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Freitag, 13.10.2017

Vorfreude auf den Fischfang

In Koselitz steht das Schaufischen bevor. Teichwirt Thomas Richter erwartet eine gute Ernte und viele Besucher – trotz Anfahrtshindernissen.

Von Eric Weser

Wenn wie hier vor zwei Jahren in Koselitz abgefischt wird, dann zieht es regelmäßig Hunderte Besucher an den Wehrfeldteich. Am Sonnabend ist es wieder so weit.
Wenn wie hier vor zwei Jahren in Koselitz abgefischt wird, dann zieht es regelmäßig Hunderte Besucher an den Wehrfeldteich. Am Sonnabend ist es wieder so weit.

© Archiv/Sebastian Schultz

Koselitz. Ein Anruf aus Glaubitz stimmt Thomas Richter optimistisch. „Eine Frau wollte wissen, ob der Brückenbau bei uns in Koselitz noch läuft.“ Bei der Teichwirtschaft erfuhr die Glaubitzerin, dass noch bis Ende Oktober gebaut wird. Dass sie also einen Umweg über Tiefenau und Pulsen fahren muss, wenn sie mit dem Auto zum Schaufischen kommen möchte. Das habe die Glaubitzerin aber nicht gestört. „Sie hat gesagt, davon lässt sie sich nicht abhalten“, sagt Thomas Richter und freut sich über die treue Kundschaft.

Am Sonnabend ist es in Koselitz wieder so weit: Ab 9 Uhr findet das Schaufischen rund um den Wehrfeldteich statt. Derzeit laufen die Vorbereitungen: Schon seit Ende voriger Woche läuft das Wasser im Teich ab. Am Ufer werden derweil schon Abfischgerätschaften, Festzelt und Bänke aufgebaut. Die Vorhersage verspreche gutes Wetter, freut sich Thomas Richter. Bleibt es wie in den letzten Tagen regenfrei, können die Gäste auch am Sonnabend trockenen Fußes zum Wehrfeldteich gelangen.

Bei der 22. Ausgabe des Schaufischens erwartet Teichwirt Richter wieder zwischen 500 und 1 000 Besucher. Und er hofft auf eine gute Ernte. Etwa vier Tonnen Fisch sollen vor den Augen der Gäste aus dem Gewässer geholt werden. In den Netzen werden dann vor allem Karpfen zappeln, aber auch Hechte, Schleien oder Welse.

Ein ganz besonderer Wels war in Koselitz über Jahre hinweg Hannibal. Doch der zwischenzeitlich zum Maskottchen avancierte Fisch mit den markanten Barteln am Maul ist schon ein paar Jahre nicht mehr da. „Er musste geschlachtet werden“, sagt Thomas Richter. Denn nicht nur Vögel wie die Kormorane oder Säugetiere wie Otter fressen der Teichwirtschaft einen Teil der Erträge weg. Sondern eben auch zu groß geratene Welse wie Hannibal. Einen Nachfolger für das einstige Maskottchen habe sich bis jetzt noch nicht gefunden, sagt Thomas Richter.

Ob nun mit oder ohne Maskottchen: Höhepunkte dürfte das Schaufischen am Wochenende den Besuchern trotz allem genügend bieten. Unter anderem kommt wieder die Jagdbläsergruppe mit Musikern aus den benachbarten Orten vorbei. Auch einen Zeltgottesdienst mit Frauenhains Pfarrer Walter Lechner wird es wieder geben. Bei Kremserfahrten rund um den Teich können die Besucher außerdem einen Blick in die Naturlandschaft der Röderaue werfen.

Dabei könnte es sein, dass die Gäste den einen oder anderen umgeknickten Baum zu sehen bekommen. Das hat mit dem heftigen Sturm zu tun, der im Sommer gewütet hat, sagt Thomas Richter. Im Teichgebiet seien einige Bäume von den starken Böen umgelegt worden – mitunter samt Wurzel. Für Holzwirtschaft bleibt laut Thomas Richter ab erst einmal wenig Zeit. Die wird dann im Winter nachgeholt. Doch bevor es so weit ist, kommt jetzt erst einmal das große Abfischen dran.

Das Abfischen in Koselitz findet am Sonnabend, 14. Oktober, von 9-12 Uhr am Wehrfeldteich statt. Weitere Infos unter www.teichwirtschaft-koselitz.de.

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