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Mittwoch, 19.04.2017

Viel Leistung, kleine Schwächen

Das Modell Note 7 endete für Galaxy im Desaster. Nun kommt das Galaxy S8. Das Design stimmt – und der Rest?

Von Till Simon Nagel

Acht Megapixel und Autofokus machen das Galaxy S8 auch für Fotografen interessant. Videos filmt das Gerät auf Wunsch in UHD-Auflösung.
Acht Megapixel und Autofokus machen das Galaxy S8 auch für Fotografen interessant. Videos filmt das Gerät auf Wunsch in UHD-Auflösung.

© dpa

Wer Samsungs Galaxy S8 zum ersten Mal anschaltet, findet viele andere Smartphones plötzlich klobig: Der Bildschirm bedeckt fast die ganze Vorderseite, an den Seiten verschwindet er randlos im Nichts. Kein Knopf unterbricht die glatte Oberfläche. Puristischer geht es kaum.

Nach dem Debakel um brennende Akkus im Modell Note 7 hat sich Samsung Zeit gelassen: Mit leichter Verspätung kommen das Galaxy S8 und das größere S8+ am
28. April in den Handel. Beide Geräte haben abgerundete Displayränder. Der Home-Button liegt als berührungsempfindliche Fläche unten im Display, der Fingerabdrucksensor ist auf die Rückseite des Geräts gewandert. Im Vergleich zum Vorgänger S7 wurde der Bildschirm nach oben verlängert. Bei gleicher Breite sorgt das für eine schlanke Form. Im Inneren stecken Achtkernprozessoren, 64 Gigabyte (GB) Speicher und 4 GB Arbeitspeicher.

Doch wie bedient sich das S8 im Alltag? Der erste Eindruck ist gut: Das Display strahlt hell und klar, der Einrichtungsprozess gelingt leicht. Verständliche Datenschutzhinweise gibt es, auch wenn ab Werk schon mal alle Häkchen gesetzt sind – auch die für Werbung. Die Einrichtung der Gerätesperre per Fingerabdruck ist dagegen weniger angenehm. Der Sensor ist ungünstig an der Rückseite platziert und vergleichsweise bockig beim Erkennen von Fingern. Alternativ bietet das S8 einen Iris-Scanner sowie eine Gesichtserkennung. Diese lässt sich aber leicht mit Fotos überlisten und ist nicht empfehlenswert.

Wegen des neuen Designs müssen sich Nutzer umgewöhnen. Home-, Zurück- und App-Switcher-Button sitzen nicht mehr im unteren Rand, sondern werden unten im Display eingeblendet. Statt des unübersichtlichen TouchWiz gibt es dort die aufgeräumte Oberfläche Samsung Experience. Richtig Spaß macht die Kamera: Mit dem 12-Megapixel-Sensor, großer Blende von F 1.7 und dem sehr schnellen Autofokus gelingen Bilder auf hohem Niveau. Die Kamera-App ist sehr gut auch per Hand zu bedienen, im Pro-Modus kommt fast Systemkameragefühl auf.

Wer seinen Alltag von digitalen Assistenten organisieren lassen möchte, hat auf dem S8 und dem S8+ gleich zwei Möglichkeiten: den Google Assistant oder Samsungs Bixby, der sich über einen eigenen Knopf an der linken Seite des Gerätes starten lässt. Beide verlangen weitgehenden Zugriff auf persönliche Daten und das Nutzungsverhalten. Im Akkumanager können Stromsparmodi gewählt werden, die zum Beispiel den Prozessor bremsen. Doch selbst ohne diese Helfer kommt das S8 meist mühelos über den Tag.

Fazit: Das Riesen-Display, die flotte Kamera, die neue Bediensoftware und der Dex-Modus sind gelungene Innovationen. Und dann sieht das S8 auch noch gut aus. Damit es so bleibt, sollte man das Gerät aber in eine schützende Hülle stecken – mit Auswirkungen auf das Design. Punktabzüge gibt es für Fingerabdrucksensor und Bixby-Knopf: Sie sind einfach zu ungünstig platziert. Das Galaxy S8 kommt für rund 800 Euro in den Handel, das größere S8+ kostet etwa 900 Euro. (dpa)

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