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Samstag, 04.11.2017

Versetzung bei Krankheit möglich

Arbeitgeber dürfen länger erkrankte Mitarbeiter versetzen. Das gilt auch dann, wenn es vorher kein sogenanntes Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) gab. Das geht aus einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts hervor. Entscheidend für die Rechtmäßigkeit ist demnach nicht das BEM, sondern, ob es dabei grundsätzlich gerecht zugeht.

In dem Fall ging es um einen Maschinenbediener, der seit Jahren fast nur in der Nachtschicht arbeitete. 2013 und 2014 war er jeweils 35 Tage krankgeschrieben, später wegen einer Suchttherapie arbeitsunfähig. Nach seiner Rückkehr versetzte ihn der Arbeitgeber in die Wechselschicht. Dagegen zog der Kläger vor Gericht: Erstens, weil vor der Versetzung keine Wiedereingliederung stattgefunden und zweitens, weil der Arbeitgeber seine Wünsche nicht berücksichtigt hätte. Das Unternehmen hielt dagegen, dass die Dauernachtschicht belastender sei als die Wechselschicht. Außerdem sei der Arbeitnehmer bei Ausfällen dann leichter zu ersetzen.

Das Landesarbeitsgericht Baden-Württemberg hatte der Klage des Arbeitnehmers stattgegeben. Das Unternehmen legte dagegen Revision ein und war vor dem Bundesarbeitsgericht erfolgreich. Das BEM sei keine Voraussetzung für die Rechtmäßigkeit einer Versetzung. Es müsse der komplette Einzelfall geprüft werden. Der Fall geht zurück ans Landesarbeitsgericht. (dpa)

Aktenzeichen: 10 AZR 47/17

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