurde. Sie sind also in die Jahre gekommen, und in den letzten Jahren hat auch der Verkehr zugenommen, sodass die alten Bauwerke auch stärker beansprucht werden als zur Zeit ihrer Entstehung. Die Auswirkungen sind an der Brücke über Bormanns Grund erkennbar. Sie muss eine neue Abdichtung erhalten. Denn derzeit dringt Feuchtigkeit in das Bauwerk ein und richtet dort Schäden an. Damit die neue Dichtung aufgebracht werden kann, muss der gesamte Fahrbahnaufbau entfernt werden. Auch die Betonkappen auf beiden Seiten werden abgerissen und erneuert. Ebenfalls an den Unterseiten der Brückenbögen sind Bereiche des Bauwerks beschädigt. Diese werden auch erneuert.

Während der Bauzeit wird die Brücke komplett gesperrt. Für die Fußgänger wird ein Übergang über die Brücke ermöglicht, der mit einem Bauzaun abgetrennt wird. Die Busse können aber auf keinen Fall darüber fahren. Sie fahren bis Malter und drehen wieder um. Dafür wird in der Nähe des Bootshauses auf der Seite in Richtung Dippoldiswalde eine Wendestelle eingerichtet. Momentan ist das aber alles graue Theorie, solange die Finanzierung für diese Arbeiten nicht steht.