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Montag, 01.01.2018

Vom Unfallschwerpunkt zur Staufalle

In Großschweidnitz soll die Kreuzung Sachsenfreund entschärft werden. Das bringt erst mal unangenehme Nebenwirkungen.

Von Markus van Appeldorn

Vor der Sachsenfreund-Kreuzung bei Großschweidnitz erhebt sich eine Kuppe. Der Unfallschwerpunkt wird nun entschärft.
Vor der Sachsenfreund-Kreuzung bei Großschweidnitz erhebt sich eine Kuppe. Der Unfallschwerpunkt wird nun entschärft.

© Rafael Sampedro

Großschweidnitz. Großschweidnitz‘ Bürgermeister Jons Anders (parteilos) rechnet im nächsten Jahr mit der erheblichen Zunahme des Durchgangsverkehrs durch den Ortskern. Das teilte er jüngst im Gemeinderat mit. Grund dafür sei die vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) geplante Baumaßnahme an der Kreuzung Sachsenfreund auf der S 148.

An der Kreuzung war es in der Vergangenheit immer wieder zu schweren Auffahrunfällen gekommen. In Fahrtrichtung Ebersbach-Neugersdorf erhebt sich vor der Kreuzung eine Kuppe. Deshalb sehen Autofahrer immer wieder an der Kreuzung stehende Linksabbieger nach Niedercunnersdorf zu spät. Bei einem dieser Unfälle endete ein Überholmanöver sogar mal in dem Buswartehäuschen an der Stelle. Glücklicherweise hatte sich darin niemand aufgehalten. Das Wartehäuschen wurde dabei komplett zerstört. Die Gemeinde Großschweidnitz fordert daher schon lange eine Entschärfung der Kreuzung.

Die geht das Lasuv nun wahrscheinlich an. „Vorgesehen ist ein Knotenausbau mit einer Linksabbiegespur auf der S 148. Wir planen die Baumaßnahme mit halbseitiger Sperrung zu bauen“, informiert Behördensprecherin Isabel Siebert auf SZ-Anfrage. Man strebe die „Einordnung dieses Vorhabens in das Bauprogramm 2018“ an. Allerdings werde das Bauprogramm erst zu Anfang des neuen Jahres endgültig abgestimmt. Bei den Bauarbeiten wird die Kuppe um über zwei Meter abgetragen, um die Einsicht in die Kreuzung zu gewährleisten. Der Verkehr werde während der Bauarbeiten über 560 Meter lang einspurig auf der S 148 geführt. Die Regelung übernimmt eine Baustellenampel.

Genau wegen dieser Lösung rechnet Bürgermeister Jons Anders mit einem erhöhten Durchgangsverkehr durch Großschweidnitz. „Zu den Stoßzeiten morgens und abends werden sich viele ortskundige Autofahrer sagen: Ich stelle mich doch nicht eine halbe Stunde vor die Ampel“, sagt Anders der SZ. Diese Autofahrer würden die Baustelle umfahren – und diese Umfahrung führt zwangsläufig mitten durch Großschweidnitz..

Zusätzliches Verkehrschaos verspricht eine gleichzeitige Straßenbaumaßnahme in Großschweidnitz selbst. Die Goethestraße muss für eine Bausumme von rund 1,5 Millionen Euro grundausgebaut werden. „Wir können es uns nicht leisten, die Fördermittel verstreichen zu lassen“, sagte Bürgermeister Jons Anders im Gemeinderat. Der Rat beschloss daher in seiner jüngsten Sitzung, den erforderlichen Eigenanteil der Gemeinde in den Haushalt für das Jahr 2018 aufzunehmen, damit die Förderung beantragt werden kann. „Wenn’s zu schnell geht, geht in Großschweidnitz nix mehr voran“, kommentierte Jons Anders das Dilemma.

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