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Sonntag, 03.12.2017

Viererpack gegen Aue

Dynamo schießt sich aus der Krise und Aue ab. Der Sieg fällt überraschend deutlich aus.

Dynamos Spieler jubeln mit Capo Stefan „Lehmi“ Lehmann (li.) nach dem 4:0 Sieg.
Dynamos Spieler jubeln mit Capo Stefan „Lehmi“ Lehmann (li.) nach dem 4:0 Sieg.

© Robert Michael

Dresden. Die Krise ist endgültig beendet, der Relegationsplatz verlassen und das so prestigeträchtige Sachsenderby gewonnen. Dynamo schlägt Erzgebirge Aue mit 4:0, feiert den zweiten Heimsieg in dieser Saison verlässt die Abstiegsregion in der 2. Bundesliga.

Dynamo Dresden besiegt Erzgebirge Aue

War ein Blitzstart wie in Düsseldorf möglich?

Absolut, die Chancen gab es. Los ging es in der 4. Minute, als Erich Berko nach einer Eingabe von Philip Heise per Direktabnahme die Latte traf. Beim Kopfball von Florian Ballas (15.) hatten viele Dynamo-Anhänger schon den Torschrei auf den Lippen, doch Aue-Schlussmann Martin Männel lenkte den Ball mit den Fingerspitzen noch um den Pfosten. Nur eine Minute später köpfte Marco Hartmann an die Latte.

Wie fielen die Tore?

Das Dynamo-Zeugnis: Ein starkes Team

1 von 15

SZ-Noten: 1 = überragend; 2 = stark; 3 = solide; 4 = mangelhaft; 5 = enttäuschend; 6 = indiskutabel

Marvin Schwäbe: Note 3: Wie soll man einen Torwart bewerten, der kaum etwas zu tun hat? An seinen langen Bällen? Nicht jeder kam an, aber das ist an dem Tag auch egal.

Paul Seguin: Note 3: Traut sich offensiv immer mehr zu, auch wenn nicht alle Flanken so gut kommen wie in der zehnten Minute auf Röser – Kopfball, drüber.

Florian Ballas: Note 2: Ist die Ruhe selbst, auch wenn mal ein Pass im Spielaufbau beim Gegner landet. Macht mit seinem ersten Kopfballtreffer für Dynamo das 3:0.

Jannik Müller: Note 3: Hat mit Köpke und den anderen Auer Offensivspielern keine Probleme, nur mit seinen langen Bällen findet er diesmal nicht immer sein Ziel.

Philip Heise: Note 1: Seine Wucht auf der linken Seite hat Dynamo gefehlt, dazu seine Flanken und Freistöße. In Kombination mit Duljevic einfach unersetzlich.

Marco Hartmann: Note 1: Das „Mentalitätsmonster“ (Zitat Aue-Coach Drews) geht als Zweikämpfer voran. Nur die fünfte Gelbe Karte ist ärgerlich.

Niklas Hauptmann: Note 2: In der Anfangsphase wirkt er noch etwas schüchtern, dreht dann aber immer mehr auf und traut sich wieder die eleganten Dribblings.

Rico Benatelli: Note 1: Dynamos Laufwunder, schließt viele Lücken, ist immer anspielbereit, hat gute Ideen und zieht einfach mal ab – wie beim 2:0.

Erich Berko: Note 2: Die Formkurve steigt. Hat erst Pech beim frühen Lattenkracher (4.), macht dann mit seinem Tor zum 4:0 den Deckel drauf.

Haris Duljevic: Note 1: Ballverliebt im besten Sinne. Wie er mit den Füßen die Kugel streichelt und die Gegner austanzt – einfach eine Klasse für sich.

Lucas Röser: Note 2: Sein Führungstreffer ist verdient, aber eben auch enorm wichtig. Läuft viel und hat den Instinkt für die Situation vor dem Tor.

Patrick Möschl: Note 3: Hat zwar nicht mehr viele Szenen, fügt sich aber engagiert ein.

Manuel Konrad: Note 3: Kommt für den Kapitän und wird ihn sehr wahrscheinlich bei Union in der Startelf ersetzen.

Nicht bewertet: Andreas Lambertz. (SZ/-ler)

Das 1:0 nach 21 Minuten war überfällig. Der kaum zu stoppende Haris Duljevic flankte, Lucas Röser traf per Kopf genau ins Dreiangel, Männel war machtlos. Beim 2:0 nach 44 Minuten suchte Rico Benatelli an der Strafraumgrenze vergeblich eine Anspielstation, versuchte es, weil er kaum bedrängt wurde, einfach selbst – und traf mit einem Flachschuss. Kurz nach der Pause sorgte dann Ballas endgültig für die Entscheidung. Nach einem Heise-Eckball köpfte der Innenverteidiger das 3:0. Ein weiterer Treffer durch Röser wurde wegen Handspiels zurecht aberkannt. Das 4:0 erzielte Berko, der eine Kopfballablage von Hartmann abstaubte (75.).

