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Freitag, 19.05.2017

Vermieter beschwichtigt nach Fällarbeiten

Nachdem in Gröba eine Konifere weichen musste, kochten die Emotionen hoch. Doch es gab Gründe für die Maßnahme – und nicht nur erboste Reaktionen.

Von Stefan Lehmann

Diese gefällten Bäume machen Ärger.
Diese gefällten Bäume machen Ärger.

© Sebastian Schultz

Riesa. Nachdem sich Anwohner gegenüber SZ über eine Fällaktion der Wohnungsgenossenschaft beschwert hatten, geht der Vermieter auf sie zu. Man biete ihnen „gern einen Gesprächstermin an, bei welchem auf direktem Weg gegebenenfalls bestehende Probleme diskutiert und vorzugsweise gemeinsame Lösungen gefunden werden können“, teilt die Vorsitzende der Wohnungsgenossenschaft, Kerstin Kluge, mit. Die Wohnungsgenossenschaft hatte Ende vergangener Woche eine etwa drei Meter hohe Konifere entfernen lassen. Einige Anwohner hatten sich daraufhin darüber beschwert, dass diese Arbeiten in der Brutsaison vieler Vogelarten stattfänden und eigentlich verboten seien.

Einige Vermieter sind froh

Dass die Pflanze beseitigt werden musste, hängt laut Kerstin Kluge mit der Umgestaltung der Außenanlagen am Wohnkomplex Heinz-Steyer-Straße zusammen. An den Hausnummern 19-27 sei vorgesehen, den Gehweg und die Straßenbeleuchtung zu erneuern. Insbesondere habe sich im Lauf der Bauarbeiten die Überlegung ergeben, den Zugang zu den 2009 angebrachten Aufzügen ebenerdig und damit altersgerecht zu gestalten. „Für diese nunmehr doch etwas umfangreichere Maßnahme wird so viel Baufreiheit benötigt, dass die Aufarbeitung der Außenanlagen sowohl sinnvoll, als auch erforderlich war“, so Kluge weiter. „Daraus ergab sich dann, dass die vorhandenen kniehohen Einfassungen und die Konifere entfernt werden mussten.“ Das wäre demnächst ohnehin passiert: Sie „stand etwa einen halben Meter vom Gebäude genau über der Dachentwässerungsleitung und wäre sowieso im Zuge unserer alljährlichen Baumschnitt- und Fällaktion allein zum Schutz der Wärmedämmung des Gebäudes und der Entwässerungsleitung weggenommen worden.“

Kluge betont auch, dass die Beseitigung des Gehölzes unter den Anwohnern nicht ausschließlich erboste Reaktionen ausgelöst hatte. Denn insbesondere den Mietern im Erdgeschoss hatte das üppige Gewächs mit jedem Jahr immer mehr die Sicht versperrt und jegliches Sonnenlicht genommen. Von dieser Seite habe die Fällung „dankende Zustimmung“ erhalten, sagt die Vorstandsvorsitzende.

Mit der Neugestaltung der Außenanlagen werden laut Kerstin Kluge auch neue Sträucher auf dem Gelände angepflanzt werden. Kluge verweist in diesem Zusammenhang auf das Beispiel des benachbarten, kürzlich für mehr als 2 Millionen Euro modernisierten Wohnblocks mit den Hausnummern 11-17, wo die Wohnungsgenossenschaft bereits einen Anfang gemacht hat: „Dort haben wir beispielsweise bereits drei neue Bäume gepflanzt.“

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