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Mittwoch, 15.11.2017

Unmut über Straßenbau-Pläne

Überwege, Parkplätze, Bushalt – das Konzept für die Pesterwitzer Straße sorgt für Wirbel.

Von Annett Heyse

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Die Pesterwitzer Straße soll saniert werden. Baustart könnte im kommenden Jahr sein, die Bauzeit liegt bei fünf Monaten.
Die Pesterwitzer Straße soll saniert werden. Baustart könnte im kommenden Jahr sein, die Bauzeit liegt bei fünf Monaten.

© Oberthür

© Grafik SZ

Freital. Viel Aufmerksamkeit gab es am Montagabend für die Sitzung des Ortschaftsrats Wurgwitz. Zahlreiche Einwohner waren gekommen, um sich über die Pläne der Stadt für die Pesterwitzer Straße zu informieren. Freital plant, die Verbindung zwischen Zöllmener Straße und Kesselsdorfer Straße grundhaft auszubauen. Baustart könnte bereits im nächsten Jahr sein, wenn der Stadtrat die Finanzierung beschließt. Doch vorerst sind noch zahlreiche Konflikte zu klären, die sich bei der Vorstellung des Projektes herauskristallisierten.

Konflikt 1: Die Bushaltestellen

Auf der Straße sind zwei Haltestellen für die Stadtbuslinie F sowie die Linie 337 vorgesehen. Sie sollen möglichst nahe der Kreuzung Zöllmener Straße angelegt werden. „Dort ist die Straße mit sechs Metern auch am breitesten“ erklärte Heike Richter, Sachgebietsleiterin im Straßen- und Tiefbauamt. Besonders die geplante Haltestelle vor dem Haus Nummer 22 sorgte für Diskussionen. Der Grundstückseigentümer sorgt sich um die Bausubstanz des 80 Jahre alten Wohnhauses, das nur durch einen Vorgarten von der Straße getrennt ist. Andere äußerten, die Haltestelle entstehe genau dort, wo der Autoverkehr und die Frequenz durch Fußgänger wegen des nahe gelegenen Kindergartens am größten sind. Ein Vorschlag lautete, die Haltestelle in Fahrtrichtung Zöllmener Straße an die Wiese vor dem Fußgängerweg zum Spielplatz zu setzen. „Dann würden allerdings Parkplätze wegfallen“, erklärte Heike Richter.

Konflikt 2: Die Parkplätze

Derzeit gibt es an der Pesterwitzer Straße 62 Stellplätze, nach der Sanierung sollen es 64 sein. Die Rechnung ergibt aber nur einen positiven Saldo, weil die derzeitige Parkfläche am Sportplatz als Längsparkplätze für fünf Pkw bewertet wurde. „Der Vorschrift entsprechend“, betont Heike Richter. Tatsächlich stellen Fußballer und Besucher des Alfred-Damm-Heims ihre Autos dort seit Jahren quer ab. „Dadurch passen da 20 Fahrzeuge hin“, sagte ein Anwohner. Nach der Sanierung sollen es nur noch fünf Pkw sein, die in Längsrichtung parken können – ein Parkplatzverlust aus Sicht der Wurgwitzer. Sie schlagen nun vor, die Stellfläche auszubauen und gegen den Hang mit einer Stützwand zu sichern. „Dort ist gerade am Wochenende so viel los, dass es schon jetzt kaum reicht“, sagte einer, der in der Nähe wohnt.

Konflikt 3: Die Fußwege und Übergänge

Die Stadt möchte einen durchgängigen Fußweg rechts in Fahrtrichtung Kesselsdorfer Straße errichten. Auf der anderen Seite entsteht ein schmalerer und nicht durchgängiger Bürgersteig, weil nicht genügend Platz vorhanden ist. Dazu kommen zwei sogenannte Querungshilfen, also Fußgängerinseln. Eine soll am Alfred-Damm-Heim entstehen, die andere am Pflegeheim. Diskutiert wurde, ob nicht Zebrastreifen sicherer wären. Allerdings würden dann Parkplätze wegfallen, weil am Straßenrand freie Sicht geschaffen werden müsste. Auch eine Fußgängerampel wurde diskutiert – die wegen der Strom- und Wartungskosten teurer wäre. Die Mitarbeiter des Rathauses wollen die Anregungen nun mitnehmen und wo es geht, einarbeiten – am 8. Januar gibt es eine weitere Informationsrunde zum Planungsstand.

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