• Einstellungen
Freitag, 12.01.2018

Trebendorfer Bürgermeister nun offiziell im Amt verpflichtet

Mit dem Tagebau vor der Tür und den knappen Finanzen der Gemeinde wird es für Waldemar Locke keine leichte Aufgabe. Noch dazu im Ehrenamt.

Von Constanze Knappe

Eine Bürgermeistertasse und beste Segenswünsche überbrachte Seelsorgerin Antje Schröcke aus dem Kirchspiel Schleife Bürgermeister Waldemar Locke.
Eine Bürgermeistertasse und beste Segenswünsche überbrachte Seelsorgerin Antje Schröcke aus dem Kirchspiel Schleife Bürgermeister Waldemar Locke.

© Constanze Knappe

Er werde sich mit aller Kraft zum Wohl der Gemeinde Trebendorf und ihrer Menschen einsetzen, das gelobte am Mittwochabend Trebendorfs neuer Bürgermeister Waldemar Locke (CDU). Er wurde von Klaus Rohrbach, dem Alterspräsidenten des Gemeinderats, darauf verpflichtet. „Voller Respekt vor dem Amt“ trat Waldemar Locke am 8. Dezember die Nachfolge von Kerstin Antonius an, die zur Bürgermeisterwahl am 24. September nicht mehr kandidiert hatte. Erwartungen habe er weniger an das Amt selbst. Er sehe darin vielmehr die Chancen, gestalten und Entscheidungen für die Gemeinde treffen zu können. Zwar hat der neue Trebendorfer Bürgermeister bereits seine ersten Termine gemeistert, vor dem offiziellen Akt der Verpflichtung war er dann aber doch ein bisschen aufgeregt. Verbunden sei der Amtswechsel mit einer Änderung im persönlichen Führungsstil. „Der Dienstleistungsgedanke und Bürgerfreundlichkeit sollen im Vordergrund stehen“, sagte er in seiner Antrittsrede. Er erklärte aber auch klipp und klar, dass sich nicht jeder Wunsch werde erfüllen lassen. „Das liegt zum einen an den Finanzen, aber auch daran, dass nicht alle persönlichen Wünsche im Einklang mit der Allgemeinheit stehen“, sagte er. Im Übrigen halte er es mit dem Goethe-Wort: Auch aus Steinen, die in den Weg gelegt werden, kann man was Schönes machen.

Waldemar Locke tritt sein Amt zu einer denkbar ungünstigen Zeit an. Der Tagebau steht unmittelbar vor der Tür. Als Mühlroser wird er wie etwa 200 andere Einwohner des Ortsteiles auch nach aktuellen Plänen in den nächsten fünf Jahren sein Zuhause verlieren. Und um die Finanzen der Gemeinde Trebendorf ist es ebenso wie in den umliegenden Kommunen wegen der großen Gewerbesteuerrückzahlungen an Vattenfall alles andere als gut bestellt. Aber Jammern helfe nicht. Waldemar Locke schwor den Gemeinderat darauf ein, dass bei den mit dem Bergbau verbundenen Problemen und allen anderen Aufgaben nur gemeinsam etwas zu bewirken sei.

Von Anfang an folgt für den neuen Bürgermeister ein Termin nach dem anderen. Noch im alten Jahr war er zusammen mit seinen Amtskollegen Reinhard Bork aus Schleife und Helmut Krautz aus Groß Düben zum Bundesverkehrsminister nach Berlin eingeladen, um einen Förderbescheid über den Breitbandausbau abzuholen. Als eine von 40 sächsischen Kommunen kommt Trebendorf in den Genuss der Bundesförderung. 192 983 Euro sind für das schnelle Internet zugesagt.

Zu Beginn dieser Woche saß er mit dem Beirat zusammen, der sich mit dem Entwicklungskonzept für das Kirchspiel Schleife befasst, am Mittwoch leitete er seine erste Sitzung des Gemeinderats und gestern ging es beim zweiten Treffen der Arbeitsgruppe Immissionsschutz, der Vertreter der Gemeinden Trebendorf, Schleife und Groß Düben sowie der Leag angehören, um Lückenschluss, Bepflanzungen und Überwachung von Lärm. Am 22. Januar ist er mit anderen Bürgermeistern aus dem Altkreis Weißwasser in die Sächsische Staatskanzlei eingeladen, um darüber zu beraten, wie der Freistaat die Kommunen in ihrem bergbaubedingten Nachholbedarf unterstützt, um die Lebensqualität der Menschen zu erhöhen. Allesamt schwergewichtige Themen, die dem ehrenamtlichen Bürgermeister von Trebendorf Kraft und Einsatz abverlangen.