• Einstellungen
Freitag, 18.05.2018

Unwetter fordert Todesopfer

Vor allem Keller wurden überflutet. Von den Feldern floss Schlamm auf die Straßen.

Große Schäden sind durch den Starkregen am Mittwochnachmittag im Seußlitzer Grund in Diesbar-Seußlitz entstanden. Auch der Wanderweg um den Gondelteich musste gesperrt werden. Die Schlammlawine rollte sogar bis in den Schlosspark hinein.
Große Schäden sind durch den Starkregen am Mittwochnachmittag im Seußlitzer Grund in Diesbar-Seußlitz entstanden. Auch der Wanderweg um den Gondelteich musste gesperrt werden. Die Schlammlawine rollte sogar bis in den Schlosspark hinein.

© Klaus-Dieter Brühl

Zehren/ Diesbar/Thiendorf. Bei dem Unwetter am Mittwochnachmittag ist im Landkreis Meißen ein Mann ums Leben gekommen. Beim Versuch, in Thiendorf einen umgestürzten Baum zu umfahren, war um 17.45 Uhr ein 63-Jähriger mit seinem Renault zwischen Liega und Ponickau mit einem entgegenkommenden Seat zusammengestoßen. Die Rettung und Bergung der Verunglückten im strömenden Regen gestaltet sich für die Einsatzkräfte schwierig. Bäume drohen während der Arbeiten auf die Unfallstelle zu stürzen und beide Fahrer sind in ihren zerstörten Autos eingeklemmt. Mit schwerer Technik können sie schließlich befreit werden. Der 55-jährige Seatfahrer wird mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Der Renault-Fahrer verstirbt noch am Unfallort. Gut fünf Stunden muss die Kreisstraße gesperrt werden.

Starkregen und Sturm im Landkreis Meißen

Im Raum Meißen hat es vor allem die Gemeinde-Diera-Zehren erwischt. In den Ortsteilen Zehren, Nieschütz, Obermuschütz und vor allem Niedermuschütz wurden Keller überschwemmt und ergoss sich Schlamm auf die Straßen. Die Feuerwehren waren seit etwa 17 Uhr am Mittwoch im Einsatz. Sie wurden von Straßenmeistereien und privaten Unternehmen bei den Aufräumarbeiten unterstützt. In Niedermuschütz wurde noch am Donnerstagnachmittag gearbeitet. Die Straße hier ist teilweise von Schlamm bedeckt. Gesperrt werden musste nicht, die Aufräumarbeiten wurden bei laufendem Verkehr durchgeführt. „Die größten Probleme waren vollgelaufene Keller und Schlamm, der sich von den Feldern auf die Straßen ergoss“, so Diera-Zehrens Bürgermeisterin Carola Balk (parteilos).

Schlimm erwischt hat es die Familie Noack in Zehren. Ihr Grundstück an der Bergstraße stand 20 bis 30 Zentimeter unter Wasser und war mit Schlamm bedeckt. „Stundenlang habe ich geräumt. Das haben wir regelmäßig, aller zwei bis drei Jahre. Schuld daran ist ein defekter Damm. Schon vor dreieinhalb Jahren wurde uns versprochen, ihn zu reparieren. Passiert ist bisher nichts“, schimpft der 82-jährige Reiner Noack. Den Staudamm am Zehrener Berg habe einst die LPG errichtet und auch regelmäßig gepflegt. „Dieser Damm hat uns sehr geholfen, das Wasser bei Starkregen fernzuhalten“, sagt Maria Noack. Doch seit Anfang der 1990er Jahre sei es damit vorbei. „Der Einlauf ist nicht mehr gewährleistet, das Wasser läuft nicht in den Stausee, sondern daneben in den Bach. Der läuft über und überflutet die Grundstücke“, so Maria Noack. Der Damm müsse erhöht, der Stausee sei verschlammt und müsste dringend ausgebaggert werden, sagt sie.

Insgesamt vier Grundstücke seien an der Bergstraße davon betroffen, auch das von Karl-Heinz Nebauer. Er zeigt auf seine Wiese: „Die war vor ein paar Jahren noch rund einen halben Meter tiefer. So viel Schlamm ist in dieser Zeit angespült worden“, sagt er.

Ab etwa fünf Uhr nachmittags hat am Mittwoch über Diesbar-Seußlitz eine lokale Gewitterzelle gewütet und ließ in kurzer Zeit zwischen 60 bis 80 Liter pro Quadratmeter auf den Ort niederregnen, sagt Bürgermeister Gerd Barthold (CDU). In anderen Ortsteilen der Gemeinde regnete es zwar auch, aber nicht einmal halb so viel wie über den Elbweindörfern.

Vor allem im Seußlitzer Grund sind die Schäden enorm, so der Bürgermeister, der selbst bis in die Nacht hinein mit der Freiwilligen Feuerwehr im Einsatz war. Denn aus Richtung Döschitz kamen so viel Wasser und Schlamm herunter, dass nicht nur der Forellen- und der Gondelteich komplett überschwemmt wurden. Die Schlammlawine rollte sogar bis in den Schlosspark hinein. Die kleinen Bachläufe, Durchlässe und Rohre in der Gemeinde sind einfach überfordert mit den Wassermassen- vor allem aber mit dem mitgeführten Dreck. (SZ/jm,ste,ka)