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Freitag, 21.04.2017

Umwelttag bringt Sinneswandel

Der Frühjahrsputz in Zittau und Olbersdorf ist ein Erfolg gewesen. Im Stadtrat war der Einsatz noch umstritten.

Von Mario Heinke

Freiwillige beseitigten Müll am Olbersdorfer See, im Zittauer Westpark, in der Weinau und in Hartau.
Freiwillige beseitigten Müll am Olbersdorfer See, im Zittauer Westpark, in der Weinau und in Hartau.

© Rafael Sampedro

Den ersten gemeinsamen Umwelttag der Gemeinde Olbersdorf und der Stadt Zittau am Sonnabend vor Ostern wertet Oberbürgermeister Thomas Zenker (Zkm) als „vollen Erfolg“.

Erstmalig trafen sich Freiwillige zeitgleich zum Frühjahrsputz in der Weinau, in der Ortschaft Hartau, auf dem ehemaligen Landesgartenschaugelände am Olbersdorfer See und im Zittauer Westpark. Allein am See und im Westpark beteiligten sich über 120 Bürger, Ortschafts-, Gemeinde- und Stadträte, Mitarbeiter von Stadt, Gemeinde und Landestalsperrenverwaltung, Mitglieder mehrerer Angel- und Gartenvereine, vom Verein O-See Sports sowie die neu gegründete Zittauer Pfadfindergruppe „Royal Rangers“. Gemeinsam beseitigten sie Müll, entfernten die Hinterlassenschaft des Winters, pflanzten Bäume und reinigten die Flussufer. Olbersdorfs Bürgermeister Andreas Förster (FDP) und der Zittauer Oberbürgermeister hatten gemeinsam zum Umwelttag aufgerufen. Zum Dank spendierten sie den Helfern einen Imbiss am Olbersdorfer See. „Dieses bürgerschaftliche Engagement macht unsere Stadt so lebens- und liebenswert“, so OB Zenker. Zum traditionellen Frühjahrsputz in der Weinau kamen rund 30 Freiwillige. „Es waren mehr Leute da als in den Vorjahren“, erklärte der Vorsitzende des Weinauvereins, Dirk Bühler, gegenüber der SZ. Der Verein reinigt seit seiner Gründung zweimal jährlich die Weinau.

Der gemeinsame Umwelttag mit der Gemeinde Olbersdorf geht auf eine Initiative von Stadtrat Thomas Krusekopf (parteilos) zurück und wurde im Juni 2016 im Stadtrat mehrheitlich beschlossen. Stadtrat Matthias Böhm (Grüne) bezeichnete die Idee vom gemeinsamen Umwelttag in der Stadtratssitzung als „Subbotnik“ und als „von oben aufgesetzte Veranstaltung“. Auch Oberbürgermeister Zenker zeigte sich damals noch nicht sehr begeistert, er sagte: „Es ist nicht Aufgabe der Verwaltung, dafür zu sorgen, dass sich Leute treffen.“ Olbersdorfs Bürgermeister Andreas Förster kommentierte den Sinneswandel seines Kollegen gegenüber der SZ: „Ich hatte durchaus das Gefühl, dass mein Kollege von seiner vormaligen Meinung abgerückt ist, worüber ich sehr froh bin.“ Er brachte außerdem die Hoffnung zum Ausdruck, dass der gemeinsame Umwelttag nicht als einmaliges Ereignis daherkommt.

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