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Donnerstag, 12.10.2017

US-Präsident Trump droht mit Kürzung der Hilfen für Puerto Rico

US-Präsident Trump (3.v.l.) verteilt am 3. Oktober 2017 Küchenpapier im Rahmen einer Veranstaltung in einer Kirche in Puerto Rico.
US-Präsident Trump (3.v.l.) verteilt am 3. Oktober 2017 Küchenpapier im Rahmen einer Veranstaltung in einer Kirche in Puerto Rico.

© dpa

Washington. Trotz der noch immer katastrophalen Lage in Puerto Rico droht US-Präsident Donald Trump bereits mit dem Abzug der Hilfskräfte. „Wir können (den Katastrophenschutz) Fema, das Militär und die Rettungskräfte, die unter schwierigen Umständen großartige Arbeit geleistet haben, nicht für immer in Puerto Rico lassen“, schrieb Trump am Donnerstag auf Twitter.

In einer weiteren Nachricht machte er die Bewohner des US-Außengebiets selbst für ihre missliche Lage verantwortlich. „Puerto Rico hat Wirbelstürme überlebt, jetzt zieht eine Finanzkrise herauf, die größtenteils selbstverschuldet ist“, zitierte er die TV-Journalistin Sharyl Attkisson. „Stromversorgung und Infrastruktur waren bereits vor den Stürmen ein Desaster. Der Kongress muss entscheiden, wie viel er bezahlen will.“

Hurrikan „Maria“ hatte Puerto Rico vor drei Wochen frontal getroffen und weite Teile der Karibikinsel zerstört. Viele Menschen sind noch immer ohne Strom und fließendes Wasser. Die Schäden werden auf etwa 95 Milliarden Dollar (80 Mrd Euro) geschätzt - das entspricht 150 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Trump war für sein Krisenmanagement immer wieder kritisiert worden. Bei einem Besuch in Puerto Rico relativierte er die Zahl der Toten und erinnerte die Puerto Ricaner an ihre Schulden. Die Hilfe für das US-Außengebiet lief nur langsam an und erreicht noch immer nicht alle Betroffenen.

Tatsächlich steckte die Insel bereits vor dem Sturm in wirtschaftlichen Problemen. Die Schuldenlast liegt bei über 70 Milliarden US-Dollar, hinzu kommen ungedeckte Pensionsansprüche. Washington hat die Insel bereits unter Finanzaufsicht gestellt. In einer Art Konkursverfahren sollen die Verbindlichkeiten nun restrukturiert werden. (dpa)