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Donnerstag, 27.04.2017

Wann beginnt der EKZ-Umbau?

Der neue Eigentümer des Radeberger Einkaufszentrums hat viel vor an der Badstraße.

Von Jens Fritzsche

Die Passage im EKZ an der Badstraße in Radeberg wird ihr Gesicht wandeln. Das in die Jahre gekommene Einkaufszentrum wird komplett umgebaut, die Passage wird kürzer, die großen Mieter wie Konsum und Aldi bekommen mehr Platz. Und auch eine Drogerie soll sich hier ansiedeln.
Die Passage im EKZ an der Badstraße in Radeberg wird ihr Gesicht wandeln. Das in die Jahre gekommene Einkaufszentrum wird komplett umgebaut, die Passage wird kürzer, die großen Mieter wie Konsum und Aldi bekommen mehr Platz. Und auch eine Drogerie soll sich hier ansiedeln.

© Thorsten Eckert

Radeberg. Die Umbaupläne für das Einkaufszentrum an der Badstraße in Radeberg haben jüngst nicht nur den Stadtrat bewegt, sondern natürlich auch die zahlreichen Kunden. Denn als der Radeberger Stadtrat über den Umbau-Antrag entschied, waren auch die ersten Details zu den Plänen bekannt geworden (SZ berichtete). So will das Immobilien-Unternehmen Defama – die Berliner hatten das EKZ vor anderthalb Jahren für 5,5 Millionen Euro gekauft – die Laden-Passage halbieren, den beiden großen Mietern Konsum und Aldi mehr Platz einräumen und zudem wieder eine Drogeriekette an die Badstraße locken. Seit der deutschlandweiten Pleite von Schlecker ist das Einkaufszentrum ja ohne Drogeriemarkt. Verringern wird sich hingegen die Zahl der kleinen Geschäfte. Was einigen Stadträten zwar missfiel, dennoch gingen die Pläne einstimmig durch.

Für Wirbel hatte dabei vor allem die Aussage im Stadtrat gesorgt, dass das EKZ für den Umbau wohl um die neun Monate schließen muss. „Das ist so, weil es sich nicht um eine Sanierung handelt, sondern eben tatsächlich um einen kompletten Umbau“, macht Matthias Schrade klar, der Geschäftsführer von Eigentümer Defama. So sollen beispielsweise die Eingänge zu den beiden Lebensmittelmärkten und der Drogerie künftig nicht mehr durch die Passage, sondern von außen möglich sein.

Neuer Zuschnitt geplant

Dass Konsum und Aldi mehr Platz bekommen, ist dabei eine Voraussetzung, für deren Verbleib im EKZ und damit auch für den Erhalt des Einkaufszentrums insgesamt, denn beide seien sogenannte Ankermieter, die Grundsteine quasi auf denen das Center wirtschaftlich ruht. Das EKZ wird während des Umbaus sozusagen komplett entkernt und bekommt dann im Inneren einen neuen Zuschnitt. Wobei es nicht nur im Inneren Neuerungen geben soll, sondern das EKZ wird auch in Sachen Fassade moderner werden.

Starten wird der Umbau dabei aller Voraussicht nach im Frühjahr 2019, so Matthias Schrade. Läuft alles nach Plan, sollen die Kunden das Weihnachtsgeschäft 2019 schon im neuen EKZ erleben. Dass der Baustart also noch gut zwei Jahre auf sich warten lässt, ist vor allem mit den vielen bürokratischen Hürden zu erklären, die zunächst genommen werden müssen. „Ich sage nur Brandschutz“, verweist der Defama-Chef auf die zahlreichen gesetzlichen Vorgaben, die ein solches Projekt mit sich bringt. Während der Umbauphase geöffnet bleibt dabei in jedem Fall der Toom-Baumarkt, der auf dem Areal sein Domizil hat, stellen die Eigentümer klar.

Eine der am hitzigsten diskutierten Fragen in Radeberg ist dabei, wer der neue Drogerie-Mieter sein wird. Jede Menge Namen – natürlich auch die der beiden großen Konkurrenz-Ketten für den im Stadtzentrum ansässigen Rossmann-Markt – wabern derzeit durch die Bierstadt. Eine Antwort gibt es aus Berlin bisher nicht; dafür sei es noch zu früh.

Zentrum agiert als Nahversorger

Die inhaltliche Ausrichtung des Einkaufszentrums bleibe aber trotz der Umgestaltung erhalten, versichert Matthias Schrade. Das EKZ werde auch künftig vor allem als sogenannter Nahversorger agieren. Ein Fakt, der im Übrigen auch die Stadträte in ihrem Ja zu den Umbauplänen bestärkt hatte. „Das EKZ ist für das in den vergangenen Jahren massiv gewachsene und auch weiter wachsende nahe Wohngebiet am Sandberg zum wichtigen Einkaufsstandort geworden“, machte zum Beispiel Radebergs OB Gerhard Lemm (SPD) deutlich, dass er mittlerweile sozusagen seinen Frieden mit dem Standort am Rande der Stadt gemacht hat, obwohl ihm insgesamt ein Einkaufszentrum in der Innenstadt lieber gewesen wäre. „Aber als ich hier anfing, gab es das EKZ nun mal schon …“

Auch eine andere Gefahr scheint es nicht zu geben: Nämlich, dass es sich hier sozusagen um ein „Aufhübschen“ handeln könnte, um das Center anschließend an einen neuen Eigentümer gewinnbringend weiterzuverkaufen. Das hatte Defama-Chef Matthias Schrade bekanntlich schon vor einem Jahr ausgeschlossen, als er im Gespräch mit der SZ erklärte, warum sich sein Unternehmen für das EKZ in Radeberg entschieden habe. Die Unternehmens-Strategie von Defama sei es, gut ausgelastete und funktionierende Handelszentren in vergleichsweise kleinen Städten zu kaufen, um hier dann über Mieteinnahmen eine Rendite zu erzielen. Für Radeberg spreche dabei in jedem Fall, dass die Bierstadt ein sehr gut funktionierender Wirtschaftsstandort mit ausreichend Kaufkraft in der Bevölkerung sei.