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Dienstag, 02.01.2018

Waggonbau Niesky stellt Insolvenzantrag

Dritter Tiefschlag für die Wirtschaftsregion rund um Görlitz: Zur Sorge um die Arbeitsplätze bei Siemens-Turbinenbau und Bombardier-Waggonbau kommt nun ein Insolvenzverfahren über das Unternehmen WBN Waggonbau Niesky GmbH. Dort arbeiten 400 Menschen.

Von Georg Moeritz

In einer Werkshalle der WBN Waggonbau Niesky GmbH. Hier sind jetzt rund 400 Arbeitsplätze in Gefahr.
In einer Werkshalle der WBN Waggonbau Niesky GmbH. Hier sind jetzt rund 400 Arbeitsplätze in Gefahr.

© dpa

Niesky. Der dritte Tiefschlag für die Wirtschaftsregion Görlitz: Zur Sorge um die Arbeitsplätze bei Siemens-Turbinenbau und Bombardier-Waggonbau kommt nun ein Insolvenzverfahren über das Unternehmen WBN Waggonbau Niesky GmbH. Dort arbeiten rund 400 Menschen.

Das Amtsgericht Dresden bestellte am Dienstag den Dresdner Anwalt Jürgen Wallner zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Der sagte der SZ, er werde sich rasch kundig machen. Verwalter und Industriegewerkschaft Metall zeigten sich auf SZ-Anfrage optimistisch, dass der Waggonbaubetrieb neue Investoren findet.

Laut WBN-Geschäftsführer Eduard Janßen ist die Fabrik sehr gut ausgelastet, doch in diesem Quartal drohte Zahlungsunfähigkeit. Das Unternehmen habe die Kosten bei wichtigen Aufträgen nicht in den Griff bekommen, etwa bei Kesselwagen für den Salztransport. Lkw-Transportwagen für den Eurotunnel wurden im vorigen Jahr ausgeliefert, ein erhoffter Folgeauftrag ist noch nicht unterschrieben.

Die Nieskyer Waggonbauer hatten erst voriges Jahr das Jubiläum 100 Jahre Schienenfahrzeugbau in der Stadt gefeiert. Nun werden die rund 320 Beschäftigte und 100 Leiharbeiter erst einmal Insolvenzgeld von der Arbeitsagentur bekommen. Der Betrieb hat schon viele Besitzwechsel hinter sich. 2014 verkaufte die Deutsche Bahn ihn an das Münchner Unternehmen Quantum Capital Partners. Laut Ostsachsens IG-Metall-Bevollmächtigtem Jan Otto haben die neuen Besitzer kaum investiert, aber „Kohle ohne Ende rausgezogen“. Er hoffe auf bessere Investoren. Große Gläubiger hielten zum Unternehmen.