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Mittwoch, 15.11.2017

Verbrauchertipps zum Weihnachtsshopping

2017 sind Last-Minute-Einkäufe besonders riskant

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Das Weihnachtsgeschäft steht bevor und die Vorbereitungen für den großen Ansturm laufen auf Hochtouren. Da immer mehr Deutsche ihre Weihnachtsgeschenke online kaufen, muss sich die Versandhandels- und Logistikbranche auf massive Herausforderungen einstellen. 2017 könnten die Zusteller mit 30 Millionen zusätzlichen Sendungen konfrontiert werden, welche pünktlich geliefert werden müssen. Paketdienstleister suchen seit Wochen händeringend nach Personal. Branchenkenner prognostizieren ein Paket-Chaos für die letzte Woche vor Weihnachten. Damit alle Bestellungen rechtzeitig entgegengenommen werden können, müssen Verbraucher entsprechend handeln.

Frühzeitig bestellen und profitieren

Aufgrund der Tatsache, dass Heilig Abend in diesem Jahr an einem Sonntag gefeiert wird, stehen die Chancen für den erfolgreichen Geschenkkauf in letzter Minute äußerst schlecht. Ein Großteil der Einzelhändler wird seine Geschäfte am 24. Dezember geschlossen halten. Dies gilt auch für viele Supermärkte wie Lidl, Norma oder Aldi, die inzwischen angekündigt haben an Heilig Abend keine Läden zu öffnen. Lediglich Tankstellen und einige wenige Ausnahmen stehen für Spätsünder zur Verfügung. Verbraucher, die in Sachen Präsentauswahl keine Kompromisse eingehen möchten, müssen entsprechend planen. Das trifft 2017 nicht nur auf stationäre Einkaufsmöglichkeiten zu, sondern auch auf den Onlinehandel. Zum einen gilt es hinsichtlich der Bestellung im Internet zu bedenken, dass auch für Paketzusteller der Heilige Abend als Arbeitstag entfällt. Zwar wäre es denkbar, dass sich einige Dienstleister für eine Auslieferung am 24. Dezember entscheiden, verlassen sollte sich der Besteller darauf aber nicht. Zum anderen droht der Paketkollaps kurz vor Weihnachten, weil immer mehr Geschenke online bestellt werden, während die Paketdienstleister nicht ausreichend Personal finden. Wie Amazon im Oktober über seinen Logistikblog bekannt gab, sucht allein der Versandhandelsriese 13.000 Saisonmitarbeiter, um das Weihnachtsgeschäft zu stemmen.

Von Last-Minute-Einkäufen ist anhand der Prognosen abzuraten. Überfüllte Innenstädten und Verzögerungen bei der Belieferung der Onlinekunden sind zu erwarten. Für Mitarbeiter in Handel, Logistik und Paket- sowie Sortierzentren erfreulich, ist die Verschiebung des Weihnachtsgeschäfts in den November. Offensichtlich möchten zahlreiche Verbraucher dem vorweihnachtlichen Einkaufsstress entgehen und kümmern sich bereits in den Wochen vor der Adventszeit um die Geschenke. Begünstigt wird dieser Trend von Rabattschlachten wie dem Black Friday. Dieser findet in diesem Jahr am 24. November statt und motiviert Schnäppchenjäger zur frühzeitigen Erledigung der Weihnachtseinkäufe. In Deutschland kurbelt der „Schwarze Freitag“ vorwiegend die Umsätze im E-Commerce an. Etwa jeder vierte Onlineshop nimmt mit besonderen Angeboten teil. Allerdings sollten sich Verbraucher nicht blind auf die vermeintlichen Tiefpreise verlassen. Einige Angebote entpuppen sich bei genauerem Hinsehen als Lockangebote mit keinerlei Sparpotenzial. Auch Modalitäten zu Rücksendungen und Widerruf gilt es zu prüfen. Das Verbraucherportal Schnäppchenfuchs hat zentrale Informationen zum Black Friday arrangiert und weist preisbewusste Leser auf Apps und virtuelle Dienste hin, welche die Schnäppchenjagd erleichtern. Unter anderem wird der Preiswecker von idealo empfohlen, der es erlaubt die Preisentwicklung zu beobachten und benachrichtigt, sobald ein Produkt den Wunschpreis unterschreitet.

Informatives zur Paketzustellung:

  • Amazon, DPD, Hermes und DHL stellen am 23. Dezember Pakete zu.
  • Wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, treffen Bestellungen von Amazon Prime Kunden noch vor 21 Uhr am 23. Dezember ein, wenn diese am gleichen Tag gegen Aufpreis bestellt werden. Empfehlung der Redaktion: Trotzdem einige Tage vor Weihnachten bestellen, um Geld zu sparen und sich die pünktliche Lieferung zu sichern.
  • Sollen Geschenke innerhalb Deutschlands an die Lieben verschickt werden, muss die Paketabgabe vor 12 Uhr am 22. Dezember erfolgen. Ratsam ist die Abgabe spätestens am 21. Dezember. Beim internationalen Versand dauert die Zustellung deutlich länger, sodass Präsente je nach Zielland zwischen 10. Dezember und 20. Dezember abzugeben sind. Versandunternehmen informieren individuell über Fristen.

Vorsicht vor Plagiaten

Die zunehmende Nachfrage im E-Commerce ruft leider vermehrt Produktfälscher auf den Plan. Die Kundschaft hält gezielt Ausschau nach besonders günstigen Preisen und verliert wegen der Vielzahl an Onlineshops den Überblick. Insbesondere dann, wenn es in der Vorweihnachtszeit stressig wird und Verbraucher unter Zeitdruck bestellen, steigt die Gefahr an dubiose Händler zu geraten. Wird ein Plagiat bestellt, sind Qualitätsmängel vorprogrammiert und die eigentliche Ersparnis avanciert zum Ärgernis. Nicht zu vergessen die potenziellen Abmahngebühren und Gerichtsverfahren, die Verbrauchern nach Plagiatsbestellungen drohen, sollten diese vom Zoll beschlagnahmt werden. Um dem vorzubeugen, sind folgende Punkte zu prüfen:

  • Impressum: Jeder seriöse Internethändler hat ein Impressum vorzuweisen. Fehlt es, ist Vorsichtig geboten.
  • Standort: Ein Standort des Anbieters in Fernost ist Grund genug zur kritischen Überprüfung der Seite. Viele Produktfälscher sind dort ansässig.
  • Preis: Bei Markenartikeln, die zu völlig unrealistischen Preisen verkauft werden, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es sich um Plagiate handelt.
  • Gütesiegel: Viele seriöse Onlinehändler lassen sich anhand von Gütesiegeln erkennen. Dazu gehören Trusted Shops, Internet Privacy Standards und TÜV Süd Safer Shopping.

Auch die Zahlungsmöglichkeiten geben Aufschluss darüber, ob Internetanbieter seriös sind. PayPal kontrolliert seine Kooperationspartner beispielsweise genau und verlangt die Erfüllung strenger Kriterien. Auf der sicheren Seite sind Online-Shopper mit dem Kauf auf Rechnung, da Bestellungen erst bezahlt werden, wenn die Ware zugestellt wurde und der Zustand einwandfrei ist. Die Zahlung per Lastschrift ist ebenfalls vorteilhaft, da der Kontoinhaber den Rechnungsbetrag von seiner Bank innerhalb von sechs Wochen zurückfordern lassen kann. Weitere Empfehlungen für mehr Sicherheit beim Online-Einkauf hier im Ratgeber.

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