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Dienstag, 14.11.2017

Trump sagt Tschüss

Zum Abschluss der Asien-Tour gibt es noch einen Gipfel in Manila. Trump gibt sich zufrieden. Aber um eine Klarstellung kommt er nicht herum.

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Donald Trump (l) und der philippinische Präsident Rodrigo Duterte in Manila. Duterte steht wegen mehrerer Tausend Todesopfer bei der Bekämpfung von Drogenhandel massiv in der Kritik. Das Thema Menschenrechte sei bei dem Gespräch angesprochen worden, teilte das Weiße Haus mit.
Donald Trump (l) und der philippinische Präsident Rodrigo Duterte in Manila. Duterte steht wegen mehrerer Tausend Todesopfer bei der Bekämpfung von Drogenhandel massiv in der Kritik. Das Thema Menschenrechte sei bei dem Gespräch angesprochen worden, teilte das Weiße Haus mit.

© Andrew Harnik/AP/dpa

US-Präsident Donald Trump winkt zum Abschied.
US-Präsident Donald Trump winkt zum Abschied.

© dpa

Manila. Eine große Versicherung sollte Donald Trumps Reise sein. Klarheit bringen für Verbündete und Freunde über Washingtons Außen- und Asienpolitik. Aber nach zwölf Tagen lässt sich festhalten: Wenn Trumps Tournee irgendetwas nicht gebracht hat, dann das. Der US-Präsident hat wechselnde Botschaften ausgesandt. Der große Profiteur dieser Reise ist China, das für jeden Platz bereitsteht, den Trump räumt. Und klüger, wie es mit Nordkorea weitergehen soll, ist die Welt auch nicht.

Tokio, der leichte Start

Eine seiner geliebten Versammlungen im Flugzeughangar steht am Beginn der Tour. Eine Präsentation wie im Wahlkampf, nur mit der Air Force One. Bevor er irgendjemanden sonst trifft, besucht er seine Soldaten. Trägt Bomberjacke. Die offiziellen Termine laufen dann gut, man betont Verbindendes. Später wird Trump edlen Koi-Karpfen die ganze Futterschachtel entgegenschütten statt nur einiger Brösel – ungewöhnlich. Aus der Nähe wirkt ein ungeschminkter Trump müde, angespannt, unrund. Mit „Präsident“ Shinzo Abe gebe es so viele Gemeinsamkeiten, sagt er immer wieder. Bis auf den Titel. Abe ist Premier.

Seoul, der gefährlichste Konflikt

Hier in Südkorea ist Trump noch auf Linie, die Botschaften sind diszipliniert. Seine Rede vor dem Parlament findet im Land hohes Lob. Deutliche Worte an die Adresse Pjöngjangs, aber keine Entgleisungen. Diplomatie statt Draufhauen, viele sind überrascht. Der Ton ist gemäßigt, mit Seoul und Japan wollen die USA es halten, wenn es gegen Nordkorea geht. Das wird sich später alles noch ändern.

Wieder besucht Trump US-Soldaten, mit ihnen isst er in Camp Humphreys. Dass ihm am nächsten Tag Nebel einen Strich durch den Besuch der demilitarisierten Zone macht, die Hubschrauber umkehren müssen, bedrückt den Präsidenten sehr. An diesem Tag jährt sich die Sensation seines Wahlsiegs. Trump bleibt verhalten.

Peking, der Rollenwechsel

Mehr Bewunderung geht gar nicht. Tief verbeugt sich Trump vor den Chinesen, die alles an Pracht auffahren, die Trump so mag. Er wird einfach wahnsinnig gern bewundert, folgenlos bleibt das nicht. Es herrscht ein neuer Ton zwischen den USA und China. Das Handelsdefizit sei nicht Pekings Schuld, außerdem würden Deals über Hunderte Milliarden Dollar es rasch schließen helfen. Dass diese „Deals“ zum großen Teil aus reiner Absicht bestehen, China eine Autokratie ist, erfährt der Trump-Unterstützer zu Hause nicht unbedingt. Er bekommt einen hyperaktiven Präsidenten präsentiert, der durch fremde Länder saust.

Da Nang, jeder für sich

Was vor der Gemeinschaft der Apec freundlich beginnt, mündet in eine wirtschaftspolitische Wutrede. „Amerika zuerst“, das mag zu Hause klappen, aber in Da Nang zündet es nicht. Höflicher Applaus. Ovationen bekommt später Xi Jinping. Der Chinese tritt für Freihandel ein und für Bündnisse. Der US-Präsident fordert dagegen, jeder solle zuerst an sich selber denken, stolz und frei und unabhängig sein. Später geben die elf verbliebenen Vertragspartner des Pazifik-Freihandelsabkommens TPP kühl bekannt, dass sie nun ohne die USA weitermachen wollen.

Alle Welt wartet auf ein Zweiertreffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, aber zumindest im offiziellen Rahmen wird es das nicht geben. Sie begegnen sich dann aber doch, unter anderem am großen Tisch, plaudern, beugen die Köpfe. Dass sich Trump und Xi als neue Partner sehen, kann dem geopolitisch hochbeschlagenen Putin nicht egal sein.

Hanoi, Verlust des Kompasses

Roter Teppich, Blumenmädchen und das Bild Trumps vor einer Büste des Kommunisten Ho Chi Minh: Viel mehr bleibt nicht von dieser Station. Mehr als 13 000 Kilometer von zu Hause aber wird wieder das Thema Russland groß. In der Air Force One hatte Trump einen dieser Auftritte, bei denen er einfach immer weiter redet. Er glaube Putin, der habe an der US-Wahl nicht gedreht. Seinen eigenen Geheimdiensten aber glaube er nicht. Am nächsten Morgen in Hanoi hat Trump eine frische Meinung, rückt von seinen Russland-Äußerungen wieder ab.

Manila, der Abschied

Weitere Gipfel auf den Philippinen machen klar, wie sehr Trump Außenpolitik nach Gusto betreibt. Mit wem er kann, dessen Land steht fortan in der Gnadensonne. Von keinerlei Skepsis oder Moral angekränkelt, entwirft der US-Präsident in Asien eine Art goldenen Globus mit „Trump“ im Zentrum. Er twittert, alle seine Wahlversprechen würden erfüllt. Es gälten andere Regeln im Umgang mit den USA, die „Horror-Shows“ früherer Handelsdeals seien zu Ende. Könnte sein, dass „Amerika zuerst“ nach dieser Reise noch mehr hinausläuft auf „Amerika allein“. (dpa)

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