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Freitag, 11.08.2017

Überraschung gelungen: Spendenscheck für den Sonnenstrahl

Das Geld vom Lauf mit Herz wird für die Nachsorge von krebskranken Kindern und deren Familien verwendet.

Von Sylvia Jentzsch

Katrin Niekrawietz (links), Antje Herrmann vom Sonnenstrahl, Heike Geißler und der Vorstandsvorsitzende des Vereins Andreas Führlich bei der Scheckübergabe.
Katrin Niekrawietz (links), Antje Herrmann vom Sonnenstrahl, Heike Geißler und der Vorstandsvorsitzende des Vereins Andreas Führlich bei der Scheckübergabe.

© privat

Döbeln/Dresden. Die Überraschung ist gelungen. Eigentlich waren Katrin Niekrawietz und Heike Geißler als Vertreter des Lessing-Gymnasiums zu einer Dankeschönveranstaltung beim Verein Sonnenstrahl in Dresden eingeladen. „Das ist bei uns im Rahmen der Ostrale Tradition. Dann laden wir Spender, Sponsoren und Unterstützer des Vereins ein“, sagte die Geschäftsführerin des Vereins Sonnenstrahl Antje Herrmann.

Was sie nicht wusste, war, dass Katrin Niekrawietz und Heike Geißler einen Scheck über 24 487,50 Euro dabei hatten – der allerdings nicht in die Tasche passte. Das Geld stammt aus dem „Lauf mit Herz“ – einer Benefizveranstaltung, die zum 17. Mal vom Döbelner Lessing-Gymnasium organisiert wurde und vom Döbelner Anzeiger, der Kreissparkasse und den Stadtwerken seit Jahren unterstützt wird. 945 Läufer gingen am 5. Mai dieses Jahres an den Start und drehten 14 900 Stadionrunden. Viele Unternehmen sind seit Jahren dem Lauf mit Herz treu und spenden regelmäßig große Summen.

Höchste Einzelspende

„Es ist einfach großartig. Die Höhe der Spende ist außergewöhnlich. Es ist die größte Einzelspende, die wir überhaupt erhalten“, so die Geschäftsführerin. Der Lauf mit Herz sei eine tolle Tradition. Deshalb freut sich Antje Herrmann schon auf den 4. Mai 2018. Dann startet der 18. Lauf mit Herz.

Der Verein Sonnenstrahl kümmert sich um krebskranke Kinder und Jugendliche sowie deren Familien und um die Nachsorge. Mit einer Elternwohnung hatte es vor 25 Jahren angefangen. Jetzt hat der Verein neun Zimmer, elf sollen es werden. Auch Eltern aus Döbeln haben schon beim Sonnenstrahl übernachtet, wenn ihre Kinder in der Uni-Klinik behandelt wurden. Doch das ist nur ein Angebot, das der Verein unterbreitet. Er hat auch viele Projekte in der Nachsorge von Familien krebskranker Kinder.

Dafür soll das Spendengeld hauptsächlich eingesetzt werden. „Es gibt viel zu tun in der Nachsorge. Es werden immer mehr Kinder aus ganz Sachsen in Dresden behandelt. Die Behandlung hört nicht mit der Intensivtherapie auf“, sagte Antje Herrmann. Wichtig sei sowohl für den Betroffenen als auch die ganze Familie, die Zeit der Erkrankung zu verarbeiten. Manche würden dafür Jahre benötigen, andere weniger. „Das entscheidet jede Familie selbst.“

Therapeutische Begleitung

„Die Nachsorgeangebote werden immer besser angenommen“, so Antje Herrmann. Dazu gehört zum Beispiel eine psychsoziale Betreuung, bei der die Familie therapeutisch begleitet wird, um wieder in den Alltag zurückzufinden.

Wenn ein Kind oder Jugendlicher an Krebs erkranke, werde der Alltag oft komplett umgestaltet. Ist das Kind wieder gesund, sei es oft schwierig, in die Normalität zurückzufinden, sagte Herrmann.

Ein weiterer Baustein der Nachsorge sind die erlebnispädagogischen Aktivcamps. Der Verein bietet verschiedene Aufenthalte und Freizeiten für ehemalige Patienten, aber auch für Geschwisterkinder an. „In regelmäßigen Abständen kümmern wir uns auch um die verwaisten Geschwister. Sie gehen unterschiedlich mit dem Verlust ihres Bruders oder ihrer Schwester um. Wir wollen ihnen dabei helfen“, so die Geschäftsführerin.

Angeboten wird auch ein Familiencamp, das Mitarbeiter der Beratungsstelle begleiten. „Hier geht es neben der Erholung um den Erfahrungsaustausch“, sagte Antje Herrmann. Für Geschwisterkinder sei auch die Erkenntnis, dass es ihnen nicht allein so geht, wichtig.

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