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Donnerstag, 07.12.2017

Waldheim will neue Kita bauen

Die Stadt geht neue Wege bei der Anmeldung der Kinder in den Einrichtungen. Allerdings ist in diesen der Platz knapp.

Von Elke Görlitz

Nadine Rausch und Töchterchen Lea-Sophie finden die Kita in Döbeln Ost prima. Solch einen Containerbau würde auch Waldheim favorisieren, wie Bürgermeister Steffen Ernst sagt.
Nadine Rausch und Töchterchen Lea-Sophie finden die Kita in Döbeln Ost prima. Solch einen Containerbau würde auch Waldheim favorisieren, wie Bürgermeister Steffen Ernst sagt.

© Dietmar Thomas

Waldheim. Zwar entstehen in der Kindertagesstätte „Wasserplanscher“ zurzeit zwölf neue Plätze. „Doch damit ist unser Kapazitätsproblem nicht gelöst“, gibt Bürgermeister Steffen Ernst (FDP) zu. Die fünf Waldheimer Kindereinrichtungen sind ausgelastet, vor allem im Kindergartenbereich. Dass der Ansturm nicht nachlassen wird, führt der Bürgermeister auf Zuzug von Familien und entsprechend auf die Zahl der Nachfrage nach Bauplätzen für Eigenheime und auch nach größeren Mietwohnungen zurück. „Die in der Größe zwischen 100 und 115 Quadratmetern sind zurzeit sehr gefragt“, weiß er von den Vermietern. „Früher haben wir Wohnungen geteilt, jetzt geht der Trend in die andere Richtung“, so der Bürgermeister.

Modulbauweise spart Zeit

Aufgrund dieser erfreulichen Entwicklung würden Stadtverwaltung und Stadtrat den Neubau eines Kindergartens planen. Allerdings sind diese Pläne noch recht vage. „Wir sind uns noch nicht über die Größe im Klaren“, sagt das Stadtoberhaupt. Aber die Verwaltung sondiere bereits, welches Grundstück für einen Neubau in Frage käme. Ernst käme ein Bauplatz in der Oststadt nicht ungelegen, dieser Stadtteil könnte nach seiner Auffassung besser mit Kitas versorgt sein. Doch: „Berücksichtigen müssen wir bei der Suche, dass auch genügend Freifläche und Platz zum Parken vorhanden ist für die Eltern, die Kinder bringen oder abholen.“ Welche Bauplätze konkret im Blick sind, verriet er nicht. Aber dass er durchaus eine Modulbauweise, wie sie Döbeln für den Neubau in Döbeln Ost wählte, favorisieren würde. „Wegen der kurzen Bauzeit“, begründet der Bürgermeister. Angeschaut haben sich die Waldheimer die Döbelner Einrichtung bereits und seien mit Gebäude und Ausstattung zufrieden gewesen. Wie viel Geld der Neubau kosten würde, stehe wegen der noch nicht festgelegten Kapazität noch nicht fest. „Etwa 20 000 Euro rechnet man beim Neubau für einen Kindergartenplatz“, ergänzte er auf Nachfrage.

Problem: doppelte Anmeldungen

Um den Bedarf genauer planen zu können, hat sich die Stadt in Mittweida ein Anmeldeverfahren „abgeschaut“. Ab 1. Januar ist die Anmeldung in einer Kindereinrichtung nur noch mit der Kita-Anmeldekarte möglich, die im Bürgerbüro nach der Geburt eines Kindes bei Vorlage der Geburtsurkunde kostenlos beantragt wird. Wie mit der Kita-Karte verfahren wird, ist auf dem Flyer erklärt, der den Antrag auf die Anmeldekarte und Informationen zu den Kitas „Tierhäuschen“, „Zschopauknirpse“, „Wasserplanscher“, „Wirbelwind“ und „Schulbergstrolche“ enthält.

Ist nach Antragstellung die Kita-Karte vom Bürgerbüro ausgefüllt, können die Erziehungsberechtigten damit die Einrichtung ihrer Wahl ansteuern und zwar frühestens ein Jahr vor der gewünschten Aufnahme des Kindes. Ist Platz vorhanden, behält die Kita-Leitung die Anmeldkarte ein und schließt ein Vierteljahr vor Aufnahme des Kindes den Betreuungsvertrag mit den Eltern ab. Hat die Wunscheinrichtung keinen Platz, kann mit der Karte die nächste Einrichtung aufgesucht werden. Erst nach drei Absagen wenden sich die Eltern dann an die Mitarbeiter des Sachgebiets Kindertagesstätten bei der Stadtverwaltung. Dort müssen auch Auswärtige, die ihr Kind in einer Waldheimer Einrichtung betreuen lassen möchten, die Anmeldekarte beantragen.

Vorteile habe das Verfahren für beide Seiten. „Die Verwaltung verhindert damit doppelte und dreifache Anmeldungen. So lässt sich der tatsächliche Bedarf an Betreuungsplätzen ermitteln“, sagt Bürgermeister Ernst. Die Eltern hätten den Vorteil, dass sie frühzeitig verbindlich wüssten, wo ihr Kind betreut wird. Wechselt das Kind die Einrichtung, „geht“ die Karte mit. Doch sie wird von der Einrichtung einbehalten, falls Eltern den Betreuungsvertrag nicht erfüllen und zum Beispiel Kita-Gebühren nicht zahlen. Ohne Kita-Karte können sie ihr Kind dann nicht in einer anderen Einrichtung unterbringen.

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