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Donnerstag, 17.05.2018

Umbaupläne in der Kritik

Der Gemeindechef würde gern den Bäckerladen in die Dorfmitte holen. Gegen das Projekt formiert sich Widerstand.

Von Eric Weser

Das einstige Feuerwehrgerätehaus in Peritz sorgt für eine Debatte.
Das einstige Feuerwehrgerätehaus in Peritz sorgt für eine Debatte.

© Eric Weser

Wülknitz. Der Wülknitzer Ortsteil Peritz ist ein idyllischer Fleck: Ein Bach fließt durch einen mehrere Hundert Meter langen, begrünten Dorfanger. Ringsum gruppieren sich viele gepflegte Höfe und Häuser. Aber es gibt auch das ein oder andere verfallende Gebäude. Zum Beispiel am Ortsausgang nach Koselitz, wo die Großenhainer Bäckerei Faust eine Filiale betreibt. Wie lange noch, scheint fraglich. Das der Gemeinde gehörende Haus ist baufällig, in Unterlagen ist von starkem Schimmelbefall die Rede. Am Dach soll Asbest verbaut sein.

Um die Bäckerei im Ort zu halten, hatte Bürgermeister Hannes Clauß (parteilos) schon vor einiger Zeit vorgeschlagen, den Laden ins einstige Feuerwehrgerätehaus auf dem Dorfanger zu verlagern. Das Gebäude gehört auch der Kommune und ist quasi ungenutzt, weil es schon seit Jahren keine Feuerwehr mehr im Ort gibt. Ein Umbau zum Laden würde nicht nur das Haus wiederbeleben, sondern auch die Dorfmitte aufwerten, so die Idee. Ein Planer hatte im Auftrag der Gemeinde abgeschätzt, dass so ein Umbau reichlich 100 000 Euro kosten würde.

Die Gemeinde rechnet damit, einen großen Kostenanteil über Fördermittel beschaffen zu können. Aber selbst wenn das klappt: Es würden noch Tausende Euro bleiben, die die Gemeinde in das Projekt stecken müsste, warnen Gemeinderäte. Geld, das selbst dann nicht wieder zurückfließe, wenn ein Pachtvertrag für mindestens fünf Jahre mit der Bäckerei abgeschlossen würde.

Aber nicht nur deshalb regte sich bei einem Treffen der Wülknitzer Gemeinderäte Protest gegen die Umbaupläne. Die Gemeinde solle sich auf Pflichtaufgaben konzentrieren statt bei freiwilligen Aufgaben neue Steine ins Rollen zu bringen, appellierte dort der Lichtenseer Ortschaftsrat und Wehrleiter der Gemeinde Wülknitz, Maik Apitz. Demnächst werde ein Ingenieurbüro den neuen Brandschutzbedarfsplan für die Gemeinde vorlegen, so Apitz. Dieser Plan ist wegweisend für die Entwicklung der Feuerwehr in den kommenden Jahren und dürfte einiges an Investitionsbedarf auflisten. Dass die Tiefenauer Wehr ein neues Fahrzeug braucht, dürfte nur ein Punkt von vielen sein.

Den geplanten Umbau des Hauses in Peritz sehen auch Gemeinderäte aber auch aus anderen Gründen kritisch. Das Ganze sei Wirtschaftsförderung zugunsten eines Einzelunternehmens, meinte Hans-Jürgen Wermann (CDU). Das sei fragwürdig. Zumal sich die Ursprungsidee, das Gerätehaus nach einem Umbau auch für andere Nutzungen zugänglich zu machen, zerschlagen habe. Gegen eine Aufwertung der Ortsmitte habe er zwar nichts, so Wermann. Wirtschaftlich sei das Projekt aber schlicht nicht vertretbar. Dem pflichtete Gerd Straßburger (FDP) bei.

Bürgermeister Hannes Clauß (parteilos) will jetzt noch einmal mit den Peritzern über die Zukunft des Feuerwehrgerätehauses sprechen.

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