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Mittwoch, 15.11.2017

Totschlags-Prozess hat begonnen

Ein Mann aus dem Oberland steht vor Gericht, weil er auf einen anderen einstach und ihn lebensbedrohlich verletzte.

Von Jens-Rüdiger Schubert

Symbolbild.
Symbolbild.

© Peter Endig/dpa

Oberland/Görlitz. Das Schwurgericht der 1. Großen Strafkammer des Görlitzer Landgerichts hat mit dem ersten Verhandlungstag am Dienstag das Verfahren gegen einen 35-Jährigen aus Ebersbach-Neugersdorf eröffnet, dem die Staatsanwaltschaft versuchten Totschlag in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung vorwirft.

Den Ermittlungen nach hat der Angeklagte am 24. Mai dieses Jahres in seiner Wohnung unvermittelt mit einem Küchenmesser auf einen anderen Mann eingestochen. Warum das damalige Trinkgelage derart außer Kontrolle geriet, konnte bisher nicht geklärt werden. Fakt ist derzeit nur, dass der Betroffene durch die 19 Zentimeter lange Messerklinge massive Verletzungen im Bauchraum erlitten hat. Damit verletzte der Beschuldigte den Dünn- als auch Dickdarm des Mannes derart, dass Ausscheidungen in den Bauchraum gelangten. Somit trat eine lebensbedrohliche Situation ein. Nur dadurch, dass andere sofort Hilfe veranlassten, konnte dem Verletzten mit zwei Notoperationen das Leben gerettet werden.

Aufgrund der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft sitzt der Mann aus Ebersbach-Neugersdorf seit Mai dieses Jahres in Untersuchungshaft. Weil ein Sachverständiger erkrankt ist, konnte das Verfahren aber nicht wie geplant mit den Zeugenaussagen beginnen. Deshalb wurden am ersten Prozesstag nur die persönlichen Angaben des Angeklagten aufgenommen und die Anklage verlesen. Die Verteidigung kündigte aber an, dass sich der Beschuldigte insoweit auf den Tatvorwurf einlassen wird, wie er sich an den Vorfall erinnern kann. Das Verfahren wird am 1. Dezember mit der Beweisaufnahme fortgesetzt.

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