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Donnerstag, 04.01.2018

Vom Imbisswagen zum Cateringservice

Holzke-Menü feierte 25-jähriges Jubiläum. In Radebeul hat die Cateringfirma eine wichtige Außenstelle.

Von Nina Schirmer

In Radebeul werden die Essensportionen auf die Transporter verteilt, die von hier rund um Dresden ausschwärmen. In der Lößnitzstadt nutzen vor allem viele Rentner den Mittagsservice.
In Radebeul werden die Essensportionen auf die Transporter verteilt, die von hier rund um Dresden ausschwärmen. In der Lößnitzstadt nutzen vor allem viele Rentner den Mittagsservice.

© Arvid Müller

Radebeul. Pünktlich kurz vor 9 fahren die Transporter auf dem Parkplatz in der Gartenstraße 56 a in Radebeul-Ost vor. Dann muss alles schnell gehen. Jede Minute zählt, denn viele Münder wollen in der Umgebung pünktlich zur Mittagszeit gestopft werden. Die Transporter sind bis unters Dach mit Kisten gefüllt. Darin stapeln sich die Mittagessen in Assietten, die die Firma Holzke-Menü verkauft. Gekocht wird in Großräschen oberhalb von Senftenberg in Brandenburg. Die A 13 runter kommt die heiße Ware nach Radebeul und wird von hier aus im gesamten Gebiet um Dresden verteilt. 2017 feierte das Unternehmen 25-jähriges Jubiläum.

Evelyn Holzke hat die Firma 1992 gegründet. Inzwischen zieht sie sich aus der Leitung nach und nach zurück und Tochter Stephanie übernimmt die Geschäfte. „Meine Mutter hat nach der Wende mit einem Imbisswagen angefangen. Damals war ich acht Jahre alt“, erinnert sie sich. Auf dem Markt in Großräschen wurden Pommes und Bratwürste verkauft. Bis eines Tages ein Vertreter fragte, ob Frau Holzke sich nicht vergrößern wolle. Nebenan stand ein Gebäude leer und dort zog kurzer Hand die Küche ein. Die Chefin, ein Koch und ein Fahrer – das waren die Anfänge des Cateringservices.

Inzwischen gibt es 76 Angestellte. Seit 2001 hat die Firma auch ihre Außenstelle in Radebeul. Die Anfänge hier in der Region waren ebenfalls abenteuerlich. Mitarbeiterin Diana Curth gehörte damals schon zum Team: „Am Anfang wurde knapp vier Monate alles bei mir zu Hause in der Küche gemacht“. Auch einen eigenen Standort, an dem die Portionen auf die Fahrzeuge verteilt wurden, gab es noch nicht. Dafür traf man sich einfach am Elbepark.

„Das war eine spannende Zeit“, sagt Curth. Auch wenn heute alles viel organisierter läuft. In der Nacht halb vier startet die Arbeit in der Küche. Punkt 7.45 Uhr verlassen die Transporter Großräschen in Richtung Radebeul. In der Lößnitzstadt nutzen vor allem viele Rentner den Mittagsservice, sagt Stephanie Holzke. Rund um Dresden bestellten aber auch viele Firmen und Ämter das Essen. „Wir beliefern jeden, der mittags Hunger hat.“

Neun Essen, ein Salat und ein Dessert stehen jeden Tag zur Auswahl. Stephanie Holzke ist die Qualität des Essens besonders wichtig. Sie selbst isst Fleisch, wenn überhaupt nur, wenn die Tiere artgerecht gehalten wurden. Das möchte sie auch ihren Kunden anbieten. Wer einen Aufschlag von zehn Cent bezahlt, hat Biofleisch auf dem Teller. Bei vielen Kunden gebe es inzwischen ein Umdenken, sagt die Junior-Geschäftsführerin. Sie räumt aber auch ein, dass die große Masse noch nicht bereit ist, für gutes Fleisch mehr Geld auszugeben. Doch unter einem gewissen Preis geht es nun mal nicht. Im Zweifel verzichtet Holzke dann lieber. Zum Beispiel bei Essen für Kinder, dass an Schulen oder Kitas geliefert wird. Da soll die Portion möglichst unter zwei Euro kosten. „Wie soll ich ein Kinderessen in guter Qualität für 1,90 Euro rausgeben?“, fragt Holzke.

Gerne probieren die 35-Jährige und ihr Mann, der auch in der Firma arbeitet, neue Gerichte aus. Die Klassiker bei den Kunden sind aber nach wie vor Bratwurst, Jägerschnitzel und Nudeln mit Tomatensoße. Auch die Kartoffelsuppe steht einmal in der Woche zur Auswahl auf dem Speiseplan, weil sie so oft verlangt wird.