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Freitag, 15.12.2017 Kommentar

Verträge sind einzuhalten

Katrin Saft
Katrin Saft

© Robert Michael

Tausende Prämiensparer fühlen sich um ihre Prämie geprellt. Die beiden sächsischen Sparkassen, die dafür die unschöne Auszeichnung als verbraucherunfreundlichste Unternehmen bekamen, könnten gelassen bleiben. Denn mehrere Amtsrichter und auch die Schlichtungsstelle des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands haben entschieden, dass die Kündigung der Altverträge zumindest im Fall der Sparkasse Leipzig rechtens ist. Was aber viel schwerer wiegt, ist der Imageschaden.

Von der Kündigung betroffen sind vor allem ältere, jahrzehntelang treue Sparer, für die „ihre Sparkasse“ der Vertrauenspartner in allen Geldfragen war. Sie mussten lernen, dass das einstige Wort ihres Finanzberaters nicht mehr zählt. Das Vertrauen ist hin. Dabei strahlt das Agieren einiger Sparkassen – Zwickau und Erzgebirge – auf die Gesamtmarke aus. Denn für viele ist Sparkasse nun mal gleich Sparkasse.

Die Kündigung von Verträgen, die für Kreditinstitute nicht mehr lukrativ sind, verstärkt das Gefühl, dass auf „die Branche“ kein Verlass ist. Sie passt in das Bild einer Zeit, in der hochverzinste Bausparverträge vorzeitig aufgelöst und Lebensversicherungen an Finanzinvestoren verkauft werden. Die Appelle an das Verantwortungsbewusstsein der Deutschen, fürs Alter vorzusorgen, werden damit konterkariert. Denn wer mag sich noch auf langfristige Sparformen einlassen, wenn der alte Grundsatz nicht mehr uneingeschränkt gilt: Verträge sind einzuhalten!

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