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Donnerstag, 04.01.2018

Vom Eise befreit

Die Eisbahn am Rathaus wird gerade demontiert. Die Macher haben schon für dieses Jahr schon wieder neue Pläne.

Von Christoph Scharf

Das Eis ist schon geschmolzen, nun muss auch die Bande weg: Eisbahn-Macher Torsten Pilz (l.) und Dirk Winkler sind derzeit mit dem Abbau der Anlage beschäftigt. Der Aufbau dauert anderthalb Wochen, die Demontage geht etwas schneller.
Das Eis ist schon geschmolzen, nun muss auch die Bande weg: Eisbahn-Macher Torsten Pilz (l.) und Dirk Winkler sind derzeit mit dem Abbau der Anlage beschäftigt. Der Aufbau dauert anderthalb Wochen, die Demontage geht etwas schneller.

© Sebastian Schultz

Riesa. Tauwetter in Riesa: Das Eis von der Eisbahn am Rathaus ist längst verschwunden. Wo am Dienstag noch die letzten Schlittschuhfahrer ihre Runden drehten, haben am Mittwoch Torsten Pilz von Event Talent und etliche Helfer die Banden abgebaut. Die Scheinwerfer waren da schon demontiert, die Bildschirme aus dem Veranstaltungszelt verpackt, die roten Teppiche eingerollt. „Das Abbauen geht deutlich schneller als das Aufbauen“, sagt Torsten Pilz. Möglich macht das eine mobile Heizanlage auf einem Anhänger, die sonst auch für ein Mehrfamilienhaus ausreichen könnte: Sie wärmt die Hunderten Liter des Kältemittels, das in den vergangenen Wochen in unzähligen Röhren unter dem Eis zirkuliert hatte und dafür nicht kalt genug sein konnte.

Nun ist das Eis weg – und bald auch der Unterbau, die Gerüste, das Zelt selbst. Und wie sieht die Bilanz aus? „Sehr gut“, sagt Veranstalter Torsten Pilz. Zwar lägen noch nicht alle Zahlen vor – aber man könne schon jetzt sagen, dass mehr als 5 000 Menschen die Anlage genutzt hätten. Dabei zählen allerdings auch die zahlreichen Schulklassen mit, die sich vormittags auf dem Eis tummelten, und die gut besuchten Betriebs-Weihnachtsfeiern, die sich abends in das Zelt neben der Eisbahn einmieteten.

Die Anlage gehört in Riesa längst zur Tradition – seit sechs Jahren lockt sie Besucher aus einem größeren Umkreis auf die Riesaer Klosterweihnacht. Bei den ausgedehnten täglichen Öffnungszeiten sind Torsten Pilz und sein Team jetzt auch ziemlich fertig. „Freizeit war so gut wie nicht“, sagt der Riesaer. Immerhin: Ist die Ausrüstung gesäubert, getrocknet und sicher verstaut, gönnt er seinen Mitarbeitern erst einmal eine Woche Urlaub.

Eistechnik kann auch heizen

Tatsächlich braucht er für die Unterbringung der Technik jetzt schon deutlich mehr Platz als in den Anfangszeiten: Weil die Anlage stückweise wuchs, sind nun schon zwei Übersee-Container für die Einlagerung nötig. Dabei ist die eigentliche Eistechnik da gar nicht dabei – denn die wird derzeit wieder vom Besitzer, einer österreichischen Spezialfirma, demontiert. Und was passiert damit im Sommer? „Die geht zurück nach Österreich“, sagt der 45-Jährige. Damit würden sich wohl auch Freibäder heizen lassen – die Anlage ist sowohl für Kühl- als auch für Heizzwecke nutzbar.

Auch für die Mitarbeiter der Riesaer Agentur Event Talent beginnt mit dem Frühjahr nicht etwa eine Ruhezeit: Längst laufen die Vorbereitungen für die dritte Auflage des Fests Bella Gröba, das Event Talent im Auftrag von Feralpi-Stahl organisiert. Beim Riesaer Stadtfest sind die Macher bei der Volltreffer-Erlebniswelt der Stadtwerke im Stadtpark eingespannt. Ohnehin sind die Event-Experten jahrein, jahraus bundesweit unterwegs – ob zu Ladeneröffnungen oder Jubiläen von Einkaufszentren. „Wir waren sogar parallel zur Riesaer Eisbahn noch auswärts im Einsatz“, sagt Torsten Pilz: So veranstaltete sein Team ein Firmenjubiläum in Leipzig und gleichzeitig ein Weihnachtsbaum-Schlagen für einen Küchenspezialisten.

Ein Wunsch für die Arena

Deshalb sei eine kleine Verschnaufpause jetzt wirklich nötig. Allerdings würde sich Pilz wünschen, dieses Jahr auch im Zusammenhang mit der WM wieder etwas organisieren zu können: „Ich würde mich freuen, wenn es in der Sachsenarena wieder ein Public Viewing geben könnte.“ Das sei ein guter Treffpunkt, um bei bester Stimmung gemeinsam Fußball zu schauen und zu feiern. Das würde dem Veranstaltungsangebot der Stadt – neben Stadtfest, Automeile, Tanzmeile – guttun.

Und auch für die nächste Auflage der Eisbahn hat Torsten Pilz bereits Pläne. Welche das sind, behält er aber einstweilen für sich. „Ich möchte nicht zu viel versprechen, falls es mal nichts wird.“ Das Konzept einer Party am Rand der Eisbahn sei jedenfalls noch ausbaufähig. Von ein paar Tagen Schlechtwetter – wie zuletzt – lässt sich der Eisbahn-Macher jedenfalls nicht unterkriegen. „Die hatten wir bislang jedes Jahr. Und dennoch kam die Attraktion in Riesa an.“

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