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Mittwoch, 03.01.2018

Wann kommt der Schnee?

Der Start ins neue Jahr war fast frühlingshaft. Ganz anders der Januar vor einem Jahr. Rückblick eines Hobby-Meteorologen.

Dietmar Pscheidt aus Goldbach beobachtet seit langem das Wetter im Bischofswerdaer Land.
Dietmar Pscheidt aus Goldbach beobachtet seit langem das Wetter im Bischofswerdaer Land.

© Steffen Unger

Goldbach. Temperaturen bis zu 9 Grad Celsius und Regen sagen die Meteorologen für diesen Freitag voraus. Ganz anders war der 5. Januar 2017: Da kam der Schnee ins Schiebocker Land. Und er blieb bis zum 12. Februar liegen. „Der Januar des vergangenen Jahres war wieder ein echter Wintermonat mit einer mittleren Temperatur von minus 3,6 Grad Celsius“, sagt der Goldbacher Hobby-Meteorologe Dietmar Pscheidt mit Blick auf das Wetter im Jahr 2017. Die Schneedecke reichte über einen Monat zum Skifahren. Was brachte das Wetter 2017 noch?

Der sehr milde März hatte mit plus 2,3 Grad die größte Temperaturabweichung des Jahres. Deutschlandweit war der März in einigen Regionen der „wärmste“ Monat seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881. Nicht so in Goldbach, wo der März 2014 mit 7,1 Grad noch milder als 2017 (6,3 Grad) war. Die kalte zweite Aprilhälfte verdarb die Hoffnung auf einen Aprilsommer und machte den Obstbäumen zu schaffen. Drei Frosttage sowie erstmals wieder Frost im Mai sind ein Beleg dafür.

„Wir erlebten 2017 einen typischen meteorologischen Sommer“, sagt Dietmar Pscheidt. Trotz seiner Wechselhaftigkeit (Wirkung des Siebenschläfers; Ausfall der Hundstage; kaum ein stabiles Hoch) war der Sommer nicht unfreundlich und seine Temperaturen lagen leicht über dem langjährigen Mittel.

Vor allem in den Sommermonaten entwickelten sich einige schwere Gewitter. Es gab häufig Unwetterwarnungen. Trotzdem hielt sich der Niederschlag des Sommers mit 288 Millimetern (288 Liter auf den Quadratmeter) in Grenzen. Von Starkniederschlägen wie in anderen Gebieten Deutschlands blieben wir verschont. Tief „Alfred“ brachte um den 25. Juli bis zu 302 Milliliter Regen in 72 Stunden. Schwierig wurde es im Bischofswerdaer Land, als am 22. Juni ein heftiges Unwetter über die Region hinwegzog und vor allem für Sturmschäden sorgte. Gewitter über aufgeheizten Siedlungen sind immer eine Gefahr. Zu erwähnen wären für den Jahresverlauf drei schwere Herbststürme namens „Sebastian“ (13. September) „Xavier“ (5. Oktober) und „Herwart“ (29. Oktober). In Folge dieser Unwetter mussten Bahnstrecken in der Region gesperrt werden.

Die Jahresdurchschnittstemperatur von 9,1 Grad lag um 0,1 Grad über dem 22-jährigen Mittel von 9,0 Grad in Goldbach. Die niedrigste Temperatur 2017 wurde am 6. Januar mit minus 13 Grad gemessen, der Höchstwert 31 Grad jeweils am 22. Juni und 1. August. Im ländlichen Bereich von Bischofswerda ist weder eine auffallende Erwärmung noch Abkühlung feststellbar. Der Jahresniederschlag lag mit knapp 900 Millimetern etwa 50 Millimeter über dem 22-jährigen Mittelwert. (SZ)