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Donnerstag, 20.04.2017

Trainer Waibl übt „hirnen“

Nach dem Halbfinal-Aus deuten sich bei den DSC-Volleyballerinnen erneut große Veränderungen an.

Von Alexander Hiller

Alexander Waibl grübelt über den Kaders für die neue Saison.
Alexander Waibl grübelt über den Kaders für die neue Saison.

© ronaldbonss.com

Die Frage liegt vier Tage danach auf der Hand. Wie stellen sich die Volleyballerinnen des Dresdner SC künftig auf? Nach dieser Saison, die mit Bronze als eine mäßige erscheint angesichts der drei Meistertitel in Folge und davor drei Vizemeisterschaften. „Es wird nicht so sein, dass wir heute sagen, wer bleibt und wer geht“, stellt Trainer Alexander Waibl bei einer Presserunde gleich zu Beginn klar.

Fest steht nach dem 0:3-Halbfinalaus im dritten Duell gegen Stuttgart, dass mit Eva Hodanova, Mareen Apitz, Katharina Schwabe und Myrthe Schoot ein Quartett laufende Kontrakte bis 2018 besitzt. Zudem gibt es Spielerinnen mit optionalen Verträgen. Der DSC kann sich bis Ende Mai entscheiden, ob er diese Optionen zieht – oder nicht. „Wir müssen uns dabei zwei Fragen stellen: Wer uns künftig weiterhilft und was uns das kostet“, sagt Waibl.

US-Trio soll bleiben

Die optionalen Verlängerungen sind mit Gehaltsaufbesserungen verknüpft. Der 49-Jährige macht kein Hehl daraus, dass er Leistungsträgerinnen wie Liz McMahon oder die Zwillinge Amber und Kadie Rolfzen gern im Kader behalten würde – aber nicht um jeden Preis, verdeutlicht die Geschäftsführerin. „Natürlich ist es unser Ziel, beim Etat für die Spielerinnen etwas draufzulegen“, sagt Sandra Zimmermann, aber dafür müssten zusätzliche Sponsoreneinnahmen fließen. Ein erneuter Umbruch wäre „der Realität der Branche geschuldet“. Die drei genannten US-Amerikanerinnen haben erstmals eine Einladung zur Nationalmannschaft erhalten und dürfen deshalb bereits am Freitag heimfliegen.

Es deutet also beim entthronten Champion einiges darauf hin, dass es erneut einschneidende Personalwechsel geben wird. Die auffälligsten DSC-Akteurinnen dürften auf den Wunschzetteln von finanziell potenteren Klubs aus dem In- und Ausland stehen. Waibl muss deshalb derzeit viel Zeit in Personalgespräche investieren. Wer passt zu wem – und vor allem, wer nicht? „Hirnen“, nennt der Schwabe diese geistige Bastelei am künftigen Team. „Wir müssen Entscheidungen treffen, die uns wieder in die Spur bringen.“ Der Familienvater stuft die für ihn beendete Saison zwar als Erfolg ein. „Wir haben unter den bekannten Umständen mit dem Halbfinaleinzug das Maximalergebnis herausgeholt, waren sehr nahe am Finaleinzug dran. Ich bin stolz auf die Mannschaft und das Engagement, das sie gezeigt hat“, sagt er. Doch Waibl will mehr. Und der Verein auch.

Den Weg wollen sie optimieren. „In dieser Saison war von Anfang an der Wurm drin“, sagt Waibl und spielt auf den Kreuzbandriss von Hodanova im ersten Spiel an. „Ich habe viele Dinge gesehen, die besser gemacht werden können.“ Und er schließt sich dabei ein. Dass er zwischenzeitlich parallel als tschechischer Nationaltrainer tätig war, brachte ihn um wertvolle Vorbereitungszeit mit seinem Vereinsteam. „Das werde ich so nicht noch einmal machen.“

Auch im Trainerteam deuten sich Veränderungen an. „Wenn man nicht so den Erfolg hat, ist man härter bei Entscheidungen“, erklärt Waibl, ohne ins Detail zu gehen. Eine erfreuliche Nachricht hat die Geschäftsführerin, sozusagen zum guten Schluss: „Erstmalig können wir einen ausgeglichenen Haushalt vermelden, und das, ohne das Finale erreicht zu haben“, sagt Zimmermann. Die Lücke von bis zu 15 000 Euro werde noch geschlossen.

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