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Mittwoch, 13.09.2017

Todesursache des Weißiger Kälbchens schwer zu ermitteln

Die Weißiger sorgen sich seit zwei Wochen, dass ein Wolf das frisch geborene Tier gerissen haben könnte. Nun meldet sich das Landratsamt zu Wort.

Von Catharina Karlshaus

Eine Herde weißer Charolais-Rinder grasen friedlich auf ihrer Weide bei Oelsnitz. Kaum zu glauben, dass jetzt hier ein neugeborenes Kalb durch mehrere Wölfe gerissen worden sein soll.
Eine Herde weißer Charolais-Rinder grasen friedlich auf ihrer Weide bei Oelsnitz. Kaum zu glauben, dass jetzt hier ein neugeborenes Kalb durch mehrere Wölfe gerissen worden sein soll.

© Klaus-Dieter Brühl

Weißig/Meißen. Was in der betreffenden Nacht passiert ist, kann bis jetzt niemand sagen. Dass vor gut zwei Wochen aber ein Kälbchen der Agrargenossenschaft Weißig am Raschütz tot aufgefunden worden ist – oder was von ihm noch übrig gewesen ist – ist mittlerweile in aller Munde. Die Jäger der Region sind sich nach eigenem Bekunden sicher, dass es sich um das Werk eines Wolfes handelt. Immerhin sei bekannt, dass ein Rudel mit wahrscheinlich fünf Jungtieren im Raschützwald lebe.

Am vergangenen Donnerstag hatte die Sächsische Zeitung auch das Landratsamt Meißen zur Angelegenheit befragt. Die Untere Naturschutzbehörde betreut immerhin das Wolfsmanagement im Kreis. Betonte Behördensprecherin Helena Musall zu diesem Zeitpunkt, dass der Vorfall bekannt sei und gegenwärtig untersucht werde, wurde nun eine ausführlichere Stellungnahme nachgereicht. Demnach sei von den Jagdbezirksinhabern am 31. August an die Untere Jagdbehörde des Kreises gemeldet worden, dass nahe der Charolais-Herde Knochen eines Kalbes gefunden wurden. Ein Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde wäre sofort nach Eingang dieser Meldung zur bezeichneten Stelle am westlichen Rand von Oelsnitz gefahren. Vor Ort festgestellt worden seien wenige kleinere Knochen, die einem Kalb zugerechnet werden konnten. „Ein untersuchungsfähiger Kadaver wurde – anders als dies sonst der Fall ist – nicht vorgefunden“, so Helena Musall. Sowohl die Todesursache als auch der Zeitpunkt des Todes seien anhand dieser Spuren als völlig unklar zu bewerten. Eine definitive Aussage, wer oder was den Tod des Tieres verursacht hat, könne vonseiten des Landratsamtes nicht getroffen werden.

Eine abschließende Begutachtung erfolge in solchen Fällen ohnehin nicht im Landratsamt Meißen, sondern als sogenannte „Plausibilitätsprüfung“ durch das Wolfsmanagement des Freistaates Sachsen. Dieses in der Regel aber auch nur, wenn ein Antrag auf Schadensersatz bei der Landesdirektion Sachsen gestellt worden ist.