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Mittwoch, 03.01.2018

Vereine müssen mehr zahlen

Der Kreistag hat neue Gebühren für vier Turnhallen in Trägerschaft des Landkreises beschlossen. Aus der Sparnot geboren, soll das für mehr Gerechtigkeit sorgen.

Von Franz Werfel

•Vereine die die Turnhalle am Beruflichen Schulzentrum in Pirna mieten, müssen ab dem Jahr 2019 mehr zahlen. Es ist die erste Erhöhung seit 2009.
•Vereine die die Turnhalle am Beruflichen Schulzentrum in Pirna mieten, müssen ab dem Jahr 2019 mehr zahlen. Es ist die erste Erhöhung seit 2009.

© Daniel Schäfer

Pirna/Freital. Vereine, die eine von vier Turnhallen mieten, die dem Landkreis gehört, müssen dafür ab dem 1. Januar 2019 höhere Gebühren bezahlen. Das hat der Kreistag in seiner letzten Sitzung des Jahres 2017 beschlossen. Betroffen von der neuen Gebührensatzung, die erst in einem Jahr greift, sind die Turnhallen an den Beruflichen Schulzentren in Pirna und Freital, dem Freitaler Weißeritzgymnasium sowie dem Altenberger Glückauf Gymnasium.

Seit der letzten Gebührenerhöhung 2009, rechnete der zuständige Beigeordnete Heiko Weigel (CDU) in der Kreistagssitzung vor, würden die rund 50 Vereine, die landkreiseigene Turnhallen nutzen, nur rund drei bis fünf Euro pro Feld und Stunde bezahlen. Das, so Weigel, sei zusätzlich zu den 185 000 Euro, die der Landkreis dem Kreissportbund (KSB) jährlich überweist, eine indirekte Sportförderung von fast 180 000 Euro pro Jahr. Von den rund 320 Vereinen, die derzeit im KSB Mitglied seien, würde also nur jeder sechste von den günstigeren Gebühren in Landkreis-Turnhallen profitieren. Vereine, die in den Turnhallen der Gemeinden trainieren, hätten schon immer höhere Gebühren gezahlt.

Der Landkreis will die Vereine stärker an den Betriebskosten beteiligen. Deshalb sollen sie künftig rund elf Euro pro Feld und Stunde bezahlen. Die Kosten für Abschreibungen und Versicherungen übernimmt der Landkreis weiterhin komplett.

Mike Ruckh, der Vorsitzende der CDU-Fraktion, sagte: „Wir stehen klar zur Sportförderung an den KSB. Aber einzelne Vereine zu fördern, gehört nicht zu den Aufgaben eines Landkreises.“ Landkreis und Kreisräte hatten mit den vier Städten schon vorher Gespräche geführt. Alle vier Bürgermeister sind selbst Kreisräte und haben den Beschluss mitgetragen. Es wird ihnen empfohlen, die Kostensteigerung durch gezielte Vereinsförderung aufzufangen.

„Es ist so für die Städte immer noch billiger, als eine eigene Turnhalle zu bauen und zu unterhalten“, so Ruckh. Wie die Städte künftig ihre Vereine unterstützen, dazu wollten die Kreisräte keine Vorgaben machen. Uwe Steglich (FDP) sagte, dass mit dem Beschluss der Wettbewerb der Vereine untereinander nicht weiter verzerrt werde. Bis auf die Linkspartei, die die Erhöhung ablehnte, und die AfD, die die Abstimmung vertagen wollte, haben die Kreisräte den Vorschlag mit großer Mehrheit beschlossen.

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