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Freitag, 12.01.2018

Über 700 Ferkel auf einem Laster

Der Tiertransporter hatte fast 100 Ferkel zu viel geladen. Knapp acht Stunden hatten sie nicht mal Wasser zum Trinken.

Weil auf dem Laster fast 100 Ferkel zu viel geladen waren, waren die Gruppen in den Boxen viel zu groß. Trotzdem durfte der Transporter seine Fahrt fortsetzen.
Weil auf dem Laster fast 100 Ferkel zu viel geladen waren, waren die Gruppen in den Boxen viel zu groß. Trotzdem durfte der Transporter seine Fahrt fortsetzen.

© Polizei Chemnitz

Lichtenau. Insgesamt sieben Anzeigen sind die Bilanz der Kontrolle eines Tiertransporters am Rastplatz „Auerswalder Blick“ am vergangenen Mittwoch gegen 15.30 Uhr. Die Polizisten der Verkehrspolizeiinspektion der Polizeidirektion Chemnitz, denen der Laster aufgefallen war und welche die Kontrolle auf dem Rastplatz angeordnet hatten, fanden sowohl Mängel beim Transport der Tiere als auch Verstöße des Fahrers vor. Die Beamten alarmierten den Amtstierarzt von Mittelsachsen.

So hatten die 720 auf dem Laster festgestellten Ferkel nicht einmal Wasser zur Verfügung. „Der Wasserbehälter war vor der Abfahrt nicht befüllt worden“, sagte Jana Kindt, Sprecherin der Polizeidirektion Chemnitz. Der Langzeittransport war gegen 7.30 Uhr in Mecklenburg-Vorpommern beladen worden. Knapp zwei Stunden später war er in Richtung Bayern zu seinem fast 900 Kilometer weit entfernten Zielort gestartet. Knapp acht Stunden nach der Beladung wurde der Transporter bei Lichtenau kontrolliert. Bis dahin mussten die Tiere auf das Trinken verzichten. Wie groß ihr Durst war, zeigte sich, als die beiden Fahrer, die für den Transport zuständig waren, die Wasserbehälter auffüllten. Nach Schilderungen der Polizei hätten die Ferkel sofort angefangen zu trinken.

Weiterfahrt mit Auflage erlaubt


Doch das war bei Weitem nicht der einzige Mangel, den die Beamten an dem Transport feststellten. Der 26-jährige Fahrer des Lasters hatte keinen Führerschein, den er der Polizei vorlegen konnte. „Derzeit läuft die Prüfung, ob er überhaupt im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis ist“, sagte Jana Kindt. Bis die Klärung erfolgt ist, wurde ihm ein Fahrverbot auferlegt.

Transportiert worden sind die Ferkel über vier Etagen verteilt auf einer Gesamtfläche von 130 Quadratmetern. „Somit 21 Quadratmeter zu wenig, um die insgesamt 720 Ferkel zu transportieren“, informierte Kindt. Etwa 100 Ferkel waren zu viel auf den Ladeflächen vorhanden gewesen, so dass auch die Gruppen in den einzelnen Boxen zu groß gewesen sind.

Anschließend überprüften die Beamten das Datenblatt des Fahrzeuges. Dabei stellten sie fest, dass der Laster-Fahrer in mehr als zwei Fällen um 14 Kilometer pro Stunde zu schnell unterwegs gewesen war. Das brachte dem Fahrer noch eine Anzeige wegen Geschwindigkeitsverstoßes ein. Hinzu kommen insgesamt sechs Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten. Diese beziehen sich auf die zu volle Beladung bei festgestellter Quadratmeterzahl, die Überschreitung der Gruppengröße in den Boxen sowie die nicht vorhandene Wasserversorgung. Angezeigt worden sind die beiden Fahrer sowie das Unternehmen, in dessen Auftrag sie unterwegs gewesen sind.

Trotz aller festgestellten Mängel durften die beiden Fahrer mit allen 720 Tieren den Transport nach Bayern fortsetzen. „Die Genehmigung dafür erteilte der Amtstierarzt nach Prüfung aller Für und Wider“, sagte die Polizeisprecherin. Dafür gab es eine Auflage für den zweiten Fahrer, der den 26-Jährigen ohne Führerschein bei der weiteren Fahrt in Richtung Bayern ablöste: Es sollte einen weiteren Stopp zum Füttern der Tiere geben. Gegen den ersten Fahrer wurde eine Sicherheitsleistung in Höhe von 200 Euro erhoben.

Aus dem Polizeibericht vom Freitag

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Zeugen zu Unfall gesucht

Döbeln. In der Nacht zum Freitag, gegen 0.10 Uhr, lief ein 51-Jähriger die Dresdner Straße in stadtauswärtige Richtung entlang. Im Bereich der Einmündung zur Oschatzer Straße kam es zur Kollision mit einem derzeit unbekannten Pkw. Der Fußgänger wurde dabei schwer verletzt. Der unbekannte Autofahrer habe sich nach Angaben des Unfallopfers ohne anzuhalten sofort von der Unfallstelle entfernt. Bei dem Pkw könnte es sich um einen VW handeln, informiert die Polizei. Sie sucht nun Zeugen, die Angaben zu den Geschehnissen im genannten Bereich machen können. Wer kann zudem Angaben zum Unfallverursacher bzw. seinem Fahrzeug machen? Hinweise erbittet die Chemnitzer Verkehrspolizeiinspektion unter Telefon 0371 87400.

Plane zerschlitzt

Großweitschen. Unbekannte Täter haben in der Nacht zum Freitag die Plane eines Aufliegers auf dem Parkplatz „Heiterer Blick“ im Ortsteil Ranschütz. zerschnitten und von der Ladefläche mehrere Drogerieartikel gestohlen. Der entstandene Gesamtschaden wird auf rund 1000 Euro geschätzt.

Zwei Menschen kamen bei Verkehrsunfall ums Leben

Mulda. Über einen schweren Unfall auf der K 7731 im Ortsteil Helbigsdorf wurde die Polizei am Donnerstag, gegen 17.30 Uhr von einem Zeugen informiert. Ein 92-Jähriger war mit einem Pkw Skoda auf der Kreisstraße aus Richtung Großhartmannsdorf kommend unterwegs gewesen. Eingangs einer Linkskurve, etwa einen Kilometer nach der Großhartmannsdorfer Hauptstraße, war der Pkw aus bislang unbekannter Ursache nach rechts von der Fahrbahn abgekommen und gegen einen Straßenbaum gestoßen. Der 92-Jährige und eine 90 Jahre alte Insassin waren im Opel eingeklemmt. Noch an der Unfallstellen erlagen beide ihren schweren Verletzungen. Die Kreisstraße blieb im Bereich der Unfallstelle mehrere Stunden voll gesperrt. Der Gesamtsachschaden wird auf rund 5500 Euro beziffert.

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