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Mittwoch, 18.04.2018

Unfallkreuzung soll umgebaut werden

An der Straße zwischen Bautzen und Neukirch gibt es oft heftige Kollisionen. Jetzt werden dort große Veränderungen geplant.

Von Katja Schäfer

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Immer wieder kommt es an der Kreuzung bei Gnaschwitz zu schweren Unfällen so wie zuletzt Mitte März. Jetzt beginnen Planungen für einen Umbau der Stelle.
Immer wieder kommt es an der Kreuzung bei Gnaschwitz zu schweren Unfällen so wie zuletzt Mitte März. Jetzt beginnen Planungen für einen Umbau der Stelle.

© Archivfoto: Jens Kaczmarek

© SZ-Grafik: Gernot Grundwald

Bautzen / Neukirch. Beschädigte Autos stehen kreuz und quer auf der Straße. Fahrzeugteile liegen herum. Rettungskräfte kümmern sich um Verletzte. – Wo die Staatsstraße zwischen Bautzen und Neukirch sowie die Abzweige nach Gnaschwitz und Drauschkowitz aufeinandertreffen, ist das oft der Fall. Viel zu oft, findet Doberschau-Gaußigs Bürgermeister Alexander Fischer (CDU). Die Gemeinde bemüht sich seit Langem um eine Entschärfung der Kreuzung, die als Unfallschwerpunkt eingestuft ist. In den letzten fünf Jahren gab es dort 17 Kollisionen mit zwei Toten und 20 Verletzten.

Da es sich nicht um kommunale, sondern um Staats- und Kreisstraßen handelt, kann die Gemeinde nicht viel mehr tun als hinweisen, bitten, fordern. Das hat Alexander Fischer wieder getan, als es vor vier Wochen erneut einen schlimmen Unfall an der Kreuzung gab, die „Telle“ genannt wird. Eine 31-Jährige hatte die Vorfahrt eines 50-Jährigen in einem Renault Kangoo nicht beachtet. In Folge des Zusammenstoßes wurde ihr VW Passat auch noch gegen einen haltenden Chevrolet geschleudert. Vier Verletzte – darunter ein Sechsjähriger – und drei kaputte Autos waren die Folge.

Bis jetzt hat nichts geholfen

Kurz darauf gab es ein Gespräch zwischen Vertretern der Gemeinde und des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr. „Das Lasuv denkt jetzt über einen Umbau der Kreuzung nach“, berichtet Alexander Fischer erfreut. Nicole Wernicke vom Landesamt bestätigt: „Wir werden eine Planung beauftragen, die das Ziel hat, diesen Knotenpunkt umzubauen.“ Ob ein Kreisverkehr eingerichtet, eine Ampelanlage installiert oder eine andere Lösung gefunden wird, ist völlig offen. „Das wird die Planung ergeben“, sagt die Lasuv-Sprecherin.

Alexander Fischer freut sich, „dass nun endlich was in der Richtung passiert“. Denn alle bisherigen Maßnahmen reichen nicht. In der Vergangenheit wurden schon an den Nebenstraßen Stoppschilder aufgestellt, ein Wegweiser höher gehängt und Haltelinien vorverlegt. Erst im letzten Jahr erfolgte eine weitere Verbesserung der Beschilderung. Man befestigte die Verkehrszeichen, die die Geschwindigkeit auf 70 Kilometer pro Stunde reduzieren, auf weißen Tafeln, um sie besser sichtbar zu machen. Außerdem wurden auf den Nebenstraßen die Linksabbiegerspuren abgeschafft, damit Wartende sich nicht gegenseitig die Sicht nehmen. Das alles habe dazu beigetragen, dass die Kreuzung erheblich besser als „besondere Verkehrssituation“ wahrgenommen werde, sagt Nicole Wernicke. Dennoch hat es wieder gekracht.

Tempo falsch eingeschätzt?

So sehr sich der Bürgermeister von Doberschau-Gaußig auch über den in Aussicht stehenden Umbau freut, etwas ärgert ihn: „Da müssen wieder Steuergelder ausgegeben werden, nur weil einige Leute sich nicht an die Regeln halten.“ Die Kreuzung ist allen Normen entsprechend ausgebaut. Dass es dort trotzdem oft kracht, hat laut Verkehrsunfallkommission des Landkreises und Polizei hauptsächlich eine Ursache: Kraftfahrer aus Richtung Gnaschwitz oder Drauschkowitz nehmen Fahrzeugen auf der Straße Bautzen – Neukirch die Vorfahrt. Obwohl die Staatsstraße in beide Richtungen weit einsehbar ist. Oder gerade deshalb. Denn dadurch denkt manch ein Wartepflichtiger, dass er es noch schafft, vor dem herannahenden Fahrzeug zu fahren. Oft kracht es dann aber doch, weil das Tempo falsch eingeschätzt wurde. „Auch zu hohe Geschwindigkeiten auf der Staatsstraße sind nicht auszuschließen“, sagt Polizeisprecherin Katharina Korch. Peter Stange von der Pressestelle des Landratsamtes spricht deutlich von „häufig überhöhter Geschwindigkeit“.

An der Stelle regelmäßig zu blitzen und Zu-Schnell-Fahrer abzukassieren, könnte dazu beitragen, dass die vorgeschriebene Geschwindigkeit besser eingehalten wird. Doch das sei „aufgrund der örtlichen Gegebenheiten äußerst schwierig“, sagt Katharina Korch. Grund dafür ist laut Peter Stange „der gekrümmte Fahrbahnverlauf“. Dennoch gibt es an der Kreuzung demnächst Tempomessungen. „Wir ermitteln mit unserem Messgerät für das Lasuv, welche Geschwindigkeiten dort gefahren werden“, kündigt Bürgermeister Fischer an. Zwar registriert das Gerät keine Kennzeichen, sodass man Raser nicht zur Rechenschaft ziehen kann. Doch die Daten sind nützlich für die Planung des Kreuzungsumbaus.