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Montag, 08.01.2018

Überwältigt in den Flieger

Der DSC will seine Siegesserie auch in Frankreich fortsetzen – und im Europapokal in die nächste Runde einziehen.

Von Michaela Widder

Camilla Weitzel ist 17 Jahre, kommt aus dem Nachwuchs und hat seit dieser Saison einen Profivertrag beim DSC.
Camilla Weitzel ist 17 Jahre, kommt aus dem Nachwuchs und hat seit dieser Saison einen Profivertrag beim DSC.

© Robert Michael

Es sind gerade verrückte Wochen, die Volleyballerin Camillia Weitzel mit dem Dresdner SC erlebt. Die junge Mittelblockerin, die seit dieser Saison komplett mit den Profis trainiert, eilt von Sieg zu Sieg. Beim 3:0 gegen den Tabellenletzten VCO Berlin bekam sie das Vertrauen vom Trainer – und zahlte es zurück. Von sieben Angriffen verwandelt die erst 17-Jährige sechs erfolgreich – und wurde prompt vom generischen Trainer am Freitagabend zur wertvollsten Spielerin gewählt. „Ich bin etwas überwältigt und völlig überrascht“, sagt Weitzel.

Das Besondere an dieser Begegnung für sie: Auf der anderen Netzseite standen alles Spielerinnen ihres Jahrgang, Weitzel war für das Nachwuchsprojekt in Berlin ausgewählt worden, entschied aber, in Dresden zu bleiben. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich so eingebunden werde und so viele Spielanteile bekomme“, meint die 1,95 Meter große Weitzel, die vor allem auch von den starken Zuspielerinnen profitiert. „Sie machen es so leicht für die Angreifer. Das ist man ihnen schuldig.“

Ein Extralob bekam sie vom Trainer genauso wie die 18 Jahre alte Diagonalangreiferin Rica Maase. „Für eine junge Mittelblockerin ist es leichter, Spielpraxis zu sammeln als für eine Diagonale. Da hat man gleich viel Verantwortung“, sagt er.

Ein deutlich schwerer Gegner als der VCO ist am Dienstag Venelles, wenn es für den DSC im Rückspiel um den Einzug ins Achtelfinale des CEV-Pokals geht. Dafür benötigt der DSC nach einem klaren 3:0-Heimerfolg nur noch zwei siegreiche Sätze. Das sei aber auch eine Gefahr, meint Waibl. „Deshalb fahren wir dorthin, um zu siegen. Und dafür müssen wir eine Top-Leistung abrufen.“

Für Weitzel und Maase ist es die erste Auslandreise mit dem Profiteam, die Aufregung daher besonders groß. „Ich freue mich total. Das ist eine ganz andere Welt, die man da kennenlernen darf.“ Ähnlich ergeht es Teamkollegin Maase. „Das ist schon cool, weil ich Fliegen mag“, sagt sie und überlegt. „Ich weiß gar nicht, was ich in meine Taschen packen soll. Ich bin schon neugierig, wie viele Zuschauer dort in der Halle sein werden“.

Die Mannschaft fliegt am Montagmorgen via München nach Marseille. Von dort reist sie mit dem Bus noch eine halbe Stunde nach Venelles. Die Partie am Dienstagabend beginnt um 20 Uhr.

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