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Freitag, 16.03.2018

Vorteil Dresden

Der DSC ist die Mannschaft der Stunde. Auf dem Weg zu einem zweiten Titel muss Potsdam im Viertelfinale besiegt werden.

Von Michaela Widder

Egal, wem Mareen Apitz (M.) den Ball zuspielt – oft geht es erfolgreich für den DSC aus.
Egal, wem Mareen Apitz (M.) den Ball zuspielt – oft geht es erfolgreich für den DSC aus.

© Robert Michael

Wenn man Alexander Waibl kurz vor dem Start in die entscheidende Saisonphase nach seinem Gefühl für diese Mannschaft fragt, sagt der Trainer vier Dinge: „Die Mannschaft ist in sich sehr geschlossen, weiß, dass sie guten Volleyball spielt, hat schon viel geleistet und kann mit Stresssituationen umgehen.“ Das dürften auch entscheidende Erfolgsfaktoren sein im Kampf um jede Meisterschaft.

Doch der Weg zu einem zweiten Titel in diesem Jahr ist auch für die Dresdner Volleyballerinnen noch weit, und in üblicher Vereinsmanier denkt man auch nur von Spiel zu Spiel – zumindest, wenn man öffentlich darüber redet. Potsdam heißt der Gegner im Viertelfinale, den der DSC als erste kleinere Hürde zweimal besiegen muss. Zum Auftakt empfängt der Pokalsieger am Samstag, 17.30 Uhr, den Tabellensiebenten – laut Waibl „eine Platzierung, mit der sich die Mannschaft unter Wert verkauft hat“.

Es gehört sowieso nicht zur Dresdner Mentalität, ein Team zu unterschätzen. „Potsdam hat mit Marta Drpa eine Diagonalangreiferin, die sich nicht richtig stoppen lässt, und ein gefährliches Aufschlagspiel“, betont der DSC-Trainer. Das lässt sich umgekehrt auch über Dresden sagen. Die Finnin Piia Korhonen ist seit Saisonbeginn die beste Punktesammlerin in der Bundesliga, und Waibl hat auch keine Sorge, dass die 21-Jährige abbauen könnte. „Auch wenn Piia mal in einem Spiel kurz einen Hänger hat, ist sie in der Lage, sich auf sich zu besinnen und da rauszukommen“, sagt Waibl und warnt zugleich: „Wir dürfen nicht glauben, dass eine Spielerin allein eine Partie gewinnen kann. Das ist in keiner Mannschaft so.“

Und in Dresden ist vor allem die Teamstärke ein großer Vorteil. Dazu plagt man sich nicht wie in manch anderer Saison mit Verletzungssorgen herum. „Alle sind fit, wir sind in bester Verfassung.“ Die Stimmung ist nicht erst seit dem Pokalerfolg gut, sondern zieht sich schon durch die gesamte Saison. „Ich habe richtig Spaß, diese Spielerinnen zu trainieren“, meint der 49-Jährige, und Barbara Wezorke gibt das Kompliment zurück: „Das Trainerteam in Dresden ist super, die machen alle hervorragende Arbeit.“ Und auch die Atmosphäre in diesem Frauenteam sei richtig gut, erzählt die Mittelblockerin, die schon bei einigen Klubs gespielt hat. „Es gibt kaum Knatsch, die Chemie stimmt.“

Am Samstag trifft Wezorke mit dem DSC „nicht unbedingt“ auf ihren Lieblingsgegner. Die Niederlage gegen Potsdam zum Saisonstart im Oktober spielt aber längst keine Rolle mehr, meint auch Waibl, zumal sein Team die beiden Partien danach (Pokal-Viertelfinale, Bundesliga-Heimspiel) gewann. Und auch die Statistik in der Vergangenheit spricht für den DSC, der von insgesamt 17 Begegnungen 13 für sich entscheiden konnte. Für das Auswärtsspiel eine Woche später hat der Verein sogar schon eine Fanfahrt organisiert.

Sollten sich die Favoriten durchsetzen, treffen im Halbfinale Dresden und Schwerin aufeinander. Zum beliebten Meisterschaftsduell mit Stuttgart würde es erst im Finale kommen.

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