• Einstellungen
Donnerstag, 12.10.2017

Turmbesteiger zu ungestüm

Der Zugang zum Gusseisernen in Löbau blockiert oft. Schuld sind die Besucher – sagt die Stadt.

Von Markus van Appeldorn

Die neue Gebrauchsanleitung für den Gusseisernen.
Die neue Gebrauchsanleitung für den Gusseisernen.

© Markus van Appeldorn

Kann man mit einer 2-Euro-Münze und einem dazu passenden Münzeinwurfschlitz etwas verkehrt machen? Ja, das geht! Und zwar am Gusseisernen Turm auf dem Löbauer Berg gleich in Serie. Immer wieder können in jüngster Zeit Besucher den Berg nicht besteigen, weil das mit dem Kassenautomaten verbundene Drehkreuz blockiert. Schuld ist nicht die Technik, sondern die Besucher. Das Drehkreuz und der Kassenautomat am Gusseisernen Turm seien im klassischen Sinne nicht kaputt, wenn die Technik gerade mal nicht funktioniere, heißt es von der Stadt Löbau. „Durch ungestümes Geldeinwerfen in den Kassenautomaten kommt es aber oft vor, dass das Drehkreuz blockiert, weil sich das Geldstück beim Einwerfen in den Automaten verklemmt hat“, informiert Pressesprecher Marcus Scholz auf SZ-Anfrage.

Die Stadt sah sich daher nun genötigt, am Turmzugang eine provisorische Gebrauchsanleitung anzubringen. „2,00 EUR vorsichtig einwerfen“, steht da unter anderem auf einem einlaminierten Stück Papier, befestigt mit Paketklebeband. Die Stadt hofft jetzt auf weniger Störfälle, denn deren Beseitigung ist aufwendig. Meist bekäme die Stadt dann eine Meldung von der Turmgaststätte. „Unser Vollzugsdienst schaut sich das Problem an und sorgt provisorisch dafür, dass Besucher wieder schnell zum Turm gelangen – kostenfrei“, sagt Pressesprecher Scholz. Um die eigentliche Blockade zu beheben, müsse aber zusätzlich der Schlüsseldienst anrücken, um den Kassenautomaten wieder funktionstüchtig zu machen.

„Am Wochenende ist das aber schlecht“, sagt Turmwirtin Ines Koch. In letzter Zeit hätten sich die Beschwerden gehäuft und den Zorn der Besucher bekomme regelmäßig sie ab. „Wir wollen niemanden verärgern, wir dürfen auf Anweisung der Stadt aber auch niemanden hineinlassen oder hilfsweise kassieren“, sagt sie. Ines Koch kennt auch noch ein anderes regelmäßig auftretendes Problem: „Manchmal kommen Gruppen oder Familien und da zieht einer gleich für alle die Tickets für die Turmbesteigung. Bis alle am Drehkreuz sind, ist das aber blockiert.“ Das Drehkreuz ist nämlich nur 15 Sekunden lang nach Anforderung des Tickets freigeschaltet. Man muss also sofort durchgehen. Auch darauf weist das aufgeklebte Stück Papier der Stadt nun hin. Ines Koch hätte eine bessere technische Lösung: „Bei der Metro in Paris gibt‘s Tickets mit einem Magnetstreifen. Der öffnet die Drehkreuze zu den Bahnsteigen beim Durchgehen, auch wenn man das Ticket eine Stunde vorher gekauft hat.“

Desktopversion des Artikels