Warum kam von Aue so wenig?

Es mangelte vor allem am Mut. Spätestens in Strafraumnähe waren die Offensivspieler meist auf sich allein gestellt, es fehlten die Anspielstationen. Aue verließ sich vor allem auf lange Bälle und Standards. Bei einem Freistoß wäre beinahe das 1:1 gefallen. Christian Tiffert bediente Nicolai Rapp, dessen Kopfball-Bogenlampe an die Latte klatschte (28.). Erst nach dem 3:0 wurde Aue offensiver, aber nicht gefährlich.

Wie wurde Capo Stefan Lehmann verabschiedet?

Mit einem Interview im Stadionmagazin Kreisel, mit warmen Worten von Präsident Andreas Ritter und mit einem Spruchband im K-Block. Vor dem Anpfiff durfte Lehmi ein letztes Mal vom Mittelkreis aus die Sprechchöre der Fans im mit 30 000 Zuschauern ausverkauften Stadion dirigieren.

Was sagen die Trainer zum Spiel?

Hannes Drews (Aue): „Wir wurden in den ersten 15 Minuten regelrecht von Dynamo überrannt, waren immer zu weit vom Gegner. Mit dem 0:4 sind wir noch gut bedient, Dynamo hat uns an die Wand gespielt. Wir müssen dieses Spiel jetzt schnellstmöglich aus den Köpfen bekommen.“

Uwe Neuhaus (Dresden): „Es gibt Momente, da spürt man schon in der Kabine, dass nichts anbrennen kann. Heute war so ein Tag. Ich hatte nie das Gefühl, dass die Mannschaft wackelt, weil sie nie nachgelassen hat und einfach unwiderstehlich war. Ich bin sehr stolz.“

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Leser-Kommentare

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Insgesamt 10 Kommentare

Alle Kommentare anzeigen

  1. GLOCKE 22

    Riesenkompliment an Mannschaft, trainerteam und an die Fans! Das war eine echtes Weihnachtsgeschenk zum 1. Advent! Ein würdiger Abschied für LEHMI!!! Allen Dynamo Spieler, trainergemeinschaft und Fans mit LEHMI NOTE 1 gerne weiter so! Schöne und dynamische Adventszeit

  2. Anmerkung

    Tolles Spiel, toller Sieg! Die Krise als beendet zu erklären ist meines Erachtens aber zu früh. Noch sind es nur 2 Punkte nach unten. Zumal es auch hier die Fehler im Spielaufbau gab - die Aue nur nicht nutzen konnte.

  3. ausDD

    Endlich wurde die Performence die der Kader im Offensivebereich durchaus hergibt, auf den Platz gebracht. Eine kleine Umstellung im System kann man jetzt feststellen. Weniger Ballgeschiebe quer im Mittelfeld, es wird endlich auch der direkte Weg nach vorn gesucht, damit wird das eigene Spiel deutlich schneller und man zwingt den Gegner zu Fehlern. Prima Umschaltspiel zur Zeit. Man kann nur sagen, macht weiter so.

  4. Kein Hasser

    Tolles Fußballfest mit einer engagierten und spielstarken Dynamo-Mannschaft. Glückwunsch! Was mir aber überhaupt nicht gefällt, dass ein verabschiedeter Ultra-Capo zu seiner Verabschiedung vor fast noch 30.000 anwesenden Besuchern Hasssprüche gegen andere Vereine loslässt. Auch wenn die Mannschaft da nicht mitgejubelt hat, entspricht dies ganz sicher nicht dem Dynamo-Leitbild und sollte von Verein und Fans nicht unwidersprochen bleiben.

  5. 555

    @4: Den Einwand zum Spruch finde ich absolut gerechfertigt. Hier sieht man ganz deutlich, dass dem Herrn Lehmann zu einem wahren Anführer einer REIFEN Fanschar eine ganze Menge fehlt. Er ist Einpeitscher, Motivator, Organisator vor dem Herrn, keine Frage. Aber wenn wir nach Ursachen für die permanenten Entgleisungen der Ultras und anderer nicht gemäßigter Truppenteile suchen, können wir super beim Kopf anfangen, der stets als erster stinkt. Es bleibt wohl ein hoffnungsloser Wunsch, dass dem Lemi ein Nachfolger nachzieht, der "unsere" Unsympathieträger etwas einbremst. Was könnten wir mit unserer - im positiven wirkenden - unnachahmlichen Fangemeinschaft an externen Sympathien einfangen, wenn wir uns nur zu benehmen wüssten ... Wir haben einen Traum, ja, auch DIESEN!!!!

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