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Freitag, 21.04.2017

Tschechen kaufen wieder bei uns ein

Die Freigabe der Krone macht Besorgungen diesseits der Grenze billiger. Das ist auch in Zittau zu merken.

Von Petra Laurin

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Der Rewe-Markt in Zittau ist auch bei tschechischen Kunden beliebt.
Der Rewe-Markt in Zittau ist auch bei tschechischen Kunden beliebt.

© Matthias Weber

© SZ-Grafik

Die Tschechen freuen sich schon jetzt über noch günstigere Einkäufe hinter der Grenze, Deutsche hingegen werden künftig bei Besuchen im Nachbarland etwas tiefer in die Tasche greifen müssen. Grund dafür ist eine Maßnahme der Tschechischen Nationalbank. Ab April hat sie den Kurs der tschechischen Krone nach mehr als drei Jahren freigegeben. Damit beendete die Nationalbank ihre dreijährigen Devisen-Interventionen. Diese sollten den Kurs der tschechischen Krone gegenüber dem Euro künstlich schwach halten, um den Export anzukurbeln. Und das ist auch gelungen. Der Preis von 27 Kronen für einen Euro machte tschechische Produkte im Ausland billiger.

Das war einmal. Gleich nach der unlängst erfolgten Freigabe sank der Kurs der tschechischen Währung langsam nach unten. Laut Meinung von tschechischen Wirtschaftsexperten könnte sich der Kurs in den kommenden Monaten voraussichtlich auf stabile 25 Kronen je Euro einpendeln. „Das kann unseren Sommerurlaub billiger machen. Wir möchten nach Übersee fliegen. Außerdem sparen wir beim Einkauf in Euro-Ländern“, meint Marcela Vanícková aus Jablonec.

Die Einkäufe in Deutschland für das zurückliegende Osterfest haben da schon einen kleinen Vorgeschmack gegeben. „Ich habe neben meinem normalen Monatseinkauf auch alle Süßigkeiten für Ostern gekauft“, sagt Marcela Vanícková, die im Zittauer Rewe-Markt eingekauft hat. Bei jedem Schokohasen sparte sie rund sechs Kronen. Billiger in ihrem Warenkorb mit Alltagssortiment waren auch Zitronen oder Drogerieartikel. „Auch Tiernahrung für unsere Katze kaufen wir in Zittau mindestens um ein Drittel billiger“, so die Tschechin.

In Tschechien hingegen sind die Preise im Vergleich zum vergangenen Jahr durchschnittlich um 2,5 Prozent gestiegen. Statistischen Angaben zufolge ist Mehl nun 4,5 Prozent teurer, Eier 17,7 Prozent, Käse zwölf Prozent und Butter sogar 15,9 Prozent. Ein Stück der billigsten Butter kostet mindestens 36 Kronen – umgerechnet sind das 1,35 Euro.

Trotz die Freigabe der tschechischen Krone sind keine größeren Preisstürze zu erwarten. So werden elektronische Geräte vorwiegend auf Basis des Dollars gehandelt, und zwar in Ländern außerhalb der Eurozone. Deshalb hat die neue Kurspolitik im Nachbarland darauf auch keinen großen Einfluss, sind sich tschechische Wirtschaftsexperten einig.

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