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Freitag, 29.12.2017

Trauriges Tschüss

Sie waren ein Motor für das Dorfleben. Nun löst sich die Kreativgruppe Berthelsdorf/Rennersdorf auf. Voll und ganz verschwinden wird sie aber nicht.

Von Anja Beutler

Bernd Glück und Gerd Kluge (rechts) bei der Vorbereitung zu einer Ausstellung über Mühlen in Berthelsdorf und Rennersdorf im Jahr 2016.
Bernd Glück und Gerd Kluge (rechts) bei der Vorbereitung zu einer Ausstellung über Mühlen in Berthelsdorf und Rennersdorf im Jahr 2016.

© Archivfoto: SZ/Steffen Gerhard

Berthelsdorf/Rennersdorf. Es ist ein Ende mit Ansage: Schon vor einem Jahr befassten sich die Mitstreiter der Kreativgruppe Berthelsdorf/Rennersdorf intensiv mit der Frage, ob sie eigentlich weitermachen können und wollen. Der Knackpunkt lag auch damals schon bei der Frage nach dem Können, erinnert sich einer der Kreativen, Bernd Glück. „Weil aber die Feiern zu 700 Jahre Berthelsdorf bevorstanden, haben wir noch ein Jahr drangehängt“, sagt er. Nun aber wird mit dem Ende des Jahres auch das Ende der Gruppe eingeläutet – nach immerhin zehn Jahren. „Die Mehrzahl von uns ist über 60, die Gesundheit macht bei vielen nicht mehr so recht mit – die Kraft reicht nicht mehr“, zählt Glück die Gründe auf. 17 Mitglieder sind sie derzeit noch. Der Versuch, weitere Mitstreiter zu finden, blieb bislang leider erfolglos. Deshalb haben sie beschlossen, aufzuhören, als es gerade am schönsten war – nach dem Jubiläumsjahr nämlich.

Angefangen hat alles mit einer Gruppe sogenannter Ein-Euro-Jobber 2007 und der Auflösung der Berthelsdorfer Mittelschule. Günter John, der damals Bürgermeister war, erinnert sich noch daran, dass sich die Gruppe im Auftrag der Gemeinde zunächst um den Verkauf des Schulmobiliars kümmerte und dann Hobby-Ausstellungen ausrichtete. So ist ein Team entstanden, das sich erst später einen Namen gab.

Über die Jahre entwickelten die Kreativen viele Ideen, die zum Teil regelrechte Dauerbrenner wurden: „Das Oster- und das Weihnachtsbasteln, die Trödelmärkte, mindestens zwei Ausstellungen im Jahr, der lebendige Adventskalender“, zählt Bernd Glück auf und überlegt, ob er nicht etwas vergessen hat. Und in der Tat gab es noch mehr: Filmvorführungen, Saatgutbörsen und Lesungen im Märchenzimmer hatten ebenfalls eine Fangemeinde.

Eines aber wird auf alle Fälle auch in den kommenden Jahren erhalten bleiben und das sind die beiden Ausstellungen in der alten Schule: das Schulkabinett und die Schau zur Dorfgeschichte, die zur 700-Jahr-Feier neu entstanden ist. „Ich werde mich weiter darum kümmern“, sagt Bernd Glück. Immerhin müssen einige Leihgaben wieder an die Privatleute zurückgegeben werden, wenn neue hinzukommen, werde er sich gern in die Schau einbringen. So lohne sich ein Blick in die Ausstellung immer wieder, betont er.

Ob andere Veranstaltungen aus dem Kreativgruppen-Reigen weitergeführt werden, ist noch nicht entschieden. „Viele haben das Ende der Trödelmärkte bedauert“, sagt Glück. Im Januar, beim Abschlusstreffen, wolle man nochmals zu einer solchen Möglichkeit beratschlagen. Am liebsten wäre es vielen aber, wenn sich wieder eine neue Gruppe findet, die das Dorfleben so zusammenhält – so wie sie es nun lange getan haben.

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