• Einstellungen
Sonntag, 08.04.2018

Tschechischer Arzt behält Praxis

Nach einem Gespräch mit dem Görlitzer OB hat der Hausarzt Vratislav Prejzek seine Meinung geändert und will doch in Königshufen bleiben.

Vratislav Prejzek wird seine Görlitzer Praxis nun doch nicht schließen.
Vratislav Prejzek wird seine Görlitzer Praxis nun doch nicht schließen.

© Pawel Sosnowski/pawelsosnowski.c

Görlitz. Kehrtwende im Görlitzer Notarzt-Streit: Vratislav Prejzek, der tschechische Arzt, der nach einem Bußgeldbescheid seine Praxis auf der Gersdorfstraße Ende Juni schließen wollte, hat seine Meinung geändert. Wie er der SZ gegenüber bestätigte sei das nach einem Gespräch geschehen, dass er am Freitag mit OB Siegfried Deinege geführt hatte. „Nach diesem Gespräch mit dem Oberbürgermeister habe mich entschlossen, die Praxis nicht zu schließen. Den Einspruch habe ich bereits eingelegt. Wenn es bei dem Fahrverbot bleibt, lasse ich mich in die Praxis fahren.“

Noch am Donnerstag waren die Fronten verhärtet. Prejzek wollte auf keinen Fall Widerspruch einlegen, die Stadtverwaltung sah sich ebenfalls im Recht und schickte eine lange Presseerklärung, in der sie sich schützend vor die Ordnungsamtsmitarbeiter stellte. Das städtische Ordnungsamt hatte Prejzek am 6. Januar in der 30er Zone vor dem Klinikum geblitzt, er war 54 km/h zu schnell gewesen. Prejzek begründete das mit einem Einsatz als Notarzt und dass er annehmen musste, der Patient habe ein Herzproblem.

Inzwischen räumte Prejzek auch ein, was er vorher nicht öffentlich machen wollte, um seine Görlitzer Patienten nicht vor den Kopf zu stoßen: Der 34-Jährige hat auch noch eine medizinische GmbH in Tschechien. Dazu gehören zwei Hausarztpraxen, eine internistische Praxis, eine Hautarztpraxis, zu der neu nun noch eine endokrinologische Praxis kommt. Auch eine ambulante Pflege soll aufgebaut werden. „Ich wollte auf keinen Fall, dass Patienten in Görlitz denken, ich verlasse sie wegen anderer Patienten. Also: ich bleibe weiter in Görlitz, die Praxis wird nicht zugemach. Ich fahre auch als Notarzt weiter und hoffe, dass sich jetzt alles wieder beruhigt.“ (SZ/dan)

Desktopversion des Artikels