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Samstag, 30.12.2017

Viel Platz für Modernes

Heller und freundlicher sind die Räume im sanierten Amtsgericht Stolpen. Allerdings fehlt das Innenleben. Dafür gibt es erste Ideen.

Von Anja Weber

Noch ist viel Platz in den Räumen der neuen Stolpen-Ausstellungen. Es gibt aber ein Konzept, wie die künftig gestaltet werden können. Ein erster Teil soll bis Juni 2018 fertig sein.
Noch ist viel Platz in den Räumen der neuen Stolpen-Ausstellungen. Es gibt aber ein Konzept, wie die künftig gestaltet werden können. Ein erster Teil soll bis Juni 2018 fertig sein.

© Dirk Zschiedrich

Stolpen. Noch fehlt der Name für Stolpens neues Zentrum im Herzen der Stadt, direkt am Marktplatz gelegen. Doch es gibt Pläne, wie die Räume im kommunalen Haus Markt 26, dem ehemaligen Amtsgericht und später Stadtmuseum, gestaltet werden können. Dazu gehört auch die Fläche des ehemaligen Museums. Ziel ist es dort, eine Stolpen-Ausstellung einzurichten. Und der Name sagt es bereits, man will weg von alten Küchen- und Landwirtschaftsgeräten, Hausrat und anderen Utensilien, hin zu einer modernen zeitgenössischen Schau.

Wie die aussehen könnte, stellte unlängst Dietmar Möschner von der Firma Ö-Grafik in Dresden vor. Er hatte im Auftrag der Stadt Stolpen bereits einige Entwürfe vorgeleget, so unter anderem, wie das gesamte Haus gestaltet werden könnte, samt einiger Namensvorschläge. All diese Pläne zu verwirklichen, das wäre für Stolpen jedoch zu teuer. Deshalb hatte er nun den Auftrag für eine abgespeckte Version. Doch auch die kann sich sehen lassen.

Oberstes Ziel ist es, hier nicht die Burg- und Stadtgeschichte wiederzugeben. Darüber können sich Besucher nur wenige Meter oberhalb auf der Burg informieren. Mit der neuen Stolpen-Ausstellung wolle man sich auf sechs neue Themenbereiche konzentrieren und damit praktisch eine Möglichkeit für die Stolpen-Besucher schaffen, in eine andere bislang eher unterbeleuchtete Geschichte der Stadt einzutauchen.

Das schafft den zusätzlichen Anreiz, sich nicht nur die Burg, sondern auch die Ausstellung zur Stadtgeschichte im Zentrum anzusehen und so eben auch einen Schritt in die Innenstadt zu wagen.

Ein Teil der Ausstellung wird sich zum Beispiel mit Stolpener Persönlichkeiten befassen, die in ihrem Wirken einen Bezug zur Weltgeschichte herstellen. So wurde der Redenschreiber von Martin Luther, Antonius Lauterbach, 1502 in Stolpen geboren. Auch Christian Friedrich Henrici, Pseudonym Picander, der Textdichter von Johann Sebastian Bach, stammt aus Stolpen. Und nicht zu vergessen: die Orgelbauerfamilie Herbrig. Auch Napoleon soll sich die Ausstellung widmen. Er übernachtete bei seinem Marsch durch Stolpen in dem ehemaligen Amtsgericht. Es geht künftig auch um die Stolpener Verleger Julius Heinrich Hanzsch und Gustav Winter sowie um den Philosophen Clemens Timpler. Hanzsch etwa hatte die erste Publikation von Karl May herausgegeben. Und die Stolpener Historiker Carl Samuel Senff und Christian Gercken werden eine Rolle spielen.

Des Weiteren soll sich die neue Ausstellung Stolpens Natur und seiner Umgebung widmen, wie auch dem Handwerk und Gewerbe sowie der wirtschaftlichen Entwicklung. Historische Ortsansichten gehören ebenso dazu wie wechselnde Ausstellungen. Ein erster Teil ist bis zur Festwoche im Juni fertig. Der größte Teil folgt 2019.

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